Um aus einem Rechner ein abhörsicheres Telefon zu machen, muß natürlich erst einmal passende Software installiert werden. Software zum Download findet sich auf unserer Homepage
www1.informatik.uni-erlangen.de/secfone/
Voraussetzung ist, daß der Rechner über Sound verfügt, und daß Internetzugang besteht, bzw. ein Modem an Rechner und Telefondose angeschlossen ist.
Wir müssen sicherstellen, daß Kopfhörer, Lautsprecher und Soundkarte funktionieren.
Zumindest unter Linux war ein beliebtes Problem, daß das Mikrofon nicht als "Recording Source" geschaltet war [Die Recording Source stellt man unter Linux mit einem Mixer-Programm wie nmix, amix, xmix, kmix ein].
Um unter Windows den Sound zu testen, nimmt man mit dem Klangrecorder einige Worte vom Mikrofon auf und versucht sie wieder abzuspielen [Unter Linux kann dieser Test mit "record" und "play", oder notfalls auch mit "dd" durchgeführt werden].
Wir haben festgestellt, daß billige "Headsets" (20 DM) so schlechte Mikrofone haben, daß auf der anderen Seite nur noch Geräusche ankommen. Etwas massivere dynamische Mikros (ca. DM 20) waren wesentlich besser. Die Stimme sollte sich deutlich von den Hintergrundgeräusche abheben.
Bei Modemverbindung (mit nautlius nur über Linux möglich) kann passieren, daß die beteiligten Modems statt einem "Connect" nur eine Fiep-Orgie von sich geben. Bei uns half es, dem Modem das Kommando at+ms=11,1,14400,38400 zu schicken, welches beiden Modems sagte, sie sollen nur "V34", nicht aber "V fast Connects" versuchen.
Um über das Internet zu telefonieren, muß eine Netzverbindung möglich sein, und zwar auch in Empfangsrichtung. Das kann aus zwei Gründen schwierig sein.
- Ich kenne meine Internet-Telefonnummer (IP-Adresse) nicht: Damit mich über das Internet jemand anrufen kann, muß er meine "Telefonnummer" im Internet kennen. (Jeder Rechner, der im Internet ist, hat eine solche Telefonnummer, man nennt sie "IP-Adresse").
Leider bekommst du bei vielen Internet-"Providern" jedesmal eine neue IP-Adresse, wenn du "ins Netz gehst". Das nennt man "dynamische IP-Adresse". Solange nur einer der beiden Gesprächspartner solche "häufig wechselnden Adressen" hat, macht das nichts: Er ruft den Partner mit der festen Adresse an.
Richtig lästig ist, wenn beide Gesprächspartner dynamische IP-Adressen haben. Dann muß der Anrufer seinen Rechner erst mit dem Internet verbinden, um seine aktuelle IP Adresse ermitteln. [Unter Windows erfährt man die eigene IP-Adresse mit einem "Rechts-Klick" auf das Symbol für die Internetverbindung, Unter Linux gibt der Befehl /sbin/ifconfig Auskunft.]
Dann versetzt er sein Telefonieprogramm in Empfangsbereitschaft und bittet per Telefon, Email, IRC, etc. den Gesprächspartner, diese IP-Adresse mit seinem Telefonieprogramm anzurufen.
Am einfachsten ist es natürlich, wenn der Provider einem eine feste IP Adresse gibt (Das ist heutzutage leider Luxus), oder der eigene Rechner im Internet zumindest unter einem festen Namen bekannt ist. Solch einen festen Rechner-Namen kann man sich z.B. von "www.dyn-ip.com" kaufen, oder als Mitglied vom Kommunikationsnetzwerk Franken e.V. erhalten (www.franken.de).
- Ich sitze hinter einer "Firewall": Bei manchen Providern, vor allem aber in Firmen und Institutionen ist es die Regel, daß der Kontakt zum Internet durch sogenannte "Firewalls" gefiltert und beschränkt wird. Oft ist der eigene Rechner aus dem Internet gar nicht erreichbar, man kann sozusagen nur anrufen, aber nicht angerufen werden.
Lösung: Nimm einem anderen Provider, der eingehende Verbindungen nicht blockiert. Es gibt Dutzende von Providern, die ohne Voranmeldung (mit "Call by Call") für unter 4 Pfennig pro Minute Zugang zum Internet anbieten. (Eine Übersicht bietet z.B. www.heise.de)
In Schulen und Unis weiss möglicherweise die Ballerspiel-Fraktion Rat, wie man an diesen Sperren vorbeikommt, das brauchen die, um Doom, Quake usw. übers Netz zu spielen. Aber Vorsicht, so kann man schnell seinen "Account" verlieren.
In Firmen ist es allemal besser, sich die offizielle Erlaubnis zu holen, schließlich macht man sichere Telefonie ja nur, damit die Firma nicht abgehört wird, und seinen Job möchte man ja lieber nicht gefährden.