Protestaktion von amnesty international Erlangen Todesstrafe in den USA Um auf die Menschenrechtssituation und vor allem auf die Anwendung der Todesstrafe in den USA aufmerksam zu machen, organisierte amnesty international Erlangen einen Protestmarsch durch die Erlanger Fußgängerzone. Trauriger Anlaß war die Vollstreckung der 500. Todesstrafe in den USA seit ihrer Wiedereinführung 1976 im Dezember 1998 - inzwischen wurden mindestens 508 Menschen hingerichtet. Auf einem 100 Meter langen Transparent, das Mitglieder der Erlanger amnesty-Gruppe trugen wurden die Namen dieser 500 Toten aufgelistet. Gleichzeitig wurde an die PassantInnen ein vorgefertigter Brief an Bill Clinton verteilt, mit der Bitte diesen abzusenden. In dem Brief wird Clinton dazu aufgefordert, seine ,politische Führungssituation dahingehend zu nutzen, die Staaten Ihres Landes zu einer Abschaffung der Todesstrafe insbesondere für zur Tatzeit Minderjährige zu ermutigen." Die Erlanger ai-Gruppe engagiert sich seit längerem für Gefangene, die in den USA zum Tode verurteilt wurden. So z.B. für Anthony C. Graves, der seit 1992 eines Mordes bezichtig wird, den er offensichtlich nicht begangen hat; oder für Miguel Angel Martinez, der wie Graves in Texas auf seine Hinrichtung wartet. Ungeacht des weltweiten Trends, die Todesstrafe abzuschaffen, hält die USA weiter daran fest. Seit 1996 gibt es - erstmals in der Geschichte der Menschheit - weltweit mehr Länder, die die Todesstrafe abgeschafft haben oder in der Praxis nicht mehr anwenden, als Staaten, in denen noch hingerichtet wird. Trotz dieser Entwicklung machen die USA offenbar keine Anstalten, ihre Politik kritisch zu hinterfragen. Im Jahr 1998 wurden in den USA 68 Personen hingerichtet. In 38 der 50 US-Bundesstaaten ist die Todesstrafe im Gesetz vorgesehen. Zur Zeit befinden sich mehr als 3500 Menschen in den Todeszellen, darunter auch zum Zeitpunkt der Tat jugendliche Straftäter. Die Exekution von zur Tatzeit minderjährigen Straftätern verstößt gegen mehrere internationale Menschenrechtsabkommen - darunter der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die Amerikanische Menschenrechtskonvention und die Konvention über die Rechte des Kindes. Deutlich ist auch, daß die Todesstrafe in den USA rassistisch angewendet wird. Obwohl die Zahl der Opfer von Kapitalverbrechen weißer oder schwarzer Hautfarbe etwa gleich hoch ist, hatten 82% der in den vergangenen 20 Jahren Hingerichteten einen Weißen ermordet. Entscheidend für die Frage, ob ein Todesurteil oder eine lebenslängliche Haftstrafe ausgesprochen wird, ist zudem die Qualifikation des Anwalts. Wer reich ist und sich einen guten Anwalt leisten kann, dem droht seltener die Todesstrafe. Wer arm ist, bekommt einen oft wenig motivierten und unerfahrenen Pflichtverteidiger. Ein weiterer Grund für ai die Todesstrafe grundsätzlich abzulehnen, ist die Tatsache, daß keinerlei Beweise dafür vorliegen, daß von der Todesstrafe eine wirksamere Abschreckung ausgeht als von anderen Strafen. Für Interessierte findet jeden 3. Dienstag im Monat um 19:30 Uhr im Frankenhof, Kellerraum K 40 ein Informationsabend von ai statt. Antifaschistische Aktion Erlangen aufgelöst ,Aus unterschiedlichen Gründen" hat sich die Antifaschistische Aktion Erlangen im Januar aufgelöst. Damit existiert in Erlangen nun keine antifa-Gruppe mehr. Das neue JuP-Cafè Seit 8.1.1999 betreibt das Erlanger Jugendparlament (JuP) in der Helmstraße (Kulturtreff) ein Jugendcafé Das Café ist Montag bis Freitag, von 16.00-19.00 Uhr, geöffnet. Die JugendparlamentarierInnen arbeiten ehrenamtlich, wollen das Café als Raum der Begegnung weiter erhalten und mit neuen jugendfreundlichen Preisen attraktiver zu machen. Der Cafébetrieb soll fortgeführt werden, bis eine Entscheidung im Kulturausschuß über die weiteren Veränderungen im Kulturtreff gefällt wird. Diskutiert werden zur Zeit zwei Vorschläge: Das Konzept des Kulturamtes ('Informations- und Interaktionszentrum für neue Medien' - siehe letzte Was Lefft) und das Kooperationskonzept der Arbeiterwohlfahrt mit dem Jugendparlament Erlangen. Die Arbeiterwohlfahrt und das Jugendparlament wollen den Kulturtreff als ,Begegnungsstätte" erhalten und einige Veränderungen hinzufügen: Jugendlichen soll kostenlos der Umgang mit Computern näher gebracht und ihnen die Möglichkeit geboten werden, im Internet zu surfen. Zur Betreuung will die Arbeiterwohlfahrt Fachpersonal einstellen. Außerdem soll der Kulturtreff weiterhin als Veranstaltungsraum für Vereine, Gruppen und Organisationen, wie z.B. Tanzhaus, TDS, Grüne Liste, Jugendparlament, Agenda 21, Antifa usw. zur Verfügung stehen. Bis zur Entscheidung und Realisierung eines der beiden Konzepte, sind Menschen egal welchen Alters herzlich eingeladen, die Begegnungsstätte zu nutzen und dadurch den Jugendlichen ihre Unterstützung zu zeigen. Umman Aslan (JuP) Fragebogen zur Benachteiligung von Homosexuellen Die Universität Bamberg arbeitet derzeit an einer Studie über die ,Benachteiligung gleichgeschlechtlich orientierter Personen", die vom Bundesjustizministerium finanziert wird. Der von der Uni Bamberg erarbeitete Fragebogen richtet sich an Lesben und Schwule jeden Alters, egal ob mit oder ohne festen Partner, mit oder ohne Kinder, offen oder eher versteckt lebend. Um der Studie möglichst viel Aussagekraft zu verleihen, sollen möglichst viele TeilnehmerInnen gefunden werden. Fragebögen können angefordert werden bei ,Sofos", Sozialwissenschaftliche Forschungsstelle, Otto-Friedrich-Universität, Pf 1549, 96045 Bamberg, 0951/35996 Weitere Infos gibt es auch im Netz: Http://www.uni-bamberg.de/sowi/sofos/leschwu.html Coming-Out-Gruppen Ab März wird es bei Fliederlich eine neue Coming-Out-Gruppe für Schwule geben. Die Gruppe beginnt am Mittwoch den 17.3. um 19.00 Uhr, bei Fliederlich, Gugelstr. 92. Eingeladen sind Schwule jeden Alters, ob vor, im oder nach ihrem Coming-Out, die Lust haben sich mit ihrem schwulen Leben und anderen auseinanderzusetzen. Neben allen möglichen Themen wie Lebensgestaltung, Sexualität, HIV, schwule Sub... sollen aber auch Körper- und Entspannungsübungen, Spaß und das Kennenlernen eine wichtige Rolle spielen. Anmeldung und Infos: Mittwoch 19-21 Uhr T.: 0911/42345711 Weiterhin geplant ist eine Coming-Out-Gruppe für Lesben. Genaue Termine stehen noch nicht fest. Interessentinnen wenden sich an das Fliederlich-Büro, T.: 0911/42345711 Subkultur zentral Neue Räume für Kunstverein und LGB? Laut der örtlichen bürgerlichen Presse ist alles schon klar: Die LGB und der KV bekommen neue und größere Räumlichkeiten in der ehemaligen Kaserne an der Frankenstraße. Bei näherer Betrachtung der 'Tatsachen' stellt sich jedoch heraus, daß die ganze Angelegenheit noch lange nicht beschlossene Sache ist. Der Jubelartikel von Claudine Stauber (Nürnberger Nachrichten, 28.1.99, S. 15) macht deutlich: ,Die Räume der künftigen alternativen Kulturfabrik in der Südkaserne sind picobello", ,Die Amerikaner haben das Gebäude bei ihrem Auszug 1995 fast besenrein und intakt hinterlassen", und ,ein hocherfreuter OB versprach den staunenden Kulturmachern von AG Zwischennutz und Kunstverein 'gute Entfaltungschancen' ,. Weiterhin dürfen wir lesen: ,6000 qm Nutzfläche, ein dichtes Dach, erst vor wenigen Jahren sanierte Fenster und eine funktionierende Heizung - was will man mehr?" Ja, was will man mehr? Zum Beispiel einige Klarstellungen: Die Sanitär- und Elektroinstallationen sind nur noch rudimentär vorhanden, weder Heizkörper noch Heizungsventile sind montiert. Der Brenner der Heizung ist ausgebaut. Die Wärmeversorgung und der -anschluß sind also vollkommen unklar. Vorhanden sind praktisch nur noch die Leitungen, genauso wie bei der Elektro- und Sanitärinstallation. Von den angeblich nutzbaren 6000 qm wurde wohl jeder qmm mitgerechnet - realistischere Schätzungen gehen von 3000 qm Nutzfläche aus. Die Bausubstanz ist auch nicht mehr die beste, Putz bröckelt von den Wänden und der Decke, Wasserschäden sind vorhanden. Vorsichtig geschätzt summieren sich die Umbaukosten auf eine halbe Million Mark. Wie dies finanziert werden soll, ist unklar, zumal die Stadt deutlich gemacht hat, daß von ihr kein Geld zu erwarten ist. Ein Problem wurde überhaupt nicht angeschnitten: LGB und KV haben unterschiedliche Konzepte ihrer Arbeit. Da der KV auf rein ehrenamtlicher Basis arbeitet, sind Konflikte mit dem Bewirtschaftungskonzept der LGB unvermeidlich. Die Räume der LGB in der Burgerstraße sind weg - das ist besiegelt. Was jedoch den KV in der Hinteren Cramersgasse angeht, sind die Würfel längst noch nicht gefallen. Claudine Stauber sieht den KV bereits im ehemaligen Offizierskasino: ,Hier fühlen sich die Leute vom Kunstverein [...] fast schon zu Hause. Im Sommer wollen sie, wie die AG Zwischennutz von neuer Wohnbebauung vertrieben, einen fliegenden Wechsel in die Frankenstraße schaffen." Aus der Presserklärung des Informationsamtes der Stadt Nürnberg (26.01.99): ,Auch die Schließung des Kunstvereins an seinem jetzigen Standort duldet keinen Aufschub, da vier private Bauherrn 'Stadthäuser' an der Hinteren Cramersgasse in den 'Startlöchern' stehen." Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen haben wir erfahren, daß eine der ,vier Bauherrn" Claudine Stauber heißt; wie auch, daß laut Bebauungsplan das Grundstück des KV in nächster Zeit überhaupt nicht bebaut werden soll. Frauen brauchen eine andere Medizin! Der Arbeitskreis Frau & Gesundheit Seit 1997 existiert dieser Arbeitskreis, in dem verschiedenste Einrichtungen und Gruppen vertreten sind. Das Spektrum reicht von Vertreterinnen aus dem Gesundheitsamt über kirchliche Institutionen bis hin zu Gruppen wie dem Mütterzentrum, dem Frauenhaus oder dem Notruf. Der Arbeitskreis ist ein Teil der 1995, nach einer Vorgabe des Bayerischen Sozialministeriums, ins Leben gerufenen ,Gemeinsamen Gesundheitskonferenz" des Landkreises und der Stadt Erlangen. ,Gesundheit muß immer auch unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten betrachtet werden: So sind z.B. natürliche weibliche Lebensphasen und Lebensübergänge keine Krankheit, werden aber häufig als solche behandelt. Eine an symptomen orientierte Denkweise sieht nicht die Zusammenhänge zwischen weiblichen Lebensbedingungen in einer männlich dominierten Gesellschaft und Krankheitsursachen. Eine solche Denweise verhindert ein umfassendes Verständnis von Heilung und körperlichem und seelischem Wohlbefinden." So formuliert der Arbeitskreis seine inhaltliche Basis. Die Breite des Spektrums der vertretenen Gruppen und Organisationen wird als positiv empfunden, da so keine thematische Einengung sondern im Gegenteil eine Vielfalt erreicht wird, die dem Themenkreis Frau, Gesundheit und Gesellschaft gerecht wird. Ziel ist eine frauenzentrierte Aufklärungs- und Bildungsarbeit, die zum Einen Frauen über ihren Körper, ,über seelisch und sozial krankmachende" aber auch heilende Faktoren informiert und zum Anderen Frauen über Sinn und Konsequenzen medizinischer Maßnahmen einer männerdominierten, technischen Gesundheitswelt aufklären will. Frauen sollen ,ermutigt und befähigt werden, zu unterscheiden und für sich selbst zu entscheiden." Nach dem Winter-Veranstaltungsblock, der aus Vorträgen über den gesellschaftlichen Umgang mit Symptomen weiblicher Lebensphasen, über das Selbstverständnis von Frauen im Mittelalter und einem esoterischer Vortrag über das Leben im Rhythmus der Schöpfung bestand, beschäftigt sich der Frühjahrsblock u.a. mit dem Thema Wechseljahre. Bis jetzt festehend sind folgende Termine: Am 26.4. referiert Anke Parey über die Wechseljahr aus einer soziologischen Perspektive: über die Lebensumstände für Frauen und über die Anpassung an sog. medizinische Erkenntnisse. Der Vortrag findet um 19.30 Uhr im Calvinsaal der Hugenottenkirche, Bahnhofsplatz statt. Den selben Vortrag gibt es einen Tag später am 27. 4. um 10.00 Uhr in Höchstadt im Clubraum der Aischtalhalle. Vorangekündigt werden soll schon einmal ein Workshop Anfang Juni zum Thema Körperwahrnehmung. Zu erreichen ist der Arbeitskreis Frau & Gesundheit: Gesundheitsamt Erlangen, Schubertstr. 14, T. 09131/714451 Internationaler Frauentag - Veranstaltungen: FrauenInternetCafé & Erlanger Frauengruppen im Internet: http://www.fen.baynet.de/fine Eine Veranstaltung des Frauengruppentreffens Erlangen zum Intern. Frauentag 8. März 1999 Frauen erobern das Netz?! am Montag, 8.3.1999 um 18 Uhr, im Internetcafé ,Online" (Hauptstr. 55-57 - im Altstadtmarkt - ER) Vortrag: ,Women World Wide - das Internet als Medium (inter)nationaler Vernetzung von Frauen". Referentin: Helga Dickel, ,die media" frauen-information-online, Köln Musik: Isolde Reiß aus Erlangen, Gitarre und Gesang Frauen online: Besucherinnen können im Internet surfen Premiere: Wir präsentieren das FrauenInformationsNetzwerk Erlangen (FINE) Eintritt: 10.-/7.- DM (ermäßigt) Menschenrechtsverletzungen an Frauen Infostand von amnesty international in der Erlanger Innenstadt am 6. März 1999 ,Auf den Spuren von Tina Modotti..." Veranstaltung mit Christiane Barckhausen 5.3.1999, 19.30 Uhr Nachbarschaftshaus Gostenhof, Nbg. Tina Modotti wurde in Udine/Italien in armen Verhältnissen geboren, folgte ihren Vater in die USA. Lange Zeit lebte sie in Mexiko. Dort entstanden viele ihrer weltbekannten bahnbrechenden Photographien. In den 30er Jahren hielt sie sich auch längere Zeit in Berlin und Moskau auf. Pablo Neruda berichtet: ,Eines Tages warf sie ihre Kamera in die Moskwa: Das Leben als Künstlerin und als Revolutionärin schien ihr unvereinbar." Sie engagierte sich in der Internationalen Roten Hilfe u.a. im Spanischen Bürgerkrieg, bevor sie nach Mexiko zurückkehrte. Im Alter von 45 Jahren erlag sie dort einem Herzanfall. Christiane Barckhausen ist Leiterin des Berliner Modotti-Archivs. Sie gilt als die führende Modotti-Expertin. Es erschienen von ihr Biographien und ein Katalog zu Tina Modotti. Sie übersetzte den Modotti-Roman ,Tinissima" der mexikanischen Autorin Elena Poniatowska. Eine Veranstaltung von Buchhandlung Libresso und DKP, Eintritt: 10,-/5.- DM Klage gegen SchülerInnenzeitungszensur Anders als in der Mehrzahl der anderen Bundesländer unterliegen in Bayern SchülerInnenzeitungen nicht dem Landespressegesetz, sondern sind eine Veranstaltung der Schulen. Die SchulleiterInnen können Artikel oder ganze Ausgaben verbieten, wenn sie der Ansicht sind, der Inhalt verstoße gegen den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule, verletze irgend jemands persönliche Ehre, verstoße gegen eine Rechtsvorschrift oder beachte die Vielfalt der Meinung nicht. An Bayerns Schulen gilt: Zensur findet statt. Und diese nicht nur staatlich genehmigt, sondern staatlich gewollt. Z.B. der Fall der schülereigenen Zeitung ,Konkurrenz": Am 18.6.98 wurde am Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg die ,Konkurrenz" in der Schule verkauft. Dabei handelt es sich nicht um eine Schülerzeitung im Sinne des Art. 63 BayEUG, sondern um eine von SchülerInnen in eigener Verantwortung erstellte Zeitung, die nur den üblichen presserechtlichen Bestimmungen unterliegen sollte. Daher wurde die Zeitung vor dem Verkauf dem Direktor nicht zur Genehmigung vorgelegt. Mit der Begründung, der Vertrieb von ,Gegenständen aller Art" auf dem Schulgelände bedürfe der vorherigen Genehmigung des Schulleiters, wurde die Verteilung jedoch untersagt. Artikel 63 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) stellt die SchülerInnenzeitung unter die Hauptverantwortung des Schulleiters. Die SchülerInnen haben - bis auf den Verwaltungsrechtsweg - letztlich keine Rechte, gegen Zensur-Entscheidungen vorzugehen. Die derzeitige Rechtslage in Bayern ist nach Ansicht vieler JuristInnen rechtswidrig. Denn Art. 63 BayEUG gewährt den SchülerInnen nicht das Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit. Die Vereinigung mittelfränkischer Schülerinnen und Schüler (VMS) und die Junge Presse Bayern (JDB) will nun gegen die derzeitige Rechtslage klagen: ,Wir sind der Auffassung, daß Schülerinnen und Schüler in Bayern nicht weiter rechtswidrigerweise in ihren Grundrechten beschränkt werden dürfen. Der Artikel 63 BayEUG ist keine Gewährleistung der Meinungs- und Pressefreiheit und muß ergänzt werden". Dem verwaltungsrechtlichen Instanzenweg anhand eines konkreten Vertriebs-Verbotes einer schülereigenen Zeitung räumen JuristInnen die besten Erfolgschancen ein. JDB und VMS wollen anhand des oben beschriebenen Falles ,Konkurrenz" die Instanzen bis hin zum Bundesverfassungsgerichtshof durchschreiten und kalkulieren mit mind. 5000,- pro Instanz. UnterstützerInnen wenden sich an: VMS e. V., Heimerichstr. 24, 90419 Nürnberg, t. 0911-337900, e-mail: vms.felix@gmx.de, http://www.myway.de/vms/ Internationaler Protestag gegen Polizeibrutalität Infostand und Kundgebung am 15.3. in Nürnberg 15. März 1997: Zum ersten Mal fand der ,Internationale Protestag gegen Polizeibrutalität" in der Schweiz statt. Der 15. März wurde ausgewählt, da an diesem Tag zwei Kinder von Schweizer Polizeibeamten mißhandelt wurden. In Deutschland waren in den letzten Jahren nur einzelne ,Polizeiskandale" Gegenstand des öffentlichen Interesses. Amnesty international geht dagegen von alltäglich stattfindenden, rassistisch motivierten Polizeiübergriffen aus. Flüchtlingen, MigrantInnen und anderen marginalisierten Gruppen ist es aufgrund ihrer gesellschaftlichen Benachteiligung kaum möglich, die erlebte Gewalt öffentlich zu machen, bzw. einen polizeilichen Übergriff anzuzeigen. Hinzu kommt, daß Betroffene und ZeugInnen häufig bereits bei der Vernehmung eingeschüchtert werden und daher nur wenig Übergriffe überhaupt vor Gericht kommen. Nur 0,4% der zur Anklage gebrachten Fälle enden mit der Verurteilung von PolizistInnen. 95% aller Disziplinarverfahren werden eingestellt. In der Regel wird bei polizeilichen Übergriffen nach folgendem Muster vorgegangen: Die Vorwürfe gegen Beamte werden zunächst geleugnet, gleichzeitig reagiert die Polizei mit Gegenanzeigen, um die Betroffenen zusätzlich einzuschüchtern. Lassen sich die Vorwürfe nicht pauschal abstreiten, ist die Rede von ,bedauerlichen Einzelfällen". Eine oftmals geforderte unabhängige Untersuchungskommission gibt es bis heute nicht. Ein Vorgehen gegen die Polizei wird durch eine Mauer des Schweigens fast unmöglich gemacht. Übergriffe werden von mitwissenden KollegInnen stillschweigend gedeckt, geduldet oder akzeptiert. 1996 wurden Übergriffe erstmals von seiten der Polizeiführungsakademie in Münster-Hiltrup nicht als Einzelfälle gewertet. Die Vorfälle werden dennoch individualisiert, als angebliche Gründe werden Streß und mangelnde Konfliktfähigkeit genannt. Rassistisches Gedankengut innerhalb der Polizei wird bei solchen Erklärungsversuchen völlig ausgeblendet. Befragungen innerhalb der Polizei machen allerdings deutlich, daß viele BeamtInnen Asylsuchende ,als soziale Bedrohung unserer Gesellschaft" empfinden und teilweise offene Sympathien mit rechten Parteien hegen. (aus dem Aufruf) Infostand und Kundgebung am 15. März, 16-19 Uhr, in der Nürnberger FußgängerInnenzone (beim Ehekarussel). Positionspapier des Dritte Welt Ladens Erlangen zur Kampagne ,Erlaßjahr 2000 - Entwicklung braucht Entschuldung" Die Schuldenfrage besitzt eine große Öffentlichkeit, mit hervorgerufen durch die Kampagne Erlaßjahr 2000. Der Dritte Welt Laden verfolgt diese Thematik schon seit langem und hat aus aktuellem Anlaß dazu wieder einen AK gegründet. Internationale Verschuldung ist ein integraler Bestandteil des Weltwirtschaftssystems. Angeregt durch das großzügige Anpreisen von Krediten durch westliche Banken haben viele Regierungen der Dritten Welt Kredite aufgenommen für Prestigeobjekte, Rüstung und überdimensionierte Entwicklungsprojekte, wie Staudämme und Straßen (bzw. auch zur Bereicherung der herrschenden Klasse). Vielfach sind diese Regierungen - freiwillig oder unfreiwillig - Sachwalter der westlichen Kapitalinteressen in ihren Ländern. Sobald sich ein Land aus dem Weltwirtschaftssystem verabschieden will, wird es mit Wirtschaftssanktionen bestraft. (Eine ,eigenständige" Entwicklung ist nicht gleichbedeutend mit autark bzw. losgelöst vom Weltmarkt.) Dieser Zusammenhang ist zentral für die Diskussion der Schuldenproblematik. Wir sind der Meinung, daß die von der Schuldenproblematik betroffenen Länder eine gerechte Chance auf eigenbestimmte Entwicklung erhalten müssen. Dies ist die einzige Möglichkeit, das Los der Menschen zu verbessern. Entschuldung ist dafür eine notwendige Voraussetzung. Wir halten es für nicht gerechtfertigt, Bedingungen zu formulieren, welche die Dritte Welt Länder erfüllen sollen, damit ihnen ihre Schulden erlassen werden (können). Wir wollen uns auch nicht einmischen, wie die Länder der Dritten Welt mit den gestrichenen Schulden umzugehen haben Das Problem liegt vielmehr in den westlichen Industrieländern, die bis heute die Spielregeln des Weltmarktes vorgeben und jeden Versuch sich diesen Regeln zu widersetzen, mit mehr oder weniger Gewalt unterbunden haben. Ziel unserer Arbeit ist es, hier an unseren Strukturen etwas zu verändern und die Verantwortung der westlichen Banken, des IWF, der Weltbank und der Gläubigerländer einzufordern. In diesem Zusammenhang wollen wir an die bereits vor 10 Jahren von Nicht-Regierungs-Organisationen aufgestellte Forderung nach einer sofortigen und bedingungslosen Streichung aller Schulden anknüpfen. Der Dritte Welt Laden Erlangen e. V. beteiligt sich nicht an der Kampagne Erlaßjahr 2000 aus folgenden Gründen: - die Wirkungsmechanismen des herrschenden Weltwirtschaftssystems werden ausgeklammert, (die Legitimität dieser Schulden wird nicht in Frage gestellt). - Die Reduzierung der Schulden auf ein für das Land ,tragfähiges" Maß ist willkürlich und nicht mit einer kompletten Entschuldung gleichzusetzen. Der Vergleich mit dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 (Entschuldung der Bundesrepublik) ist nicht möglich. - Die Bedingungen an die eine Schuldenerlaß geknüpft werden soll (z. B. Gegenwertfonds; übrigens eine spezifisch deutsche Idee in dieser internationalen Kampagne), zeigen, inwieweit von Seite der Industriestaaten hier in die Entwicklung der betroffenen Länder eingegriffen werden soll. Wir begrüßen, daß das Thema Schuldenproblematik in letzter Zeit eine größere Öffentlichkeit bekommen hat. Dieses Papier ist das Ergebnis einer eingehenden und kontroversen Diskussion im Laden und möchte einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion leisten. Bei Fragen und gewünschter Auseinandersetzung kann sich jede und jeder an uns wenden. Um das noch mal klarzustellen: Wir sind für eine Lösung des Verschuldungsproblems, und zwar mit intensivem Engagement von Seiten der Gläubigerländer - wir (bzw. unsere Großbanken) haben jahrelang gut verdient an Zinsen und Tilgungszahlungen. Wir sehen jedoch nicht, daß durch die Kampagne das Grundproblem angegangen wird, nämlich die Struktur unseres herrschenden Wirtschaftssystems, sondern nur versucht wird, eine erträglichere Situation für die hochverschuldeten Länder zu schaffen. Der Dritte Welt Laden hat in einer Arbeitsgruppe nach langer Diskussion obiges 'Konsenspapier' verfaßt. Es gibt auch bei uns Menschen, die die Kampagne in ihren Grundzügen für gut heißen, genauso wie es Menschen gibt, die sie grundsätzlich ablehnen. Uns ist wichtig, mit anderen über diese Probleme in die Diskussion zu kommen, deshalb sind wir auch MitorganisatorInnen eines Treffens, bei dem sich die Gruppen zusammensetzen, die etwas zum Thema Entschuldung/Verschuldung machen wollen. Dieses Treffen (das zweite Koordinationstreffen) findet statt am Mittwoch 10. 3. um 20.00 Uhr in den Gemeinderäumen am Neustädter Kirchenplatz 7. Dort soll über gemeinsame Aktivitäten beraten werden, zum Beispiel Informationsstände, Veranstaltungen und anderes. Und wie sich dann die jeweilige Gruppe einbringt, ist ihre eigene Sache. (Der Dritte Welt Laden wird - so wie es aussieht - keine Unterschriften für die Kampagne sammeln!) AK Entschuldung im Dritte Welt Laden Terminhinweis: Donnerstag, 22. April Schuldenerlaß 2000: Die internationale Schuldenkrise als ethisches Problem Veranstaltung mit Prof. Johannes Müller; Institut für Gesellschaftspolitik, München Pacellihaus, Sieboldstr. 3 Wir fahrn, fahrn, fahrn, auf der autobahn... Anti-A 20 Pfingstcamp Um auf die Problematik des Baus der Ostseeautobahn A20 vor Ort und überregional aufmerksam zu machen, sowie den regionalen Widerstand, insbesondere in Schleswig-Holstein, neu zu entfachen, wird in der Nähe von Lübeck ein Anti-A220 Camp vom 21. bis 24. Mai '99 (mit evt. Verlängerung) stattfinden. Der konkrete Ort steht noch nicht fest, in Planung ist eine Wiese in der Nähe eines Bauabschnittes. Infos über: JUP Lübeck, Willy-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck, T. +Fax: 0451-7070646, e-mail: Jupluebeck@t-online.de A33 Hüttendorf bei Borgholzhausen Am 14.10.'98 wurde das Hüttendorf gegen die A33 geräumt, wobei es schwerwiegende Zweifel an der Legalität dieser Räumung gibt: zum einen ging keine vorangekündigte Räumungsaufforderung an die BewohnerInnen des Hüttendorfes, zum anderen wurden Platzverweise auf der Grundlage falscher Tatsachen verteilt. Außerdem wurde teilweise massive Gewalt angewandt, u.a. wurde ein Baum angesägt, auf dem sich noch 2 Menschen befanden. Über Weihnachten fanden jedoch wieder mehrere Besetzungen statt, auf welche mit diversen Räumungen geantwortet wurde. Bei der größten am 26.12. wurde von der Polizei ein Turm und eine Hütte zerstört und Eigentum der BewohnerInnen beschlagnahmt. Seit dem 24.1. gibt es nun wieder ein festes Hüttendorf auf der geplanten Trasse der A33. BesucherInnen und jede andere Form der Mithilfe sind unbedingt erwünscht! Kontakt: Hüttendorf gegen den Bau der A33, c/o An der Bundesstr. 19, 33829 Borgholzhausen, T.: 05425-270, Fax: 05425-930715, Mobil: 0172-5603161, e-mail: huettendorf.a33@web.de Anti-A17 Hüttendorf Die Baumaschinen im Auftrag des Autobahnamts Sachsen rücken voran. Vor Sommer soll offenbar mit dem Bau der ersten größeren Brücke im Südwesten von Dresden begonnen werden. Seit 1996 existiert im Ortsteil Zöllmern der Gemeinde Gompitz das Hüttendorf gegen die A17 - das letzte in Ostdeutschland. Seitdem gehen von dort viele Aktionen gegen den Autobahnbau aus. Bis zum 1. April sollen direkt neben dem Hüttendorf die für den Brückenbau ,störenden" Bäume gefällt werden. Deshalb beginnt demnächst ein ,Aktionsmarathon", um die Fällungen bis zum 1.4. zu verhindern, weil dann die Baumschutzsatzung greift (Brutvogelschutz). Geplant sind Aktionen im öffentlichen Raum, VoKü, Bands, Filme, Baustellenbesichtigungen und alles, was zur Sicherung der Bäume noch getan werden kann. Kontakt: Hüttendorf gegen die A 17, Am Erlengrund 9A, 01462 Zöllmern (Dresden), t: 0171-8429408 oder 0171-4943450. e-mail: tschmutzer@gmx.de oder m.karich@link-dd.cl.sub.de oder Grüne Liga & Netzwerk gegen A 17, Schützengasse 16, 01067 Dresden, t: 0351-4943354 FreiRäume-Treffen Unter dem Motto ,Alternative Lebensprojekte: Anfang vom Ende der Politik?" soll am 25.4. (ab ca. 14 Uhr) in Leipzig ein Treffen von Projekten stattfinden, die versuchen, innerhalb der herrschenden Gesellschaft ,FreiRäume" zu erkämpfen, in denen die äußeren (v.a. sozialen und ökonomischen) Zwänge nicht gelten und herrschaftsfreie Räume erstritten werden. info: projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Sassen, 06401-90328-5, EU- und Weltwirtschaftsgipfel in Köln - Eine Übersicht Am 3. und 4. Juni findet in Köln der EU-Gipfel unter deutschem Vorsitz, nur zwei Wochen später der Weltwirtschaftsgipfel der G7/8-Staaten (USA, Japan, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Kanada, Italien. Inzwischen gehört auch Rußland als achter zur Runde) statt. Gruppen in Köln und der ganzen BRD bereiten seit Monaten Gegenaktionen vor. Eine vorläufige Übersicht aus 'ö-punkte', Frühjahr 99 zusammengestellt: Euromärsche Den Auftakt bildet am 29.5. die Ankunft der Euromärsche in Köln. Tausende wollen, beginnend in verschiedenen europäischen Ländern, gegen Arbeitslosigkeit, geringfügige Beschäftigung, Rassismus und Ausgrenzung demonstrieren. Eine große Demo ist in Planung. Bundesbüro Euromarsch, c/o SoZ-Verlag, Dasselstr. 75-77, 50674 Köln, T: 0221-92311-96, Fax: 0221-92311-97, e-mail: euromarsch@hotmail.com oder: g.goetz@link-m.de, http://home.link-m.de/ggoetz/erum/aktion99.htm Karawane Geld oder Leben Mit diesem Motto mobilisieren seit Ende letzten Jahres verschiedene Gruppen für eine bunte Protestkarawane nach Köln (Ankunft 2.6.). Die Wiwa-Wendlandgruppe veranstaltete im vergangenen Jahr eine Karawane gleichen Namens nach Genf. Da endete die Tour für viele AktivistInnen in der Schweiz, die AusländerInnen wurden nach Hause abgeschoben und ihnen die Weiterreise untersagt. Diesmal soll die Karawane im Osten beginnen (in Dresden am 14.5., wenn es klappt in Prag sowie ein Zweig in Berlin). Station wird z.B. Hannover sein, um zum Thema Anti-Expo Aktionen durchzuführen. Eventuell wird eine Südkarawane unterwegs zu der Ost-West-Gruppe stoßen. Infos: Wiwa Wendland, T: 05842-247 Towards a different Europe Vom 29.5. bis 2.6. findet eine Reihe von Infoveranstaltungen zum EU-Gipfel statt. Infos bei Grüner Jugend oder Jusos. Widerstandscamp Zwischen den beiden Gipfeln können im Widerstandscamp Leute schlafen, leben und Aktionen vorbereiten. Ein Partner des Camps wird der SCI sein, der für zwei Wochen ein internationales Jugendcamp zum Thema der Gipfel organisiert. Demo und Protestveranstaltung Am 3.6. findet sowohl eine gemeinsame Veranstaltung des bundesweiten Bündnisses Köln 99 und des Linksradikalen Anti-EU-/WWG-Bündnisses als auch eine große Demonstration des linksradikalen Bündnisses zum Auftakt der vorverlegten EU-Gipfels statt. Kontakt: c/o Asta Antifa-Referat, Universitätsstr. 16, 50937 Köln, T: 0221-4702992, Fax: 0221-4705071 EU-Gegengipfel Ein Gegengipfel zum Treffen der EU-Chefs ist vom 3. bis 6.6. in Uni-Räumlichkeiten geplant. Infos: Bundesweites Linksradikales Anti-EU-/WWG-Bündnis, c/o AstA Antifaschismusreferat, Universitätsstr. 16, 50937 Köln, T: 0221-4702992, Fax: 0221-4705071, http://www.uni-koeln.de/studenten/asta/internat/eu-wwg.html Alternativer Weltwirtschaftsgipfel 18. und 19.6.: Alternativer Weltwirtschaftsgipfel. Zu zwei Themenbereichen können sich die TeilnehmerInnen der Gegen-Veranstaltung zum Treffen der 8 mächtigsten Staaten mit Alternativen und neuen Ansätzen befassen: - Weltwirtschaft (Koordination und Kontakt WEED, ...) - Migration (Koordination und Kontakt: medico international) Internationaler Aktionstag Am 18. Juni ruft ,reclaim the streets" zu einem internationalen Protest-Aktionstag auf. Spontane Aktionen, Blockaden und vieles mehr sollen in vielen Städten auf fünf Kontinenten stattfinden. Demo und Menschenkette Die Erlaßjahreskampagne lädt zur Menschenkette für Entschuldung ein und das Bündnis Köln 99 und andere Gruppen rufen zur Großdemo am 19.6. auf. Vor den Gipfelereignissen werden noch zwei Aktionszeitungen des Bündnisses Köln 99 erscheinen, in dessen Büro aktuelle Infos über den Stand der Vorbereitungen zu bekommen sind. Bündnis 99 Köln, Körnerstr. 69, 50939 Köln, T: 0221-9520008, Fax: 0221-9520077, e-mail: koeln99@eu-g7.de Antifa-Demo gg. Nazi-Laden Am Samstag, den 10. April wird im Rahmen der Kampagne ,Antifa Offensive '99" eine Demonstration gegen den Laden des Nazikaders Jürgen Boer in Heidenheim stattfinden. Boer ist Kader des faschistischen ,Freiheitlichen Volks Blocks" (FVB), die Nachfolgeorganisation der 1993 verbotenen ,Heimattreuen Vereinigung Deutschlands" (HVD). Die HVD verstand sich als eine relativ konspirativ arbeitende Kaderorganisation und militante Vorhut. Auf ihr Konto gingen Wehrsportübungen, paramilitärische Ausbildungen, Überfälle auf Flüchtlingsheime, Schändungen jüdischer Friedhöfe, Provokationen im KZ Dachau und Angriffe auf Nichtdeutsche. Nach ihrem Verbot ist ein großer Teil der HVD-Führungsriege in den FVB eingetreten. Der FVB agiert seit Mitte 1996 in Heidenheim (bei Ulm). Exakt um diese Zeit eröffnete Boer dort seinen Military-Shop. Diesen betreibt er seit dato mit dem ehemaligen Vize der HVD, Dirk Plankenhorn. Der Laden ist Anlaufpunkt für Jungfaschisten und dementsprechend sein Sortiment an Fahnen und Waffen. Von ihm gingen auch Überfälle auf Andersdenkende, Linke, Punks ... aus. So stürmten bspw. 7 Nazis ein Klassenzimmer einer Heidesheimer Schule und griffen einen antifaschistisch ativen Schüler an. Plakate und Aufrufe für die Demo gibt's bei: Antifaschistische Aktion Heidenheim, c/o Jugendhaus, Lange Straße 56, 89542 Herbrechtingen. Rostock: Unterstützung für verletzten Antifaschisten Im September '98 mobilisierte die NPD zu ihrer ,Wahlkampfabschlußveranstaltung" nach Rostock-Lichterhagen, dorthin wo 1991 Faschisten unter dem Beifall etlicher Bürger ein von Vietnamesen bewohntes Haus belagerten und angriffen. Statt fand die ,Wahlkampfveranstaltung" dann allerdings in einem anderen Außenbezirk von Rostock, das war den Stadtverantwortlichen wohl dann doch etwas zu peinlich. Eine Demonstration von Antifaschistischer Seite wurde verboten, trotzdem versammelten sich 2000 AntifaschistInnen zu einer Gegendemonstration, die von der Polizei rasch eingekesselt wurde. Unterdessen versuchten Nazis, eine Antifa-Anlaufstelle anzugreiffen und überfuhren dabei gezielt eine Person. Der schwerverletzte Holger wurde noch im Rettungswagen notoperiert, drei Wochen lag er im Koma, seitdem versucht er wieder sprechen, sich bewegen und sich erinnern zu lernen. Holger lebt im Wendland und ist dort im AKW-Widerstand aktiv und im bundesweiten Zusammenhang der Ya-Basta-Gruppen, er hat die Karawane gg. das M.A.I. und gg. die WTO nach Genf mitorganisiert. In absehbarer Zeit wird der Prozeß gg. den Fahrer - nicht gegen die anderen Faschos im Fahrzeug - beginnen. Die Polizei ermittelt nur wegen eines Verkehrsdeliktes. Da der Fahrer erst 20 jahre alt ist, liegt es im Ermessen des Gerichtes den Prozeß unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden zulassen. Der bundesweite Ya-Basta-Zusammenhang wird den Prozeß begleiten und darüber informieren. Dafür, sowie für Anwaltskosten und konkrete Unterstützung für Holger braucht es Geld deshalb: Spendenkonto: Abraxas, Stichwort: Holger, BLZ: 25851335 Kreissparkasse Lüchow-dannenberg, Kto.Nr.: 2219988 ,Neonazis haben politische Niederlage erlitten" Erklärung des antifaschistischen Aktionsbündnisses zur Demonstration gegen den Nazi-Aufmarsch in Kiel am 30/1/99 Für den heutigen Samstag hatten Neonazis bundesweit zu einer Demonstration gegen die Ausstellung ,Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" nach Kiel aufgerufen. Die große Zahl demokratisch und antifaschistisch gesinnter Menschen (ca. 3000), die dem Aufruf von 80 Organisationen und Gruppen aus Schleswig-Holstein zu einer Gegendemonstration gefolgt waren und sich an der Demonstration und an Blockaden beteiligt haben, hat dieses Vorhaben der Nazis unmöglich gemacht: Statt eines mehrstündigen Marsches durch Kiel mußten die Nazis ihre Demonstration frühzeitig abbrechen. Dies werten wir als wichtigen politischen Erfolg. Die Aktionen waren von dem gemeinsamen Verständnis getragen, den Neonazis den öffentlichen Raum streitig zu machen und ihnen jede Möglichkeit zu verbauen, ihre rassistischen, faschistischen und ausländerfeindlichen Parolen zu verbreiten. Damit sind sie auch zu einem Podium von demokratischer Gesinnung und internationaler Solidarität geworden. Broschüren: ,Die kurdische Frage - Europa ist gefordert" So lautet der Titel einer Broschüre, die seit Januar beim Kölner Kurdistan-Komitee zu beziehen ist. Die etwa 100 Seiten starke Broschüre enthält zahlreiche Aufsätze, Pressestimmen und Dokumente zur Entwicklung der kurdischen Frage seit der Verhaftung von Öcalan in Rom. Herausgeber ist das Kurdistan-Informationszentrum in Köln. Die Broschüre enthält u.a. einen Beitrag von Prof. Norman Paech über völkerrechtliche Aspekte, Erklärungen zu Apos Verhaftung in Rom von verschiedenen Institutionen, eine Pressedokumentation, Hintergrundinformationen über Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, über Repression und Beiträge zum Komplex Kurdistan und Europa sowie einen Text von Öcalan ,Widerstand heißt Widerstand leisten". Die Broschüre kostet DM 10,- und kann bestellt werden über: Kurdistan-Informationszentrum Köln, Pf 101937, 50459 Köln, T. 0221/1300422, F. 0221/1300424 Neue 17oC Die neue Ausgabe (Feb, März, April '99) der ,Zeitschrift für den Rest" steht diesmal unter der Überschrift ,Wechsel". Dabei geht es um verschiedenste Themen wie etwa intersexuelle Menschen, ein sehr informativer Artikel mit einer ausführlichen Literaturliste oder die Besprechung einer Neuausgabe des Texte ,Hermaprodismus" v. Michel Foucault. Der andere thematische ,Wechsel"schwerpunkt ist das Thema Rassismus. Die Artikel beschäftigen sich mit dem Wandel, den der Rassismusdiskurs in der letzten Zeit in der Gesellschaft und speziell in der Linken erfahren hat, darunter ein Interview mit Nora Rätzel vom Institut für Migrations- und Rassismusforschung/Hamburg. Weitere Artikel: Die Goldhagen-Debatte, ein Gespräch mit Daniel Richter über den bürgerlichen Kunstbetrieb und ein Abdruck der 33 Thesen Herbert Marcuses ,über die Deutschen". Bestellt werden kann die 17oC bei: Sozial Extra Verlag, Bärenstr. 6, 65183 Wiesbaden, T. 0611/9018710, F. 0611/379181 und kostet 7,50 DM plus 1,50 DM Porto. Zweites Anti-Expo-Treffen 12. bis 14.3. in Hannover Auf dem letzten Treffen (11.-13.12.'98) wurde die Perspektive formuliert, dezentral gegen die Weltausstellung Expo 2000 zu arbeiten und zusätzlich die Thematik in bereits existierende Zusammenhänge (Anti-AKW-Bewegung, Internationalistische Initiativen, Naturschutzgruppen) zu tragen. Auf dem nächsten Treffen sollen die wesentlichen Aussagen der Expo sowie die Inhalte, die bestehende Herrschaftsstrukturen zementieren diskutiert werden. Außerdem sollen Ansatzpunkte für dezentralen Widerstand entwickelt werden, der auch nach der Expo eine aktionsfähige Struktur gegen die durch die Weltausstellung propagierte Ideologie bilden kann. Anmeldung und Info: Tipp-Ex c/o AstA der Uni Hannover, Welfengarten 1, 30167 Hannover, T: 0511-7625061, Fax: 0511-717441 BEFRIEDUNG ODER BEFREIUNG? Internationale Solidarität und Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit! Internationale Konferenz vom 1.-5. April 1999 in Berlin "Wir sind Menschenrechtsorganisationen, Solidaritätskomitees und revolutionäre Gruppen aus Palästina, Kurdistan/Türkei, Italien, Baskenland und Deutschland. In unseren Ländern wird gefoltert. Es gibt ,Verschwundene" und den ,schmutzigen Krieg". Es gibt Isolationsfolter, Hochsicherheitsgefängnisse, politische Sonderjustiz und vielfältige Konzepte sogenannter ,präventiver Aufstandsbekämpfung". Zusammen gibt es in unseren Ländern fast 20.000 politische Gefangene - weltweit werden es an die Hunderttausend sein. Uns eint die Erfahrung: Alleine sind wir zu schwach, um wirkliche Veränderungen durchzusetzen und die politischen Gefangenen zu befreien. Internationale Zusammenarbeit, Unterstützung, Hilfe und Solidarität ist die Bedingung für die Freiheit und den Schutz politischer Gefangener. Bisher ist unsere Zusammenarbeit oftmals zufällig, sporadisch und nur selten koordiniert. Das schwächt uns und stärkt die Macht der Gegner. Internationaler Kampf braucht Diskussion. Damit wollen wir Berlin anfangen. Bringen wir unsere Analysen, Erfahrungen und Perspektiven zusammen." FREIHEIT FÜR ALLE POLITISCHEN GEFANGENEN WELTWEIT! Adameer (Palästina) - Coordinamente Mumia Abu Jamal (Italien) - Gestoras Pro Amnistìa (Baskenland), Libertad/Organisationskomitee (Deutschland) (Auszug aus dem Aufruf) Vorschläge für die Arbeitsgruppen: AG 1: Anwälte, Jurist/innen-Organisationen - Einschätzung von Gefängnisverordnungen und der Verletzung der Menschenrechte von Gefangenen. Perspektive der Gesetzgebung in den jeweiligen Ländern, besonders Notstands- und Sondergesetze, -gerichte. - Problematik des Exils, des Rechts auf Asyl - Frieden oder Gerechtigkeit. Einschätzung von Wahrheitskommissionen, Auswirkungen von Friedens- oder Übergangsprozessen auf die Rechte der Gefangenen. - Verhältnis zwischen Anwälten und Juristen und ihren Organisationen. - Gerichtliche und quasi gerichtliche internationale Mechanismen zur Denunzierung von Menschenrechtsverletzungen (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Ausschuß gegen Folter, usw.) AG 2: Angehörige - Selbstverständnis von Angehörigen der Gefangenen, Probleme bei Besuchen von Gefangenen, zusätzliche Strafen. - ,Verschwundene" und die Straflosigkeit für die Täter. - Erfahrungen der Angehörigen bezüglich Solidarität und Unterstützung für ihre Kämpfe auf internationaler Ebene. Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Chancen. AG 3: Frauen und Knast - Spezifische Merkmale ihres Kampfes, ihrer Situation und Repression. - Erfahrungen weiblicher politischer Gefangener in Friedensprozessen und nach jahrelanger Inhaftierung. - Möglichkeiten feministischer Organisationen zur Zusammenarbeit. AG 4: Ehemalige Gefangene und ihre Organisationen - Gesellschaftspolitische Bedeutung der Existenz von politischen Gefangenen vom Standpunkt früherer Betroffener. - Erfahrungen, Kampf um die Anerkennung des politischen Status, Kriegsgefangene, usw. Kämpfe für ihre Rechte, gegen Isolationshaft, allgemeine und konkrete Kampfmethoden. - Frieden ohne Freiheit. Erfahrungen von Gefangenen aus Organisationen, die sich aufgelöst haben. - Solidarität und Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen von Gefangenen. AG 5: Gefangene aus sozialen Kämpfen, allgemeine politische Repression AG 6: Solidaritätsorganisationen - Gesellschaftspolitische Bedeutung von politischen Gefangenen. Was bedeutet der ,politische Status"? - Benutzung von Gefangenen durch die Regierung als politische Geisel und als ein Mittel der Erpressung. - Andere Gruppen von Repressionsopfern ( Flüchtlinge, Deportierte, unter Arrest Gestellte,...) und die Einschätzung ihrer Situation. - Frieden ohne Freiheit, kann er ausgehandelt werden? - Erfahrungen von Gefangenen aus aufgelösten Organisationen. - Amnestie, Freiheit mit Würde? - Möglichkeiten und Hemmnisse bei der Arbeit von Solidaritätsorganisationen auf internationaler und Solidaritätsebene. - Internationaler Kampftag für die politischen Gefangenen. - Stärkende Beziehungen zwischen Soli-daritätsorganisationen und die Idee, ein internationales Gremium zur Koordination einzurichten. Internationale Organisierung? Info und Anmeldung: Libertad! c/o "Dritte Welt"-Haus, Westerbachstr. 47/H3, 60489 Frankfurt/M. http://www.libertad.de ## CrossPoint v3.1 ##