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"Sudetendeutsche Täter sind keine Opfer!"

Sudetendeutsche Täter sind keine Opfer!""Veranstaltungen gegen das Jahrestreffen der Sudetendeutschen in Nürnberg

Am 22. und 23. Mai 1999 wird die "Sudetendeutsche Landsmannschaft" (SL) ihr 50. Jahrestreffen mit einer Großveranstaltung im Nürnberger Messezentrum abhalten. Sie propagiert nach wie vor die Errichtung Großdeutschlands auf der ideologischen Basis einer "deutschen Volksgemeinschaft". Die Wiedergewinnung der "geraubten Ostgebiete" ist dabei von größter Bedeutung, fühlen sich die "Sudetendeutschen" doch als Opfer einer "verbrecherischen Vertreibung"
Bereits Ende 1918, unmittelbar nach der Schaffung der Tschechoslowakischen Republik (CSR), bildete sich eine völkische Bewegung anhand des "Rat für Freiheit und Unabhängigkeit des Egerlandes". Mit antisemitischen und nationalistischen Parolen wurde die "sofortige Einverleibung in das Deutsche Reich" gefordert. Bei der vermeintlich diskriminierten deutschen Minderheit fand die "Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei" (DNSAP) großen Zulauf und Anschluß an die Hitlerbewegung; schließlich wurde sie zur fünften Kolonne in der Tschechoslowakei. Nachdem die DNSAP 1933 als sezessionistische Bewegung verboten worden war, sammelten sich die sudetendeutschen Volkstumskämpfer unter Konrad Henlein in der "Sudetendeutschen Heimatfront" (SHF), später umbenannt in "Sudetendeutsche Partei" (SdP). Das völkisch-antiliberale Programm forderte den autonomen Zusammenschluß des gesamten Sudetendeutschtums sowie Bekenntnisfreiheit zum Nationalsozialismus. Im Mai 1935 erhielt die SdP bei den Parlamentswahlen 70 Prozent aller Stimmen der deutschen Minderheit - die Mehrheit der "Sudetendeutschen" schwenkte ins faschistische Lager. Nachweislich vom NS-Regime finanziert, inszenierte die Henlein-Organisation Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung, um einen militärischen Überfall Nazideutschlands legitimieren zu können (,Fall Grün"). Angeblich um einen Krieg zu verhindern, überließen die Westmächte Hitler das Sudetenland beim Münchner Abkommen 1938. Bei den Gemeindewahlen 1938 stimmten 92 Prozent der deutschen Minderheit für die faschistische SdP; beim Einmarsch der Wehrmacht am 1. Oktober 1938 in das Sudetengebiet wurde sie mit Hakenkreuzfahnen unter dem begeisterten Beifall der Bevölkerung empfangen. Es folgten die SS und Gestapo und der Aufbau eines Unterdrückungsapparates, durch welchen rund eine halbe Millionen Menschen, darunter ca. 80 000 Juden und Jüdinnen, ihr Leben verloren.
Aus diesen Erfahrungen heraus beschlossen die Alliierten frühzeitig die Aussiedlung der nationalsozialistischen deutschen Bevölkerungsteile. Nach der Befreiung vom NS-Faschismus manifestierte sich dies im Potsdamer Abkommen Artikel XIII. Ausdrücklich werden darin auch landsmannschaftliche Zusammenschlüsse verboten, da eine rechte Radikalisierung befürchtet wurde, die den demokratischen Neuaufbaus Deutschlands beeinträchtigen könnte.
1950 gründete sich dann dennoch die "Sudetendeutsche Landsmannschaft" (SL) in Detmold. Das Programm ist unverhohlen: "Unsere unabdingbare Forderung ist die Rückgabe der Heimat in den Sprach- und Siedlungsverhältnissen von 1937. (...) Von dieser Überzeugung geleitet, wollen wir innerhalb unserer Volksgruppe und bei allen Vertriebenen dafür wirken, daß sie den Kampf um die Wiedergewinnung ihrer Heimat einordnen in das große Ringen um die christlich-humanistische Wiedergeburt Europas."
Diese völkische und revanchistische Ideologie gilt bis heute. Aufgebaut wurde die SL u.a. von Dr. Herbert David, SS-Oberst; Paul Illing, SS-Obersturmbannführer; Rudolf Staffen, Sonderbevollmächtigter der Gestapo in Prag; Franz Karmasin, Stellvertreter Henleins und Volksgruppenführer in der Slowakei und Hauptverantwortlicher für die Ausrottung der dortigen Juden und Jüdinnen; Franz Höller, Gaupropagandaleiter der NSDAP im Sudetenland; Ernst Schlünder, Obergebietsführer der Hitlerjugend und Hauptamtschef in der Reichsjugendführung sowie Ministerialrat der Hitlerregierung. Heute führt die SL ihren Volkstumskampf für ein neues Großdeutschland unter den Losungen des "Selbstbestimmungsrechts" und des "Volksgruppenrechts".
,Biologisch" wird sich das Problem der "Ewiggestrigen" jedenfalls nicht lösen. Das "Bundesvertriebenengesetz" (BFVG) sorgt anhand õ 7 dafür, daß die sog. Erlebnisgenerationen ihren Vertriebenenstatus an ihre Nachkommen weitervererbt. Diese können entsprechend nach dem Ableben ihrer ErzeugerInnen deren revanchistische Rückgabeforderungen weiter stellen. Auch für die neue Bundesregierung sind die sog. Vertriebenen weiterhin ein unterstützenswerter Faktor: die "Vertriebenen" erhalten von Rot/Grün mehr finanzielle Mittel als unter der unionsgeführten Regierung. U.a. die Parlamentarische Staatssekretärin Cornelia Sonntag-Wolgast (SPD) ist "sehr" an einer "guten und sachlichen Zusammenarbeit" mit den "Vertriebenen" interessiert.
Das neueste Projekt der SL ist, in den USA eine Sammelklage anzustrengen, um von Tschechien Entschädigungen in Millionenhöhe wegen des "erlittenen Unrechts durch die Vertreibung" zu fordern. Nach wie vor betrachten sich "Sudetendeutsche" als "Opfer der Geschichte" und stellen sich damit mit einem kaum überbietbaren Zynismus auf eine Stufe mit Holocaust-Opfern und ZwangsarbeiterInnen.

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Die Benes-Dekrete

Die sog. Benes-Dekrete werden von den Vertriebenenverbänden immer wieder als schlimmes, völkerrechtswidriges Unrecht bezeichnet und mit deutschen NS-Verbrechen gleichgestellt.
Eduard Benes war von 1935 bis 1938 und von 1945 bis 1948 Staatspräsident der Tschechoslowakei, dazwischen leitete er die Exilregierung in London. Die nach ihm benannten "Dekrete", die eigentlich Gesetzte sind, da sie von der Prager Nationalversammlung bestätigt wurden, regeln die von den Alliierten auf der Potsdamer Konferenz beschlossene Umsiedlung der deutschen Bevölkerungsgruppe "in organiserter und humaner Weise" aufgrund ihrer tragenden Rolle bei der Zerschlagung der tschechischen Republik 1938 sowie die Enteignung ihrer zurückgelassenen Vermögenswerte. Ausdrücklich ausgenommen waren deutsche AntifaschistInnen und Deutsche, die sich gegen die Henlein-Bewegung und die Besetzung 1938 engagiert hatten. Schon allein deswegen ist jeder Vergleich mit dem auf völkischer Basis betriebenen nationalsozialistischen Vertreibungs- und Vernichtungsmaßnahmen absurd.

(Aufruf)

Veranstaltung
am Freitag, 21.5.99, 19.30 Uhr
im Archiv Metroproletan (Eberhardshofstr. 11 HH, Nürnberg)

mit Chaim Frank - Dokumentationsarchiv für jüdische Kultur und Geschichte , München - zum Thema: Geschichte des deutschen "Volkstumskampfes" und der Henlein-Bewegung in der CSR vom 19. Jh. bis zum Ende des Nationalsozialismus.
Samuel Salzborn - Wochenzeitung Jungle World - zum Thema: Entwicklung und Ideologie der Sudetendeutschen Landsmannschaften von 1945 bis heute.

Aktionskundgebung am Samstag, 22.5.99, ca. 10 Uhr, an der Frankenhalle, Nbg

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Verteidigungsanleihe

Ende April fand sich in Briefkästen in Erlangen und Nürnberg ein Schreiben mit dem Briefkopf von Stadt Erlangen und Finanzamt: "Hinweis auf demnächst fällige Verteidigungsanleihe". Ein "Haushaltssicherungsgesetz" sei im Bundestag beschlossen worden, aufgrund dieses Gesetztes werde die Einkommensteuerrückerstattung für die Jahre 1998 und 1999 einbehalten und in eine "Verteidigungsanleihe" umgewandelt: "weil die militärische Intervention zugunsten der Kosovo Befreiungsfront gegen Restjugoslawien länger dauert als zunächst erwartet".
Nach Beendigung des Krieges würden die einbehaltenen Gelder dann aus den "Reparationsleistungen der Bundesrepublik Jugoslawien" zurückerstattet werden.
Original oder Fälschung - fragen Sie die angegebene Telefonnummer des Erlanger Citymanagements. Wir dokumentieren die Begründung der "Bundesregierung":
"Die Kampfhandlungen der Bundeswehr in Jugoslawien im Rahmen der NATO-Strategie zur Befriedung des Balkans stellt auch die Bundesrepublik Deutschland vor erhebliche finanzielle Belastungen. Nicht alle NATO Partner können gleichermaßen die immensen Kosten der hochmodernen Kriegsführung tragen. Jeden Tag kosten die Kampfhandlungen über 500 Mio Dollar, der Abschuß eines einzigen Marschflugkörpers kostet 2 Mio Dollar.
Innerhalb der NATO wird die bedingungslose Fortführung der Kampfhandlungen als unentbehrlich erachtet, um die Region des Balkans nach den Interessen der Bündnispartner dauerhaft zu befrieden. Durch die veränderte Bedrohungslage (Auflösung des Warschauer Paktes) werden sowohl Bundeswehr als auch die NATO vor eine veränderte Aufgabenstellung gestellt. Die "Verteidigungspolitischen Richtlinien" der Bundeswehr vom 26.11.1992 sehen den Einsatz der Bundeswehr zur Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltordnung vor. Von den NATO Mitgliedsstaaten wird ebenfalls im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehens des Militärbündnisses eine Umformulierung der Statuten vorgenommen. Dieses war notwendig geworden, nachdem die UNO die Interessen der NATO-Mitgliedsstaaten nicht mehr hinreichend unterstützen konnte und wollte.

Nach dem Ende der Konfrontation mit dem "Warschauer Pakt", durch dessen Auflösung sind die Prinzipien der UNO z.B. die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates obsolet geworden. Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland fordern deshalb schon lange, das auf wirtschaftliche Freiheit und ethnisch homogenen Nationalstaaten basierende Gesellschaftssystem der Bundesrepublik zum Maßstab der Politik gegenüber dem Ausland zu machen. Dem haben sich mittlerweile die meisten in der NATO vertretenen Nationen angeschlossen. Die friedenserhaltenden Funktionen der UNO, insbesondere die Durchsetzung des freien Welthandels nach den Interessen der OECD Staaten, auch mit militärischen Mitteln, werden von der NATO übernommen. Es darf nicht sein, daß Regierungen sich den Interessen der Wertegemeinschaft widersetzen, die die NATO repräsentiert, und zu diesem Zweck die UNO mißbrauchen. Der Militärschlag gegen Jugoslawien ist die Feuertaufe der neuen NATO-Strategie und auch der Verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundesrepublik. Mit dem gewachsenen Gewicht auf der politischen Bühne konnte Deutschland die Fesseln abstreifen, die ihm seit dem 2. Weltkrieg angelegt wurden. Die Bundesregierung hat also beschlossen in Zusammenarbeit mit den anderen Bündnisstaaten der NATO:
a. Den Militärapparat von Jugoslawien zu zerschlagen, oder zumindest entscheidend zu schwächen. Jugoslawien darf nicht mehr in der Lage sein, auf dem Balkan irgendeinen Einfluß auszuüben, der sich den Interessen der NATO widersetzt. (...)
b. Jugoslawien als zentralen Balkanstaat soweit zu teilen, daß die entstehenden Teilstaaten die Interessen der NATO-Mitgliedsstaaten in der Balkanregion nicht mehr behindern werden. Dazu ist es notwendig, lokale Befreiungsbewegungen mit Waffenlieferungen und auch direkt militärisch zu unterstützen, um die Abspaltung vom Territorium Jugoslawiens zu erzwingen. (...)
c. Die Bevölkerung von Jugoslawien muß zum Widerstand gegen die Regierung Milosevic gebracht werden. Den Jugoslawischen Staatsbürgern muß klargemacht werden, daß ihre Verbundenheit mit dem Diktator Milosevic für sie zum Verhängnis werden kann. Ziele der NATO Angriffe sind zunächst Infrastruktureinrichtungen, so sind bereits einige Brücken, Heizkraftwerke, Heizöldepots, Schulen und Verkehrswege zerstört worden, bisher unter Vermeidung von nennenswerten Verlusten an Menschenleben unter Zivilisten. Sollte sich jedoch kein nennenswerter Widerstand gegen Milosevic regen, der zu seiner Entmachtung führt, wird die NATO auch umfassende Bombardierung von Wohngebieten insbesondere in den größeren Städten Jugoslawiens erwägen.
d. Das Kosovo wird bis zur Errichtung einer funktionsfähigen Regierung nach den Interessen der Wertegemeinschaft NATO, Protektorat unter Federführung der maßgeblich an den Verhandlungen in der Kontaktgruppe beteiligten deutschen Regierung. Diese wird die zukünftige Kosovarische Regierung in ihre Rechte und Pflichten innerhalb der Wertegemeinschaft einweisen, und nach einer gewissen Übergangsperiode in die Unabhängigkeit entlassen.
e. Das Gebiet der Republik Jugoslawien wird für die Dauer der Präsenz von NATO-Truppen im Einklang mit Annex B des Rambouillet-Vertrages õ 4 - 1 unter militärische Verwaltung der NATO gestellt. Dies schafft die politischen Voraussetzungen für einen Wahlerfolg der Opposition in von der NATO beobachteten freien Wahlen. (...)."

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projektwerkstatt nürnberg

"Die Projektwerkstatt ist ein selbstverwalteter und offener Raum, der von verschiedenen Leuten, Gruppen und Arbeitskreisen für ihre politische und kulturelle Arbeit genutzt wird. Im Oktober sind wir in unsere Räume in Gostenhof eingezogen. Im Moment gibt es bei uns folgende Arbeitskreise und Gruppen: Kontaktstelle für das Anti-Atom-Netzwerk Mittelfranken, Volxküche, Antipädagogik, Weltwirtschaft, RadiX Aktionsvideoverleih und Archiv, Siemensboykott/Anti-Atom, AK Anarchie, Verkehr Human.
Uns ist es wichtig, daß die Projektwerkstatt ein sexismus- und rassismusfreier Raum ist und Entscheidungen basisdemokratisch (Konsensprinzip) getroffen werden. Darüber hinaus bestimmt jede Gruppe ihre Projekte selbst. Entscheidungen, die alle BenutzerInnen der Projektwerkstatt angehen, werden im zweiwöchentlichen Plenum besprochen.
Wenn Ihr mehr rausfinden wollt, Arbeitskreise Euch interessieren oder Ihr eigene Projekte verwirklichen wollt dann kommt zu:


Volxküche (vegan, gegen Spende)
jeden 1. u. 3. Do. im Monat, 19 Uhr.
Plenum der Projektwerksatt
jeden 2. u. 4. Di. im Monat, 19 Uhr
Projektwerkstatt, Gostenhofer Hauptstr. 50 HH, 90443 Nürnberg, T. 0911/2875880, projektwerkstatt.ngb@gmx.de

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Anti-Atom-Netzwerk Mittelfranken


Das Anti-Atom-Netzwerk Mittelfranken ist ein Zusammenschluß von Anti-Atom-Gruppen und interessierten Einzelpersonen mit dem Ziel der stärkerenZusammenarbeit untereinander. Die Treffen mit VertreterInnen von Anti-Atom-Gruppen und Einzelpersonen finden z. Zt. alle 2 - 3 Monate statt. Termine für Treffen und Aktionen sind über die Kontaktstelle projektwerkstatt nürnberg zu erfahren. Es gibt eine Postadresse, Infotelefon und Rundbrief für die interne Kommunikation aller interessierten Gruppen und Einzelpersonen (Adresse s. o.).
Auch in diesem Sommer ist ein Anti-Atom-Camp in der Region geplant, wahrscheinlich im Juli. Infos über die projektwerkstatt.

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Bundes-Ökologie-Treffen vom 2.-6. Juli in Erlangen

Ca. 100 Leute aus Umweltgruppen von Hochschulen veranstalten das Bundes-Ökologie-Treffen. Neben Exkursionen und Arbeitskreisen wie Anti-Atom, Energie, Anti-Expo soll es auch eine Aktion zu Siemens am Samstag vormittag geben. Infos über projektwerkstatt oder Ökoreferat
(t. 09131/856695).

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"Alle Befehle verweigern" fordert DFG-VK von den Soldaten in Roth


Mit dem Aufruf und der Aufforderung an die Soldaten der Luftwaffeneinheit in Roth: "alle Befehle zu verweigern und ihren Dienst zu quittieren, da sie unmittelbar an der Durchführung des Angriffskrieges beteiligt sind", will die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen auf den "unhaltbaren Zustand eines völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Angriffskrieges" aufmerksam machen.
Krieg im Äußeren - Krieg im Inneren: Erste AntimilitaristInnen und Pazifisten werden wegen ihrer Äußerungen gegen den Krieg juristisch belangt. Wie z.B. Tobias Pflüger von der Tübinger Informationsstele Militarisierung (IMI), der nach einem Redebeitrag auf dem Ostermarsch in München eine Anzeige von der Polizei erhielt. Oder wie der radikale Pazifist Jörg Eichler, der wegen seiner Totalen Kriegsdienstverweigerung seit fünf Monaten in Amberg in der JVA sitzt und nun zu 9 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde.

Termine der DFG-VK:


Beratung für Kriegsdienstverweigerer, Totalverweigerer, Soldaten und Reservisten: jeden Freitag von 18.30 - 19.00 Uhr im Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein-Str. 6, 90429 Nürnberg, T. 0911/2876971.
Beratung in Erlangen: jeden2. Dienstag im Monat im E-Werk, GR 2 oder nach telefonischer Vereinbarung: 09131/26346.
Die DFG-VK gibt zu folgenden Themen Broschüren raus: "Wie vermeide ich die Wehrpflicht?", "Wie verweigere ich die Kriegssteuerzahlung?", "Soldaten und Reservisten verweigern den Kriegsdienst", "Wie komme ich zu (m)einer Zivildienststelle?", "Wer keine Nazis mag, darf die Bundeswehr nicht rechts liegen lassen" und "Askere gitme - geht nicht zum Militär!"

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Theatertraining für Erwachsene


Im Theaterpädagogischen Zentrum DAS EI in Nürnberg gibt es regelmäßig dienstags ein fortlaufende Theatertraining für Erwachsene. Hier wird nicht an einem Stück gearbeitet, sondern die Abende stehen

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im monatlichen Wechsel unter einem Thema, einer Technik oder Stilrichtung: z.B. Improvisation, Rhythmus, Körper- oder Schattentheater. Weitere Information unter:
T. 0911/265324,
kultur31@t-online.de


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Kampf den Eliten - Kampf dem CC!


Demo gegen den Coburger Convent am 24. Mai 1999



Seit mittlerweile über 125 Jahren trifft sich der CC zu Pfingsten in Coburg. Er ist eine Vereinigung von Turner- und Landsmannschaften und dient als Sammelbecken rechtskonservativer und deutsch-nationaler Kräfte.
Seine traditionsreichen Wurzeln reichen bis zur deutschen "Revolution" und sogar noch weiter bis zum Wartburgfest zurück, auf dem sich die Korporierten damals mit dem Verbrennen von Büchern jüdischer AutorInnen hervor taten. Im Kaiserreich waren Korporierte fest in die Macht verstrickt, dienten v.a. in den Kolonialarmeen. Besonders hervor taten sie sich auch als Freicorps in der Weimarer Republik. Noch 1998 rechtfertigt der CC-Pressesprecher die Erschießungen von 14 unbewaffneten Arbeitern mit dem Hinweis, daß es sich dabei um kommunistische Aufrührer und Notwehr gehandelt habe. Der CC war der erste "judenfreie" Verband im Reich und Coburg konnte sich rühmen, die erste Stadt mit einem NSDAP-Bürgermeister zu sein. Nach dem 3. Reich wurde der CC von den Alliierten verboten,, gründeten sich aber Ende der 50er Jahre wieder.
Das Korporationsstudententum mit seinem Klüngel-System der "Alten Herren" verschafft weißen, funktionierenden, "nichtbehinderten", deutschen, weißen Männern einflußreiche Posten in Wirtschaft, Politik, Militär und Justiz. Einige Korporierte: Helmut Kohl, Manfred Kanther, Wolfgang Schäuble ...
Verbindungen zur heutigen extremen Rechten heute gab es und gibt es auf den verschiedensten Ebenen: durch Personalüberschneidungen, durch Referenten und zum guten Teil auf der ideologischen Ebene.
So tummeln sich im CC z.B. Mitglieder des HSA, des Hilfskomitee Südliches Afrika, ein Verein der das Apartheitsregime unterstützte. Auf den Studentag in Halle dieses Jahr lud der CC z.B. Lothar Bossle als Referenten ein. Dieser ist Vorsitzender des rechtskonservativen Studienzentrums Weikersheim, hat Kontakte zur Mun-Sekte und war dem chilenischen Diktator Pinochet bei der Ausarbeitung dessen Verfassung behilflich.
Auch ansonsten ist Coburg ein Knotenpunkt für die rechte Szene. Hier sind Organisationen wie das HSA ansässig, der Scheinwerfer, eine rechtsextremistische Zeitschrift wird hier verlegt, sowie die Nation & Europa, eine Zeitung die von Peter Dehoust herausgegeben wird. Auch das Plattenlabel DIM Records von Ulrich Großmann kommt aus Coburg.
So versammeln sich während des Pfingsttreffens des CC jedes Jahr auch Stiefelfaschisten in Coburg.

Der Ablauf des Kongresses


Von Freitag bis Dienstag treffen sich zwischen 3000 und 6000 Korporierte in Coburg, zeigen Farben, legen Kränze nieder und saufen. Der interessanteste Tag ist der Pfingstmontag, an dem vormittags auf dem Schloßplatz und am CC-Ehrenmal Totenehrungen für die Soldaten der Weltkriege stattfinden. Ab 23.00 Uhr, als Höhepunkt des Treffens, wird dann ein Fackelzug und Zapfenstreich abgehalten mit Reden von ehrenwerten Honoratioren Coburgs, z.B. des Oberbürgermeisters (der von letztem Jahr war von der SPD, wenn mich nicht alles täuscht, d. S.) und dem Absingen des Deutschlandliedes.

Dem etwas entgegensetzen!

Am 24. Mai, dem Pfinstmontag, gibt es um 15 Uhr eine Demo ab Bahnhofsvorplatz, danach VoKü, Stadtführungen, Vorträge, Diskussionen etc., am Abend dann vielfältige, bunte und laute Proteste am Marktplatz, wo auch der Fackelzug endet.
Die Coburger Initiative gegen den CC stellt für das Wochenende Pennplätze zur Verfügung. Anmeldung bei:

A. Blochin/Initiative gg. den CC/ postlagernd/96450 Coburg


"Ich nehme jeden Fahrgast mit,



auch einen ausländischen, wenn er Sandalen anhat. Ich habe nämlich auch schon Deutsche im Bademantel gefahren."
Mittlerweile laufen im Raum Görlitz und Zittau gegen 1/3 aller dortigen TaxifahrerInnen Ermittlungsverfahren wg. Beihilfe zur illegalen Einreise bzw. Beihilfe zum illegalen Aufenthalt von Flüchtlingen. Teilweise wurden schon mehrjährige Haftstrafen verhängt, manche TaxifahrerInnen warten bereits auf ihren Haftantrittstermin. Doch nicht nur die sächsische Ostgrenze und nicht nur TaxifahrerInnen sind im Blickwinkel des Bundesgrenzschutzes (BGS) und der Behörden. Auch andere sollen berufsmäßig zur Denunziation gezwungen werden. so hat der BGS ein Infoblatt in Umlauf gebracht, das sich speziell an Autovermietungen wendet. Und es gibt mittlerweile Ermittlungsverfahren auch gegen TaxifahrerInnen, die "ausländisch aussehende" Menschen in der Nähe des Flughafen Schönefeld in Berlin befördert haben und in Bayern. So geraten Taxifahrer aus Zwiesel ca. 2-3 Mal pro Woche in Kontrollen des BGS. Das Polizeipräsidium in Regensburg spricht von ca. 3 Fahrten im Monat, die zu Ermittlungen führen. Ansonsten ist der Polizeisprecher überzeugt, daß jede/r gutgewillte Taxifahrer/in einen Illegalen am Erscheinungsbild erkennen könne. Dies führt dazu, daß einige TaxifahrerInnen aus Zwiesel, wenn sie von ausländischen Gästen telefonisch angeforderten werden, gleich den BGS verständigen und die Gäste erst nach der Kontrolle befördert werden.
Aber auch Münchner Taxifahrer berichten von immer häufigeren Kontrollen auf den Fernverkehrstraßen zwischen Österreich und München. Ein Österreichischer Taxifahrer wurde auf einer Fahrt von Insbruck nach München gestoppt. Ergebnis: 14 Tage U-Haft, Verurteilung zu 14 Tagen Haft und 2.000 DM Geldstrafe in Deutschland und eine weitere Anklage in Österreich.

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"IG-Farben auflösen!"


Proteste gegen die Aktionärsversammlung der IG-Farben in Frankfurt/M



Auch dieses Mal wurde die Aktionärsversammlung der "IG Farben in Liquidation" von massiven Protesten begleitet. Unter den ca. 200 GegendemonstrantInnen befand sich auch ein Dutzend Überlebende der Zwangsarbeit und der Konzentrationslager aus Deutschland, Polen, England, Frankreich und Israel. Für sie ist der IG Farben-Konzern untrennbar mit Zwangsarbeit und Massenmord im KZ Ausschwitz verbunden. Ihre Forderungen: IG-Farben ist sofort aufzulösen, das Vermögen einzuziehen und den Opfern der Zwangsarbeit zu übergeben. "Alles andere ist doch nur Verzögerung, um die Sache biologisch vom Tisch zu kriegen", betont ein ehemaliger Ausschwitz-Häftling. Rudi Kennedy von der "Vereinigung der Jüdischen Zwangsarbeiter" aus England verlas einen offenen Brief an den Bundeskanzler, in dem er Schröder vorwirft, im Interesse der Industrie eine Entschädigung zu verhindern. Nur, so der ehemalige Zwangsarbeiter, "weil die Konzerne und Banken eine Individualklage fürchten, kommt jetzt etwas in Gang. Schröder stellt sich vor die Konzerne und nicht vor deren Opfer".
Nachdem im letzten Jahr keine Aktionärsversammlung stattfinden konnte, da aufgrund massiver öffentlicher Proteste der Konzern keine Räumlichkeiten fand, setzte diesmal ein massives Polizeiaufgebot die Versammlung im Frankfurter Vorort Bergen-Enkheim durch.
Die DemonstrantInnen versuchten vor der Halle und an den Seiteneingängen die Aktionäre am Betreten des Versammlungsraumes zu hindern. Nur vereinzelt zogen Aktionäre unverrichteter Dinge wieder ab, den meisten räumte die Polizei den Weg frei. Die Hauptversammlung konnte dann mit einer halben Stunde Verspätung beginnen.
In der Versammlungshalle lief nicht alles nach Plan der Veranstalter: DemonstrantInnen stürmten mit Transparenten: "Zwangsarbeiter entschädigen - jetzt" und "IG Farben auflösen - Opfer entschädigen" den Vorstandstisch. Die schwarz uniformierten Saalordner zerrten sie unter dem Beifall der Aktionäre aus dem Saal. Auch andere "Störer" wurden umgehend und unsanft aus dem Raum befördert. Nun mußte erst einmal ausgiebig gelüftet werden, es stank entsetzlich nach Buttersäure.
Die zumeist älteren Aktionäre ließen ihrem Unmut freien Lauf: So wurde eine kritische Kleinaktionärin als "Juden-Hure" beschimpft.
IG Farben-Liquidator Volker Pollehn hält nichts von sofortiger Liquidierung des Konzerns, denn dann ginge das ganze Vermögen der IG Farben verloren. Erst will man das kurz vor Kriegsende in die Schweiz in Sicherheit gebrachte Vermögen von der Bank UBS wieder haben. Die Bank weigert sich jedoch, das Geld zurückzuzahlen. Außerdem wolle man das "Ostvermögen" zurück, das von den Sowjets damals enteignet wurde. Immer wieder ermahnt er die GegnerInnen des Konzerns, von der Forderung nach einer sofortigen Auflösung abzusehen. Denn sonst könnte ja keine Entschädigungen gezahlt werden. Gelänge es aber, vor allem das Schweizer Vermögen einzutreiben, würden zwei Drittel davon in eine noch zu gründende Stiftung für die Überlebenden von KZ und Zwangsarbeit eingehen. Noch im August soll es eine weitere Aktionärsversammlung geben, darauf werde dann der Termin für die Gründung einer solchen Stiftung angekündigt. Kommentar: "Das erzählen die doch schon seit 50 Jahren. Wir trauen denen nicht."

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Leserbrief: zum Artikel "der kleine widerstand"

"Mißverstanden - Widerstand gegen falsche Positionen ist unabdingbar" zum Artikel "der kleine widerstand - über eine univeranstaltung anläßlich der ersten hundert tage von rotgrün" (Was Lefft, März/April 99)


"Widerstand sei also nicht grundsätzlich geboten", "die neue Regierung könne bestimmt etwas verbessern", so werde ich im Was Lefft-Artikel über die "Hundert Tage Rotgrün-Veranstaltung" zitiert. Der Artikel gelangt schnell vom "ödem Kurzreferat eines Grünen" zu "allerhand Blödsinn"; schön zu wissen, daß ich in der Gunst des bewertungsfreudigen Autors in guter Gesellschaft bin, wenn er mit männlich-sicherem Urteilsvermögen befindet: "Auch den Auftritt Ilse Bechtholds hätte man[n] sich letztendlich sparen können".
Nun geht es hier nicht um meine Person, ich habe vermutlich schon oft genug etwas Dummes gesagt. Aber daß Erlangens Grüne unkritisch begeistert von den Erfolgen der neuen Koalition sind, davon kann keine Rede sein, und davon hat auch keinE GrüneR auf dieser Veranstaltung geredet. Uns ist klar, daß wir schon in den Koalitionsverhandlungen nur einen Bruchteil unserer Ideen und Konzepte gegen eine strukturkonservative SPD durchsetzen konnten. Kernthemen wie z.B. weniger Straßenbauprojekte, Tempolimit oder die Wiederherstellung des Asylrechts sind auf der Strecke geblieben. Darüber sind wir enttäuscht, ebenso wie über das zu langsame Tempo beim Atomausstieg. Und daß Fischer inzwischen eher die Außenpolitik einer Großmacht als grüne Außenpolitik macht, ist mir einfach peinlich.
Der Kreisverband Erlangen hat hier andere Akzente gesetzt: Unter dem Motto "Bomben retten kein einziges Leben" haben wir mit zum Ostermarsch aufgerufen, und wir haben den Hamburger Appell unterzeichnet, in dem wir die Zustimmung großer Teile unserer Bundestagsfraktion zu den Nato-Bombardierungen mißbilligten und ein sofortiges Ende der Angriffe forderten.
Selbstverständlich treten wir als Grüne - nicht nur in Erlangen - weiter für eine zivile Außenpolitik, für einen schnellen Atomausstieg und für die Wiederherstellung des Sozial- und Rechtsstaates ein. Und selbstverständlich können wir diese Positionen nur durchsetzen, wenn wir Rückenwind erhalten. Und selbstverständlich ist Widerstand gegen Atomkraft, gegen Sozial- und Rechtsstaatsabbau dringend geboten. Was wir brauchen, ist Widerstand gegen Positionen, die gefährlich sind.
Das habe ich auf der 100-Tage-Veranstaltung betont. Aber ich habe auch betont, daß das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden darf: Widerstand gegen Rotgrün an sich halte ich für falsch, wenn ich mir anschaue, wieviel Gegenwind uns von Rechts bei den Diskussionen um Steuerreform, Ökosteuer, doppelte Staatsangehörigkeit und Atomausstieg schon längst ins Gesicht bläst.
Die Koalition steht nicht auf einem solidem Fundament. Einerseits müssen Grüne bereit sein, sie zu kündigen, wenn zuviele Schmerzgrenzen überschritten werden. Anderseits muß sich eine Grundsatzopposition fragen lassen, die sich schon kurz nach dem Regierungswechsel gegen das rotgrüne Experiment wendet, welche Alternativen sie zu bieten hat. Wenn Rotgrün keine Chance bekommt, dann folgt schnell eine große Koalition. Und ich bezweifle, daß der Widerstand, der schon gegen die alte Koalition des Sozialabbaus kaum Erfolg hatte, gegen eine große Koalition erfolgreicher sein würde. Noch sehe ich größere Chancen in der rotgrünen Koalition, solange sie von kritischem linken Engagement begleitet wird.
Denn es gibt auch über den Stopp des Rechtsrutsches hinaus einige Erfolge, die sich sehen lassen können, und es wäre falsch, sie nicht zu nennen: Der Einstieg in die Ökosteuer, der Einstieg in den Atomausstieg, die Erleichterung der Einbürgerung, und einige längst überfällige soziale Korrekturen wie die Erhöhung des Kindergeldes und die Entlastung von Familien und GeringverdienerInnen.
Grüne vor Ort sind jetzt in einem Zwiespalt. Einerseits werden wir nun für eine rot-grüne Politik verantwortlich gemacht, die nur zum geringsten Teil eine grüne Handschrift trägt. Dazu kommen noch genug Erblasten aus der Kohl-Ära, die nur mühsam und zu wenig korrigiert werden könne. Andererseits treten wir unverändert für unsere Überzeugungen und Konzepte ein. Diesen Spagat werden wir leichter schaffen, wenn wir Rückhalt für unsere Positionen in der kritischen Öffentlichkeit finden.

Friedrich Michael Dimpel,
Mitglied im Kreisvorstand der Erlanger Grünen


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RadiX Videoarchiv


RadiX Videoarchiv für direkte Aktion sammelt und verleht Videos über Aktionen um Leute zu informieren und ermutigen doch selbst mal aktiv zu werden/bleiben. Wenn ihr irgendwelche Vorschläge habt, oder wenn eure Gruppe einen Film über eine Kampagne gemacht hat, dann lasst von euch hören.
Der Katalog wird ständig durch neue Filme erweitert. Wenn ihr immer den aktuellen Katalog per Email haben wollt, dann schickt uns eine Email mit "Subscribe Katalog deutsch" (oder "subscribe catalogue English" für die englische Version) in der Betreff-Zeile.

RadiX, c/o Projektwerkstatt, Gostenhofer Hauptstr. 50, Nürnberg, t. 0911/2875880,
http://www.enviroweb.org/radix/radi.htm


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SchwuLesbischer Stammtisch für AusländerInnen



Ab sofort gibt es in Nürnberg einen Stammtisch für schwuLesbische AusländerInnen. Er findet jeweils am letzten Dienstag im Monat ab 20 Uhr im schwuLesbischen Zentrum Fliederlich in Nürnberg, Gugelstr. 92 statt. Mögliche Gesprächs- und Schwerpunktthemen sollen sein: Kontaktaufnahme mit Deutschen, Sprachbarrieren, binationale PartnerInnenschaften, unterschiedliches Aufenthaltsrecht.
Infos: Fliederlich e.V./T. 0911-4234570/F. 0911-42345720


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Einstieg in den Ausstieg? - Jetzt

Anti-Atom-Kundgebung in Viereth



Der Verein "Vierether-Kuckucks-Ei" ruft am 2. Mai erneut zu einer Anti-Atom-Kundgebung nach Viereth (in der Nähe von Bamberg) auf. Zwar hatte die Bay. Staatsregierung einen vorläufigen Verzicht auf den Bau eines EPR-Reaktors in Viereth und an vier anderen Standorten erklärt, jedoch wird befürchtet, daß dieser Verzicht stillschweigend und ohne weiteres auch wieder aufgehoben werden kann, zumal die Zeichen aus Bonn auch nicht günstig stehen. Deshalb soll der Widerstand solange fortgesetzt werden, bis der Standort Viereth vollständig gestrichen wird. Die Kundgebung beginnt um 13.30 auf dem Sportplatz.
Zum 13. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im April hat der Verein eine neue Ausgabe seiner Anti-Atomzeitung herausgebracht, die neben Berichten zu neueren Entwicklungen in Bayern auch Hintergründiges über alternative Stromwirtschaft, sowie Kurzmeldungen aus dem gesamten Anti-AKW-Spektrum enthält.


Infos: Vierether Kuckucks-Ei, Burgheimer Lage 2a,
96049 Bamberg.


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Deutscher nicht an erster Stelle


Kein Mahnmal in Schwandorf



Mit 16:13 Stimmen lehnten CSU und FW im Stadtrat es ab, ein bereits gespendetes Mahnmal für die 4 Opfer des rassistischen Brandanschlags in Schwandorf vom 17.12.1988 aufstellen zu lassen. 10 Jahre nachdem ein stadtbekannter damals 19-jähriger organisierter Rechtsextremist in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Schwandorfer Innenstadt Feuer legte, weil er "Ausländer ärgern wollte", hatte ein breites "Bündnis gegen Rechts" ein Mahnmal fertigen lassen. Der Stein, mit der Inschrift "Den Opfern des rassistischen Brandanschlags vom 17.12.1988 - Fatma Can, Osman Can, Mehmet Can, Jürgen Hübener", sollte bei einer Demonstration im Dezember 1998 (s. WL 172) aufgestellt werden. Die Stadt verschleppte jedoch die Behandlung des Antrags bis nach dem Jahrestag. Selbst ein Mahnmal aus Pappe mußte nach 10 Tagen auf Geheiß der Stadt wieder entfernt werden.
Höhepunkt der Diskussion, die dem Stadtratsentschluß vorausging, war die Äußerung eines FW-Mitglieds, der sich vorher noch für ein Mahnmal ausgesprochen hatte, er würde sich jetzt dagegen wenden, da das deutsche Opfer, Jürgen Hübener, nicht an erster Stelle genannt werde. Der Sprecher des Bündnisses kommentierte die Entscheidung mit folgenden Worten: "Schwerer noch als der Brandanschlag selbst wiegt die Politik des Vergessens und Verdrängens, die in ihrer öffentlichen Demonstration weiteren rechtsextremen Gewaltverbrechern vorschub leistet."


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Demo gg. den Frauenabschiebeknast in Neuss


Am 12 Juni wird in Neuss eine bundesweite Demo gegen den Frauenabschiebeknast stattfinden - Treffpunkt um 12 Uhr am Bahnhof. Das aufrufende Vorbereitungsplenum fordert ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen sowie die Anerkennung sexistischer Verfolgung und sexualisierter Gewalt als Asylgrund.
In Neuss (NRW) befindet sich der bundesweit einzige Frauenabschiebeknast; eingeführt wurde er 1993 unter einer SPD-Landesregierung. Zwischen 70 und 90 Frauen sitzen hier in Zweier- und Sechserzellen, oft unterschiedlicher Herkunft, so daß eine Verständigung schwierig ist. Die medizinische Versorgung soll ein einziger männlicher Sanitäter leisten, die Frauen haben kein Zugang zu einem Telefon, Besuche sind stark eingeschränkt. Zur Zeit sind überwiegend Frauen aus Osteuropa, v.a. aus der ehemaligen SU inhaftiert.
Es gibt viele geschlechtsspezifische Fluchtgründe: Zwangsheirat, Genitalverstümmelung, Lesbenverfolgung, geschlechtsspezifische Armut, Berufsverbote, Kleiderzwang ...
Doch auch in der BRD ist das Leben vieler Migrantinnen durch ein spezifisches Zusammenwirken von Rassismus, Sexismus und Ausbeutung gekennzeichnet: Es besteht für sie die Gefahr von Fluchthelfern sexuell ausgebeutet zu werden, die bundesdeutsche Asylpraxis ignoriert und entpolitisiert Frauenfluchtgründe, was zur garantierten Ablehnung führt, als Ehefrauen hängt das eigene Aufenthaltsrecht für Jahre vom Ehemann ab.
Die spezifische Situation von Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen wurde bisher von gemischten antirassistischen Gruppen kaum wahrgenommen, oder nur als politische Pflichtübung absolviert. Damit wurde bisher eine notwendige Diskussion über das Zusammenwirken von staatlicher Gewalt, Rassismus und Sexismus vermieden. Das Bündnis fordert vor diesem Hintergrund Männer dazu auf, sich in diese Auseinandersetzung zu begeben.
Auf der Demo wird es einen Frauen/Lesben-Block geben.
Eine Broschüre über den Abschiebeknast kann zum Preis von 6,50 DM (inkl. Porto) beim Infoladen Anschlag, Stichwort Neuss, Heeperstr. 132, 33607 Bielefeld bestellt werden.



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APPD löst sich auf!

"- Neue Wege im Kampf für Verhinderung der Chaos-Tage 2000!


Die Führungsclique der APPD hat folgende Beschlüsse gefaßt:
1. Die APPD ist politisch gescheitert.
2. Die Beteiligung an der Europawahl wird zurückgezogen
3. Es wird Antrag auf Auflösung der APPD gestellt.
4. Zu diesem Zweck findet am 29.5.99eine Mitgliederversammlung in Bremen statt.
Grund für die Selbstauflösung ist die Erkenntnis, daß die APPD nach der vernichtenden Niederlage bei der vergangenen Bundestagswahl nicht mehr in der Lage ist, die CHAOS-TAGE 2000 in Hannover zu verhindern. Zu Tausenden wird der wahnsinnige und besoffene Mob im Sommer nächsten Jahres für vier Wochen nach Hannover strömen, um alles daran zu setzen, die EXPO 2000 zu einem Milliardengrab werden zu lassen. Punker, Hooligans, Autonome, Polizeibeamte, kriminelle Ausländerbanden und sogar Neonazis werden Hannover in einen wahren Gewalt-Erlebnis-Park verwandeln, so daß in -und ausländische Besucher um ihre Sicherheit fürchten müssen.
Die besten Kräfte der APPD werden daher den bei den 96er Chaos-Tagen für seinen Internet-Journalismus berühmt gewordenen CANNIBAL HOME CHANNEL wiederbeleben und die Öffentlichkeit über die von Gewalttätern aller Art geplante totale Verwüstung Hannovers bei den Chaos-Tagen 2000 informieren.
Weitere Informationen zu diesem Thema unter hyperlink http://www.appd.de und http://www.jaqqua.com


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"Vertreiben und Aushungern -so ist euer sauberes Gesetz"


Prozeß wg. Protest gg. Asylbewerber-Leistungsgesetzes


Anläßlich der ersten Lesung zur Novelle des AsylbLG im März 1998 hatten Mitglieder der Roma-UnterstützerInnen-Gruppe Bochum den Deutschen Bundestag besucht. In dieser Gesetzesänderung wurde, mit breiter Unterstützung der Sozis, die Regelung des Sozialhilfebezugs für Flüchtlinge verschärft. So gibt es einen Kriterienkatalog, den fast alle Flüchtlinge erfüllen, nachdem die Sozialhilfe komplett gestrichen wird. Als Bundesgesundheitsminister Seehofer den Gesetzesentwurf vorstellen wollte, entrollten die DemonstrantInnen ein Transparent mit der Aufschrift "Vertreiben und Aushungern - so ist euer sauberes Gesetz". Der Security-Service unterband sogleich diese Meinungsäußerung. Die Folge sind fünf Strafverfahren des Bonner Amtsgerichts, das damit bislang ein nachträgliches Eintrittsgeld in den Bundestag von 3.900 DM androht. Außerdem steht eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung im Raum, da ein übereifriger Polizist sich bei einem Hechtsprung auf einen der Protestierenden den Arm auskugelte.
Die Roma-UnterstützerInnen Gruppe bittet um Spenden für die Strafprozesse: Konto: Antifa/Kto.Nr. 1406370/ Spk. Bochum/BLZ 435050001/Stichwort: R.-U.-G.

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Bücherleihen ist gefährlich


AIZ-Ermittler fahnden in Bibliothek



Nach einem Anschlag der Antiimperialistischen Zellen (AIZ) auf das Haus des früheren Staatssekretärs im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Januar 1995 durchleuchtete das LKA in Hannover die Ausleihvorgänge einer Bremer Bibliothek. Dabei ging es um das Buch: "Wind, Sand und (Mercedes)-Sterne - Westsahara: der vergessene Kampf für die Freiheit" von K. Rössel.
Ende Januar '99 beschrieben nun zwei LKA-Beamte diese Fandungsmaßnahme vor dem OLG Düsseldorf. Als Ausgangspunkt für das Vorgehen nannten sie angebliche Übereinstimmung zwischen dem Buch und dem Selbstbezichtigungsschreiben der AIZ. Das LKA überprüfte die Verfügbarkeit des Buches in norddeutschen Bibliotheken und durchsuchte dann die Bremer Bibliothek. Es wurden Mikrofilme mit den Daten von ca. 1 Mio Ausleihvorgängen beschlagnahmt. Ergebnis dieser Rasterfahndung: zwei Menschen wurden ausfindig gemacht, die das Buch 1994 entliehen hatten. Zumindest eine der Personen erhielt eine polizeiliche Vorladung und ihre Wohnung wurde durchsucht - angeblich mit ihrem Einverständnis. Die Spur sei aber letztlich aufgegeben worden, da beide LeserInnen nicht in das LKA-Raster der "Zugehörigkeit zur linken Szene" paßten.
Bleiben zwei Fragen: Warum ist die Bremer Bibliothek besser sortiert als die Erlanger und warum wird dieses Datenmaterial gespeichert?


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Beugehaft im AIZ-Prozeß


6 Monate Knast für Zeugen




Der Berliner Frank Ament, der als Zeuge im Strafverfahren gegen Michael Steinau und Bernhard Falk, angebliche Mitglieder der Antiimperialistischen Zellen (AIZ), aussagen sollte, hat die Aussage verweigert. Das OLG Düsseldorfer verhängte daraufhin 6 Monate Beugehaft plus eine Woche Ordnungshaft wegen "ungebührlichen Verhaltens" und ließ ihn gleich im Gerichtssaal festnehmen. Er sollte zu seinem Wissen über die AIZ und über die beiden Angeklagten aussagen. Seine Aussageverweigerung hat nichts mit dem konkreten Strafverfahren zu tun, sondern hat grundsätzliche politische Erwägungen. Der Prozeßsaal ist nicht der Ort, wo Linke über richtige Politik diskutieren können und sollen! In vielen politischen Prozeßen geht es nicht "nur" um konkrete Strafttatbestände, sondern um das Ausforschen und die Repression gegen Strukturen.
Die Verhängung der höchstmöglichen Dauer für Beugehaft von 6 Monaten ist ungewöhnlich. Zumal niemand behauptet, daß Frank Aments Aussage prozeßentscheidend sei. Ein Teil der Monate sind wohl "Polit-Zuschlag", obwohl es nicht zulässig ist, die Gesinnung oder Motive der Aussageverweigerung in die Bemessung der Dauer mit einfließenzulassen.
Die ROTE HILFE fordert zu Spenden auf: Kto. "ROTE HILFE (Beugehaft)", Kto.Nr. 775280107, Postbank Berlin, BLZ: 100 100 10
Desweiteren sollen Protestbriefe geschickt werden an: OLG Düsseldorf, 6. Strafsenat, Cecilienallee 3,
40474 Düsseldorf, F. 0211-4971548


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"Start Köln e.V."


Spendenaufruf für RAF-Gefangene



Anfang des Jahres hat sich der "Start Köln e.V." gegründet, ein gemeinnütziger Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die jetzt noch einsitzenden Gefangenen der RAF, nach ihrer Entlassung zu unterstützen. Hintergrund dieser Unterstützung ist der Gedanke, Schwierigkeiten, wie Unterkunft, Möbel, Rehamaßnahmen etc. nicht ins Private abzuschieben. Dementsprechend soll das Geld ausschließlich für diese Zeit gesammelt werden, für politische Zwecke oder die Zeit im Knast ist es nicht vorgesehen. SpenderInnen sollen jährlich über die konkrete Verwendung der Gelder informiert werden.
"Unsere Initiative ist begrenzt und praktisch orientiert. Sie wird nicht der Ort sein können, an dem die politisch historischen Fragen der militanten Linken diskutiert oder geklärt werden können. Es kann auch nicht darum gehen, alle (gar zukünftigen) politischen Gefangenen zu unterstützen. Das wird diese Initiative nicht leisten können ... Wir haben uns entschlossen, für folgende Gefangenen um Spenden zu bitten: Eva Haule, Sieglinde Hofmann, Birgit Hogefeld, Brigitte Mohnhaupt, Adelheid Schulz, Rolf Heissler, Christian Klar, Rolf Clemens Wagner, Stefan Wisniewski."
Spendenkonto: "Start Köln e.V.", Kto.nr. 76 76 554, Commerzbank Köln, BLZ: 370 400 44
"Wir sind am Anfang und es muß schnell gehen. Sagt nicht, es wäre zu spät. Auch wenn wir alle wissen, daß es auf keinen Fall zu früh ist."
Jule Buerjes/Kathrin Gerlof/Luitgard Hornstein/Michael Kiefer/Christian Kluth/Rico Prauss/Andrea Sievering


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Mexico: Siemens verlangt Schwangerschafts-Tests




Ausländische Konzerne in den Exportfertigungszonen Mexikos zwingen Arbeiterinnen zu Schwangerschaftstests. Dies berichtet die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" in einem Anfang Januar veröffentlichten Bericht. Diese Praxis scheint gang und gäbe zu sein. Es handelt sich um die in Mexico tätigen US-Unternehmen Lear, Johnson Controls, National Processing Company, Tyco International sowie um den koreanischen Samsung-Konzern, Matsushita aus Japan und die deutsche Siemens AG.
Die Frauen werden nach Untersuchungen von "Human Rights Watch" bei der Einstellung vor die Wahl gestellt, entweder einen Schwangerschaftstest zu machen, der negativ ausfallen muß, oder gleich auf den Arbeitsplatz zu verzichten. Zumindest Siemens und Lear zwingen außerdem bereits angestellte Arbeiterinnen zu regelmäßigen Schwangerschaftstest. Außerdem werden, wie aus dem 82 Seiten starken Bericht "A Job or your Rights: Continued Sex Discrimnation in Mexico's Maquiladora Sector" hervorgeht, Arbeiterinnen in einigen dieser Betriebe dazu gezwungen, in firmeneigenen Sanitätsstationen ihre blutigen Monatsbinden zum Beweis einer nicht bestehenden Schwangerschaft vorzulegen. Wen wundert's: auch bei dieser Praxis ist Siemens mit von der Partie.

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Hungerstreik in türkischen Gefängnissen




Seit dem 16. Februar, dem Tag nach der Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Öcalan befinden sich in Gefängnissen in der Türkei und in Kurdistan Tausende von politischen Gefangenen im Hungerstreik. Ihre Forderungen: Eine menschengerechte Behandlung von Öcalan, internationale Ärzte und internationale Beobachter während des Prozeßes. Neben Inhaftierten aus der PKK beteiligen sich auch Gefangene anderer oppositioneller Organisationen. Die Informationen über den Zustand der Gefangenen sind nur lückenhaft, viele Gefangene wurden nach Beginn ihres Hungerstreiks in andere Gefängnisse oder in Einzelzellen gelegt. Bereits Ende März war der Gesundheitszustand einiger Gefangener sehr kritisch.


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Nazi-Forscher




In unserer Ausgabe Nov./Dez. berichteten wir über das Schlafmittel Contergan und die Wiedereinführung seines Wirkstoffes zur Leprabekämpfung. Die Chemiefirma Grünenthal hatte das Mittel, trotz Warnungen, lange nicht aus dem Verkehr gezogen. 1968 wurde dem Forschungsleiter Dr. Heinrich Mückter wegen fahrlässiger und teils vorsätzlicher Körperverletzung und Tötung der Prozeß gemacht.
Eine WDR-Sendung im Februar beleuchtete die Vergangenheit dieses Wissenschaftlers.
Während des 2. Weltkriegs war er Stabsarzt und stellvertretender Direktor des Instituts für Fleckfieber und Virusforschung des Oberkommandos des Heeres in Krakau. Der dort hergestellte Impfstoff gegen Fleckfieber wurde im KZ-Buchenwald an Häftlingen getestet. Die meisten starben daran. Vorher hatte Mückter die Erregerläuse zwecks Fütterung auf polnische Zwangsarbeiter gesetzt, was für diese manchmal tödlich endete.
Gegen Heinrich Mückter wurde deshalb 1946 von der Krakauer Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen. Doch dieser hatte sich bereits in die westliche Besatzungszone abgesetzt und war in die Dienste von Chemie Grünenthal getreten. Dort steht man heute auf dem Standpunkt, man habe 1946 bei der Einstellung Mückters keine negativen Erkenntnisse gehabt, von dem Haftbefehl habe man erst jetzt im Februar durch die Sendung des WDR erfahren.

(nach Pharma-Brief 2-3/1999)