Neustädter Kirche Erlangen   

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Der Abendmahlstisch

Wurde bis 1979 das Heilige Abendmahl noch an dem - von einem sogenannten "Speisgitter" (siehe da!) umgebenen - Hauptaltar gefeiert, wünschte sich die Gemeinde 1982 eine neue Abendmahlserfahrung, die sie durch ihre Ausquartierung während der großen Kirchenrenovierung (1979 - 1982) im Gemeindesaal am Bohlenplatz gewonnen hatte: Die Gemeinde umgibt bei der Austeilung des Heiligen Abendmahles einen sakramentalen Tisch von drei Seiten, während der Pfarrer auf der vierten Seite zelebriert und von dort aus Brot und Wein weiterreicht, so dass sich der Kreis der Gemeinschaft bei Gebet und Segen schließt. Weil zudem der Platz am Hochaltar begrenzt ist und die Zeit der Austeilung für den modernen, schnelllebigen Menschen zu lang  
geworden wäre, wurde Heinz Heiber, ein renommierter Meister seines Faches, mit der künstlerischen Gestaltung eines modernen "Opferaltares" beauftragt,   der den Ansprüchen der Gemeinde gleichermaßen gerecht wird. Mit ihm bekam die Gemeinde für ihr Zusammengehörigkeitsgefühl einen Konzentrationspunkt während der Austeilung von Brot und Wein. Zugleich aber auch eine Anschauung des auferstandenen Christus in der abstrakten Bearbeitung der mächtigen Holzplatte: Christi Arme spalten den Block seitlich, vor seinem Körper aber ist in der Raumachse ein breiter senkrechter Riss, der das Durchbrechen des sonst hermetisch verschlossenen Totenreiches andeuten soll, unterstrichen durch die hängenden Totenschädel.  Die Gegenwart des  auferstandenen Jesus wird hier durch den Künstler  nicht wie sonst  als Folge eines schwerelosen Auffahrens dargestellt, sondern durch eine unlösbare Verschmelzung mit der tot geweihten Welt.