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Projekt: Schüler als Lehrer (Multiplikatoren) (10. Klasse)

Ein immerwährendes didaktisches Prinzip heißt schülerorientierter Unterricht. Er zielt darauf ab, Schüler in das "Lerngeschehen" mit einzubeziehen. 
Dies ist in einer freiwilligen 10. Klasse  bzw. in der Oberstufe der Hauptschule besonders günstig umzusetzen, da sich auf Grund der auf hohem Niveau angesetzten Aufnahmebedingungen in dieser Jahrgangsstufe eine überdurchschnittlich große Anzahl von lernwilligen und leistungsorientierten Schülern befindet. 
Um diesen Schülern größtmögliche Mitverantwortung zu gewähren, wurde für exemplarische Unterrichtseinheiten schon für die engere Auswahl der von der Lehrkraft "vorsortierten" Lerninhalte eine methodische Variante - Schüler als Multiplikatoren - eingesetzt. 
   

Was sind Multiplikatoren und was leisten sie? 

Eine Gruppe von sich freiwillig zur Verfügung stehenden Schülern sucht sich "ihren" Unterrichtsgegenstand aus einer überschaubaren Vorauswahl des Lehrers aus, ordnet ihn in einen zeitlichen Rahmen ein, beschäftigt sich mit der Sachstruktur, wobei die Lehrkraft eigenes Wissen sowie die notwendige Literatur zur Verfügung stellt und überlegt zusammen mit der Lehrkraft wie der geplante Unterrichtsgegenstand ihren nicht eingeweihten Klassenkameraden nahe gebracht werden kann, so dass diese motiviert sind, einen größtmöglichen Lernerfolg und Freude am Unterricht haben. Dies geschieht in einigen Workshops (Arbeitsgemeinschaften) zusammen mit der Lehrkraft. 

Der erforderliche zusätzliche Zeitaufwand dieser methodischen Variante macht deutlich, dass es sich hier nicht um eine täglich anzuwendende Methode, sondern um eine langfristig vorzubereitende projektartige Lehr- und Lernmoderation von und für Schüler handelt. 
Je überschaubarer und auf die Fähigkeiten der Schüler angepasster sich der jeweilige Unterrichtsgegenstand präsentiert, desto häufiger kann diese Methodik angewandt und auf alle Klassenstufen der Hauptschule übertragen werden. 
Nach der Festlegung des Unterrichtsgegenstandes erfolgt das intensive sachinformative Durchdringen des jeweiligen Stoffgebietes. 
    
Die Phase der Auseinandersetzung während dieses Workshops zwischen Lehrkraft und Schüler erfordert eine große Fachkompetenz seitens der Lehrkraft und bedeutet auch eine Gratwanderung zwischen besserem eigenen Wissen und gewähren lassen der Multiplikatorengruppe. Wenn die Schüler als Multiplikatoren fungieren dürfen, also vom Lehrer übertragenes und eigenständig erarbeitetes Wissen weitergeben, dann muss man ihnen dabei auch eigenen Spielraum lassen. 
Hier liegen mit Sicherheit die Grenzen dieser methodischen Variante; es besteht die Gefahr, durch die von den Schülern als Multiplikatoren gewählte Art und Weise der Wissensvermittlung didaktischen Grundsätzen entgegen zu handeln. 
Hat man als Lehrkraft die Schüler bereits als Multiplikatoren herangezogen, bleibt das Vertrauen in die Sichtweise "in medias res" der Schüler oberstes Gesetz. 
Die Identifikation des Multiplikators mit "seinem" Stoff, den er "seinen" Mitschülern nahe bringt, "heiligt alle Mittel" und fördert zudem außerordentlich wichtige Fähigkeiten. 
In untenstehender Grafik ist das Zusammenspiel einiger Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen, die durch diese methodische Variante verstärkt werden, dargestellt: 

                    

 

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