Interview mit dem Antifaschisten Hans Hauck

Man erlebt heute genau das gleiche wie damals

Hans Hauck hat schon viel Erste Mais erlebt. Er wurde 1910 in Mainz geboren und trat 1930 in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ein. Deshalb wurde er dann 1933 auch zweimal in das erste Konzentrationslager Hessens, Osthofen, verschleppt. Hans Hauck hat die Vorbereitung des Faschismus in der Weimarer Republik, die Entstehung und dessen Niederlage erlebt. Vergleicht man seine historischen Erfahrungen mit der heutigen Entwicklung, so springen einige Parallelen ins Auge: Die hohen Arbeitslosenzahlen, der Angriff auf demokratische Rechte und finanzielle Absicherungen, sowie auch die Aufgabe des Kampfes für ein anderes System zugunsten des Vaterlandes - eine Voraussetzung für die Aufrüstung, durch die schon zweimal der Angriffskrieg ermöglicht wurde.

Um aus der Geschichte lernen zu können, ist es notwendig, die Geschichte zu kennen. Und das nicht aus der Sicht der Täter, die schwerlich ein Interesse an einer Aufarbeitung haben, sondern aus der Sicht von Menschen, die nicht in dem nationalsozialistischen System ihre Vorteile suchten, sondern sich und ihren Zielen treu blieben. Hans Hauck ist einer von jenen.

WL: Wie habt ihr den ersten Mai in der Weimarer Republik begangen?

Hans Hauck: Wir sind mit Gesang und Musik und viel Begeisterung von Bretzenheim in die Stadt marschiert. Unsere Inhalte waren: gegen Krieg, für die Demokratie und für soziale Rechte. Am ersten Mai erfolgte unser Zug hier von Bre-tzenheim aus immer getrennt, das heißt die KPD, die zur Demonstration aufgerufen hatte, ist für sich selbst marschiert, ebenso wie die Anhänger der SPD. Wir haben es nie geschafft, daß beide gemeinsam demonstriert hätten, was ja auch dazu geführt hat, daß der Faschismus am Ende der lachende Dritte war. Denn, wenn wir gemeinsam marschiert wären und gemeinsam gegen den Faschismus aufgetreten wären, dann wäre der Faschismus nie zur Macht gekommen. Das Dilemma war, daß die Arbeiterklasse nicht zu einem einheitlichem Handeln gekommen ist.

WL: Hat sich die Arbeiterbewegung mit dem drohenden Faschismus auseinandergesetzt?

Hans Hauck: Ja, natürlich. Die SPD, wie die KPD, sahen die Gefahr des drohenden Faschismus und wußten auch, was es für die Arbeiterbewegung heißt, wenn der Faschismus zur Macht kommt. Und von Jahr zu Jahr hat sich die Gefahr der faschistischen Machtübernahme gesteigert.

WL: Kannst du dich an den ersten Mai im Faschismus erinnern?

Hans Hauck: Der erste Mai 1933 hat für mich eine besondere Rolle gespielt, denn am ersten Mai 1933 wurden wir, d.h. eine größere Gruppe von Häftlingen, unter denen ich mich befand, als Gefangene des KZ Osthofen entlassen. Wir kamen allerdings erst am späten Nachmittag nach Mainz zurück und so haben wir von der ersten Demonstration, die die Faschisten zum ersten Mai organisiert haben, nichts mehr mitbekommen.

Am Tag darauf, am zweiten Mai, begann dann die große Aktion gegen die Gewerkschaften von Seiten der Faschisten. Eine ganze Reihe führender Funktionäre der Gewerkschaften wurde verhaftet, eingesperrt und zum Teil sogar ermordet. Ansonsten kann ich mich persönlich an keine faschistisch organisierten Maifeierlich-keiten erinnern, da ich an diesen natürlich nicht teilgenommen habe.

WL: Hat die NSDAP schon vor 1933 versucht, am ersten Mai aufzutreten und ihn für sich zu vereinnahmen?

Hans Hauck: Hier in Mainz waren sie sehr zurückhaltend, da sie wenig Einfluß hatten.

WL: Mit welchen Inhalten versuchten die Nazis den ersten Mai zu besetzen? Wie versuchten sie, an den traditionellen Arbeiterkampftag anzuknüpfen?

Hans Hauck: Sie haben ihre allgemeine Politik und antidemokratischen Ziele auch am ersten Mai propagiert. Sie versuchten, äußerlich an die Tradition des Arbeiterkampftags anzuknüpfen, indem sie ihn zum Feiertag machten, was eine jahrzehntelange Forderung der Arbeiterbewegung war. Inhaltlich, also in Bezug auf die Rechte der Arbeiter, haben sie natürlich ihre Politik durchgesetzt.

Sie erklärten die Betriebsgemeinschaft, was soviel hieß wie: nicht mehr die Arbeiter gegen die Unternehmer, sondern Unternehmer und Arbeiter Hand in Hand. Das war die Parole der Nazis. Und darauf haben sie dann natürlich ihre ganze Politik ausgerichtet: in den Betrieben keine Streiks, überhaupt keinerlei Aktionen der Arbeiter gegen den Unternehmer.

WL: Das erinnert mich teilweise an die heutige `Standort Deutschland'- Debatte, in der es nicht mehr um Klassenwidersprüche geht. Siehst du sonst noch Ähnlichkeiten zu damals? Wie war eure Einschätzung der weiteren Entwicklung?

Hans Hauck: Wir müssen uns natürlich die Verhältnisse in der Weimarer Republik klarmachen: Es gab ja auch damals ein Millionenheer von Erwerbslosen. Und die Nazis hatten ja versprochen, daß sie die Arbeitslosigkeit wegschaffen. Das haben sie umgesetzt, indem sie die Aufrüstung in die Wege geleitet haben. Sie haben ja fieberhaft, von Anfang an, für die Aufrüstung plädiert, und das ist ein Punkt den wir, als politisch denkende Arbeiter vorher unterschätzt hatten. Wir glaubten auch, daß Hitler mit dem Arbeitslosenheer nicht fertig wird. Hitler hat aber durch die Vorbereitung des II.Weltkriegs, mit der Schaffung der Wehrmacht, mit dem auch für die Kriegsfähigkeit wichtigen Straßenbau, dem Bau des Westwalls (ein Wall von Bunkern, der sich entlang der ganzen Westgrenze zog), dem Ankurbeln der Rüstungsindustrie usw., die Menschen von der Straße weggebracht.

Die Nazis haben z.B. seit 1935 auch hier im linksrheinischen Gebiet begonnen die Wehrmacht aufzubauen, was ja laut Versailler Vertrag verboten war. So haben sie Kasernen sanieren und bauen lassen; ich selbst fand damals z.B. Arbeit als Hilfsarbeiter in den Kasernen von Kastel, die gerade modernisiert wurden. Das war die einzige Möglichkeit für mich, überhaupt Arbeit zu finden.

WL: Wie habt ihr als Kommunistische Partei versucht, die Arbeitslosen in eine politische Arbeit einzubinden oder bei ihnen an Einfluß zu gewinnen?

Hans Hauck: Es gab vor '33 in jeder Gemeinde Erwerbslosenausschüsse, und da haben wir als Kommunisten sehr aktiv und rege mitgearbeitet. Die Arbeits-losenausschüsse haben sich um alle Probleme der Erwerbslosen gekümmert, z.B. haben sie im Herbst von der Gemeinde gefordert, jedem Erwerbslosen genügend Kartoffeln für den Winter auszuhändigen und im Winter für genügend Kohle zum Heizen und für Kleidung zu sorgen. Diese Forderungen wurden dann in den Stadtrat getragen. Die Versammlungen der Erwerbslosen fanden so ungefähr alle 4 -5 Wochen statt, dort wurden dann die Anträge formuliert und diskutiert, es gab einen regen Austausch. Dementsprechend war dann der Einfluß der Arbeiterparteien, z.B. bei Wahlen. Die Kommunistische Partei ist ab '31, '32 hier in Bretzenheim die stärkste Partei gewesen.

Heute gibt es ja auch wieder Ansätze von Erwerbs-losenausschüssen, in denen sich die Arbeitslosen organisieren. So veranstalten sie ja im Moment einmal im Monat, bei Bekanntgabe der neuen Arbeitslosenzahlen, Demonstrationen in mehreren Städten. Aber das gibt es nicht in dem Maße wie es das früher gab. Das sollten eigentlich die Gewerkschaften tun, aber sie tun es ja nicht.

WL: Du hast eben am Beispiel der Wahlen davon gesprochen, daß die Arbeiterbewegung vor '33 sehr stark war. Wie konnte es dann sein, daß sich am 2. Mai 1933, als die Nazis die Gewerkschaften zerschlugen, so wenig Widerstand regte?

Hans Hauck: Wer sollte denn aufrufen? Die Kommunisten haben aufgerufen, gewiß; welche Arbeiter gehen aber in Massen mit Forderungen gegen die Faschisten auf die Straße, wenn sie schon vorhergenau wissen, daß sie zusammengeschlagen, verhaftet und ins KZ gebracht werden?

Nachdem die Machtübernahme der Nazis erfolgte, setzte im ganzen Bundesgebiet die Verhaftung führender Funktionäre der SPD, der Gewerkschaften und der KPD ein. Man hat die führenden Köpfe der ganzen Arbeiterbewegung eingesperrt und geglaubt, damit ist der antifaschistische Widerstand erledigt. War dann ja auch so. Außerdem zeigte sich der Faschismus nicht von Anfang an von seiner brutalsten Seite. So hatte die Behandlung nach meiner ersten Einlieferung ins KZ Osthofen im März '33, noch nicht viel mit den Schrecken späterer Konzentrationslager gemein. Das war so, weil die faschistische Führung Angst hatte, daß es, wenn sie gleich von Anfang an mit aller Brutalität gegen die Arbeiterbewegung vorgeht, zu einem Zusammenschluß der Arbeiter der KPD, der SPD und den Gewerkschaften kommt, zum Generalstreik und damit zum Ende der faschistischen Herrschaft. Erst nach und nach, Schritt für Schritt, kam die Brutalisierung. Z.B. nach dem ersten Mai, bei meiner zweiten Einlieferung im Juni, herrschten in Osthofen schon ganz andere Verhältnisse. Da wurden vor allem Juden drangsaliert und überfallen, aber auch politische Häftlinge. Das schließt nicht aus, daß einzelne, die besonders aufgefallen waren durch ihre politische Betätigung, von Anfang an brutaler Behandlung ausgesetzt waren, aber für das Gros kam das erst später. In dem Maße, wie die Faschisten glaubten, ihre Herrschaft sei gefestigt, in dem Maße wurde der Terror verstärkt. Die Festigung ihrer Macht zeigte sich auch in der großen Bereitschaft vieler zur Bespitzelung und Denunziation von Nachbarn und Freunden. Z.B. die Blockwarte, die für einen ganzen Häuserblock verantwortlich waren. Und wenn ihnen zu Ohren kam, daß der eine oder andere sich auch nur abfällig über den Faschismus geäußert hat, dann war der betreffende ein Mann fürs KZ. So hat man die völlige Unsicherheit in der Bevölkerung herbeigeführt. Wer hatte denn überhaupt noch den Mut, zu einem Menschen zu sagen, was er dachte? Es gab auch viele Kommunisten, die dazu nicht in der Lage waren. Nach fünf Jahren wu ßte man nicht mehr, wem man vertrauen sollte. Wenn man Genossen traf, mit denen man früher organisiert war, sprach man mit ihnen über alles mögliche, das Wetter, den Garten, aber politisch hat man geschwiegen, aus Angst vor Denunziation. Zu Denunziationen kam es übrigens unter anderem durch die Hoffnung auf Eigennutz, wie Arbeit, eine bessere Wohnung usw., auch wenn diese manchmal nur eingebildet war.

WL: Glaubst du nicht, daß es genau deswegen zu so wenig Widerstand kam, weil die Menschen, auch aus der Arbeiterbewegung, ziemlich schnell die eigenen Vorteile suchten und auch danach handelten; daß das auf einmal wichtiger wurde als die Frage nach dem eingesperrten Genossen oder dem Schicksal der jüdischen Nachbarn? Auch von dem Krieg waren die meisten nichtjüdischen Deutschen ja solange begeistert, wie es danach aussah, daß Deutschland ihn gewinnen würde.

Hans Hauck: Ja sicher, das war so. Das führte soweit, daß der Großteil, selbst der ehemalig organisierten Arbeiter, egal ob SPD oder KPD, ideologisch umgeschwenkt sind und einverstanden waren mit dem Faschismus. Z.B. `Kraft durch Freude', die Nazis haben ganze Betriebe in Busse geladen und in die schönsten Gegenden Ausflüge organisiert. Die Leute haben gedacht, ,Mensch, die tun was für uns". Die Menschen haben sich durch die kleinen Erfolge, wie Autobahnbau, Beseitigung der Erwerbslosigkeit usw., verführen lassen und sie haben die Politik der Nazis aktiv unterstützt. Während des Krieges hat die Masse der Menschen geglaubt, daß Hitler in 14 Tagen Frankreich erobert. Und das haben sie auch tatsächlich. In acht Tagen haben sie Belgien, die Niederlande erobert. Und dann haben sie erst `41 die Sowjetunion angegriffen, nachdem sie alle Randstaaten schon erobert hatten. An Widerstand hat da fast keiner gedacht. Das waren einzelne.

WL: Wie wurde der erste Mai nach 1945 begangen ? Hat das Verhalten der Arbeiterbewegung während der Zeit des Faschismus darin eine große Rolle gespielt, setzte man sich mit der Verantwortung des Kapitalismus für die faschistische Herrschaft auseinander, wurde die Frage nach einem System gestellt, das nicht auf Ausbeutung basiert ?

Hans Hauck: `Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!' Das war die Parole, die 1945 und auch die Jahre danach die wichtigste Rolle gespielt hat. Und es gabeine einheitliche Meinung beim Großteil der Bevölkerung darüber, daß das die entscheidende Frage war.

Selbst die CDU hat den Kapitalismus im Ahlener Programm als mitverantwortlich für den Faschismus erklärt. Aber das wurde natürlich auch sehr schnell in den Wind geschlagen.

WL: Ich denke, daß es damals auch darum ging, sich die Frage nach der eigenen Verantwortung während des Faschismus nicht stellen lassen zu wollen und gerade in der Besatzungszeit die eigene Haut zu retten. Meiner Meinung nach konnten solche pauschalen Erklärungen wie im Ahlener Programm auch die Funktion erfüllen, jede Eigenverantwortung zu übergehen und von sich zu weisen. Denn es kommt ja auch nicht von ungefähr, daß die einzigen, die sich von Anfang an gegen die Rückkehr alter Nazis in Amt und Würden wehrten und protestierten, wieder nur die Opfer selber waren.

Aber zurück zum ersten Mai, was empfindest du heute auf den Kundgebungen anläßlich diesen Tages?

Hans Hauck: Wir sind nach 1945, genau wie zur Weimarer Zeit, in großen Massen zur zentralen Kundgebung in die Stadt marschiert. Aber von Jahr zu Jahr ist das weniger geworden und wenn man heute das armselige Häufchen Teilnehmer bei der Maikundgebung der Gewerkschaften sieht und die Zeit von früher, vor '33 und nach '45, miterlebt hat, dann ist man aufs aller bitterste enttäuscht. Und das hat natürlich den Grund, daß die Gewerkschaften die Forderungen der Arbeiterbewegung immer weniger wahrgenommen haben. Sie rufen nicht zum Kampf, im Gegenteil, sie führen Tarifverhandlungen, sie beschließen am grünen Tisch. Jetzt z.B. die Zusammenführung von verschiedenen früher selbständigen Gewerkschaften zu einer größeren Gewerkschaft, wie z.B. die BCE. Diese Fusionen der einzelnen Gewerkschaften gehen soweit, daß wir zum Schluß nur noch fünf oder sechs Gewerkschaften haben. Die Dachorganisation, der DGB, wird völlig von seinen Aufgaben entbunden und den Einzelgewerkschaften bietet es kaum noch Möglichkeiten zur politischen Mitwirkung für den einzelnen Arbeiter. Oben wird ohne Befragung der Mitglieder beschlossen. Betrachte doch jetzt die Tarifverhandlungen. Die treffen sich und kommen zu keinem Ergebnis, dann kommen die Schlichter, alles bekannte ehemalige Minister und Staatslenker, die einen Vermittlungsspruch treffen, die Mitglieder der Gewerkschaften werden dann über den Schlichterspruch informiert. Wo gibt es irgendwelchen Widerspruch? Das wird abgehakt und die Sache ist gelaufen. Anstatt zum Kampf aufzurufen, Versammlungen abzuhalten, Beschlüsse zu fassen usw. passiert nichts von alledem.

Früher war das ganz anders. Wenn früher die Arbeiter Versammlungen hatten dann kam der Vorsitzende und mußte den Leuten Rede und Antwort stehen, der hatte es manchmal nicht leicht. Das gibt es heute gar nicht mehr.

WL: Glaubst du nicht auch, daß die internationale Suche nach einer Lösung früher in den Gewerkschaften eine viel größere Rolle gespielt hat als heute?

Hans Hauck: Natürlich hat das früher eine größere Rolle gespielt. Die internationale Solidarität war nicht nur eine Parole, die man bei Demonstrationen genannt hat, sondern das war tatsächlich eine internationale Zusammenarbeit. Aber heute wird das so gut wie überhaupt nicht mehr gepflegt. Die Gewerkschaften verhalten sich auf allen Ebenen mehr und mehr nach dem Motto : Stillsein, verhandeln, bloß nicht kämpfen, ob das Lohnforderungen sind, ob das Manteltarifverträge sind, wenn es um Arbeitszeit usw. geht. Aber das hängt natürlich mit der gesamten Politik, die gemacht wird, zusammen. Die Gewerkschaftsführung ist ja nicht revolutionär, sondern reformistisch. Sie machen eine nationale Politik, in der Internationalismus natürlich keinen Platz mehr findet. Jetzt z.B., bei den Auseinandersetzungen um Europa geht es darum, daß Deutschland zur führenden Macht wird.

WL: Siehst du da Parallelen zu der Zeit vor dem Faschismus?

Hans Hauck: Wenn man die Politik von heute mit der Weimarer Zeit vergleicht, dann erlebt man genau das gleiche wie damals. Betrachten wir, was nach Überfällen von Faschisten auf Flüchtlinge und Menschen anderer Nationalität passiert. Die Neonazis marschieren, die Polizei verteidigt sie, schützt sie und geht gegen die Gegendemonstranten vor. Das ist doch überall das gleiche Bild. Die Neonazis werden gehätschelt und getätschelt und die Brutalität geht immer nur gegen alles, was Widerstand zeigt. Wer zeigt, daß er die Politik der Herrschenden nicht akzeptiert, der wird gnadenlos unterdrückt.

WL: Zum Schluß vielleicht noch die Frage danach, was du von uns Jugendlichen erwartest, was für Hoffnungen hast du für die Zukunft ?

Hans Hauck: Der Imperialismus hat nicht nur den ersten und den zweiten Weltkrieg verursacht, sondern sie sind bereit den dritten Weltkrieg zu planen. Sie planen ihn jetzt schon. Ich erhoffe mir von der Zukunft nichts, als daß die wenigen Menschen, die politisch begreifen worum es geht, mit ihrer Agitation versuchen, einen breiten Widerstand zu organisieren. Das ist nicht nur die Aufgabe der Jugend, sondern der ganzen Bevölkerung.

Und wir als Kommunisten dürfen uns nicht damit zufrieden geben, gegen die herrschenden Verhältnisse zu sein, sie zu entlarven und darauf zu warten, bis die Massen endlich wach werden und auf die Straße gehen. Wir müssen um die kleinsten Nöte der Bevölkerung kümmern und uns für die Durchsetzung ihrer Forderungen konsequent einsetzen. Nur so können wir ihr Vertrauen und die Zukunft gewinnen!

WL: Hans, vielen Dank für dieses Gespräch.

Resi