»Ohne den Verfassungsschutz seid ihr nur die Hälfte !«

Erlangen: Mickrige NPD-Kundgebung von Polizei durchgesetzt

Die NPD hatte am 13. April eine »Mahnwache« gegen »Kinderschänder« am Rathausplatz angemeldet. Die Stadtverwaltung versuchte zwar, das geheim zu halten - trotzdem gelang es der Aktion Courage (Bündnis aus Grüner Liste, Gewerkschaften, SPD und vielen anderen) eine respektable Gegenkundgebung mit ca. 200 Leuten aus dem Boden zu stampfen.

Bild: Gegendemo Gegendemo

Mit roten Fahnen fielen besonders die Jusos auf. 15 Nazis gruppierten sich unter massiven Polizeischutz um einen Lautsprecherwagen und versteckten sich hinter ihrem Transparent. Richtig Publikum hatten die Nazis keines, was verdi-Geschäftsführer Frank Riegler, Sprecher der Aktion Courage, als Erfolg bewertet. Die abstrusten Reden über die Einführung der Todesstrafe konnten teilweise mit Trillerpfeifen und Sprechchören übertönt werden. Sehr hübsch fanden wir den Sprechchor: »Ohne den Verfassungsschutz seid ihr nur die Hälfte !«. Die im NPD-Verbotsverfahren so forsche CSU war gerade mal durch 2 BeobachterInnen vertreten. Die Polizei -vor Allem die »Spezialeinheit« USK -nutzte den kümmerlichen Nazi«Aufmarsch« zu einer kleinen Bürgerkriegsübung.

Bild: Wenn Deppen demonstrieren Wenn Deppen demonstrieren

Schon 500 Meter entfernt gab es die ersten Kontrollen, die natürlich im wesentlichen junge, »links aussehende« Menschen betrafen. Fast der gesamte neue Markt wurde mit »Platzverweisen« zum Sperrgebiet erklärt, die nicht verbotene Gegenkundgebung wurde an den Rand des Platzes beim C&A verbannt. Eine junge Frau, bekam ihren Platzverweis, weil sie »provozierend« auf einer Bank gestanden hätte. Die »VIP«-Behandlung der Nazis bei gleichzeitig offener Feindseligkeit gegenüber den GegendemonstrantInnen wurde insbesondere von Mitgliedern von SPD und Grüner Liste mit Empörung aufgenommen. Natürlich war das Kommissariat Staatsschutz gut vertreten, und interessierte sich hauptsächlich für die GegendemonstrantInnen. Für einen dieser Herren war der Empfang besonders frostig, war er doch Tage davor noch als Belastungszeuge in einem Strafverfahren wegen Protesten gegen die Bundeswehrausstellung aufgetreten. Ohne Erfolg übrigens, das Verfahren wurde eingestellt. Der Herzogenauracher Thomas S., der daheim einer richtigen Hexenjagd durch die Nazis ausgesetzt ist, wurde von der Polizei belästigt. Grund waren offensichtlich Beschuldigungen von Nazis, die bei der Polizei immer noch glaubwürdig genug sind, um Linke ohne sonstigen Grund zu kontrollieren -bis hin zur Leibesvisitation.

Bild: Ein deutsches Stilleben Ein deutsches Stilleben