private interessen
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  • Kochen. Eine meiner Interessen, an denen ich gelegentlich andere teilhaben lasse. Besonders beliebt ist meine Variante des Kaninchens in Mandelsoße. Leider ist Kaninchen als Fleisch nicht mehrheitsfähig (weil als Streichelobjekt ideologisch vorbelastet). Deswegen verwende ich meist Huhn, das sich in der Mandelsoße auch recht wohl fühlt. Ein weiterer Schwerpunkt ist Fisch, dagegen kommen tote Rinder und Schweine selten auf den Teller. Prinzipien meiner Kochexperimente: Viel Gemüse, sparsamer Umgang mit Gewürzen, bevorzugte Farbkombination: Rot-Gelb-Grün.

  • Angeln. Bevor ich mit dem Angeln anfing, lebte ich überwiegend vegetarisch. Inzwischen bekenne ich mich zu meinen Wurzeln als Jäger und Sammler. Probleme macht mir die großindustrielle Nahrungsproduktion einerseits (Mein Herz blutet, wenn ich an ein Feld mit unzähligen glücklichen Ähren sehe, die sich sanft im Wind wiegen. Und dann - plötzlich und unvermittelt - nähert sich vom Horizont ein bedrohlich lärmender, stinkender Traktor, darauf ein Landwirt mit glühenden Augen in schmuddelig-fleckiger Tracht, hinter sich ein riesiges Gebilde mit blank polierten, im Sonnenlicht tödlich blitzenden Schneiden, die sich nun tief in die zarten Leiber der hilflosen Pflanzen graben ...), wir waren bei einerseits, andererseits Menschen, die beispielsweise Fisch nur essen, wenn er zu Barren gepreßt aus der Tiefkühltruhe kommt (der dazu von mir geprägte Fachbegriff lautet Quadratfisch-Dekadenz).

    SchnitzelWie sah das Tier zu diesem Fleisch aus?

    Nein, da stelle ich mich lieber ehrlich an einen Bach, werfe ehrlich mit dem Gedanken an das Abendessen meinen Köder aus und verpasse der Forelle, die es in ihrer Gier nicht lassen konnte anzubeißen, ehrlich einen trockenen Schlag über den Schädel, bevor ich sie mit ehrlicher Tötungsabsicht absteche und anschließend mit ehrlicher, aber mäßiger Abscheu ausnehme. Wenigstens war es kein Barsch, weil den hätte ich noch schuppen müssen.

  • Bücher lesen, und das geht so: Ich nehme so ein Buch, schlage es auf und lese. Meist sitze ich dabei in meinem Sofa, im Sommer auf meinem Balkon. Damit ich überhaupt zum Lesen komme, lasse ich normalerweise mein Auto in der Garage und fahre mit Bussen und Bahnen, Mein bevorzugter Leseort ist jedoch unter dem Affenbrotbaum auf der hinteren Terrasse in Spanien. Bei dem Buch kann es sich um eines aus meiner Präsenzbibliothek handeln (ca. 1000 Bände), seltener um eine Leihgabe. Ein Buch würde ich mir nicht leihen, einmal weil es evtl. hinterher sehr individuelle Gestaltungsmerkmale aufweisen könnte, zum anderen kann es Jahre dauern, bis ich es wieder zurückgebe.

  • Musik hören. Dazu besitze ich mehrere Geräte der frühen HiFi-Epoche (um 1975), einen vergleichsweise modernen CD-Spieler und eine Auswahl von Medien. Neuerdings brenne ich mir meine CDs selbst, was zwar die Zahl der Medien erhöht, nicht aber die Auswahl, da ich nur die Titel neu zusammenstelle. Musik hören findet nur relativ selten statt, da es bei mir zu diversen zwanghaften Seiteneffekten führt: zum einen totale mentale Absorption, zum anderen häufig zu

  • Musik machen. Auch hierzu steht mir eine Auswahl von Gerätschaften zur Verfügung, vor allem diverse Gitarren und dazugehörige Elektronik. Mangels Virtuosität habe ich in den letzten 15 Jahren weitgehend darauf verzichtet, das Geklampfe weiteren Kreisen zu Gehör zu bringen. Meine Nachbarn sind sehr tolerant, Kummer gewöhnt oder ohnehin schwerhörig. Die pubertäre Wunschvorstellung, einst als gefeierter Rockstar mit einem Tod an den Folgen übermäßigen Drogenkonsums Unsterblichkeit zu erlangen, habe ich vorläufig ad acta gelegt. Nach vorsichtigen Schätzungen könnte eine Wiedervorlage mit Erfolgsaussicht beim beobachteten Fortschritt etwa zu meinem 137sten Geburtstag erfolgen.

  • Fotografieren. Eine kleine Auswahl von Schnappschüssen ist hier zu finden. Besonders gerne mache ich Dias, allein von den Kanaren habe ich so um die 1000.

  • Reisen. Meine zweite Heimat ist Spanien, im Moment verbringe ich dort etwa zwei Monate im Jahr. Demnach wäre aber eine Spanienreise keine Reise, sondern eine Art sekundäre Heimfahrt. Hmmm. Nun ja. Also gut... Reisen in den Rest der Welt (Deutschland, Europa, USA; leider habe ich es noch nicht nach Südamerika geschafft ...) und

  • Ausflüge in die nähere (Franken) und weitere (Kanarische Inseln, Andalusien) Umgebung. Bei Reisen und Ausflügen gehe ich o.g. Beschäftigungen (insbes. Bücher lesen, Kochen, Fotografieren und Angeln) verstärkt nach.

  • Spanisch lernen. Ist ja klar, daß ich die Sprache meiner zweiten Heimat lerne, oder?

 

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Stand: 09.11.98