Teil A: Free-Net und Internet

1. Das Internet
1.1 Ein - wirklich - kurzer Überblick über die Geschichte des Internet
1.2 Ein - wirklich - kurzer Überblick über die Technik des Internet
1.3 Die Dienste im Internet

1. Das Internet

Das Internet - unendliche Weiten im Cyberspace. Jeder spricht davon, jeder möchte daran teilnehmen, aber was ist das Internet eigentlich, wissen Sie's? Also ich muß gestehen, daß ich ziemlich lange nach einer Definition gesucht habe, die diesem Begriff gerecht wird und dann auch noch einigermaßen korrekt ist. Aber schließlich wurde ich doch fündig und zwar in der deutschen Version des "Doctor Bob's Reiseführer zum Offline-Internet-Zugriff" (Accessing the Internet by E-mail von BobRankin@mhv.net. Dort heißt es:

Internet (Substantiv) - Eine umfassende Sammlung von Computernetzwerken über den gesamten Erdball, die Regierungs-, Militär-, Bildungseinrichtungen und kommerzielle Institutionen genauso verbindet wie private Bürger - mit einem großen Bereich des Computerservice und einer Vielzahl von Informationen. Durch eine Reihe von Netzwerkkonventionen und Tools wird der Anschein erweckt, es handele sich um ein einziges großes Netzwerk, obwohl die angeschlossenen Rechner ganz unterschiedliche Hard- und Software nutzen.

Aha! Bisher dachten vielleicht auch Sie, daß das Internet tatsächlich ein einziges Computernetz ist und nun stellt sich heraus, daß das gar nicht der Fall ist. Aber wenn das Internet nun kein einzelnes Netz ist, sondern nur ein Zusammenschluß von ganz verschiedenen Netzen und Netzwerken, wem gehört dann eigentlich das Internet oder noch wichtiger, wer hat dann das Sagen im Internet, wenn es zum Beispiel um die Festlegung von Kommunikationsmechanismen geht? Um bei diesem Beispiel zu bleiben, so funktioniert das im Internet folgendermaßen: Neue Kommunikationsmechanismen werden durch "Wizards" (erfahrene Internet-Anwender) in den sogenannten "RFCs" (Request for Comments) vorgeschlagen. Diese werden dann im Internet durchdiskutiert und als netzweite Standards etablieren sich diejenigen Verfahren, die sich in der Praxis durchsetzen konnten.

Warum das so ist, hat mit der Geschichte des Internet zu tun und deshalb ...

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1.1 Ein - wirklich - kurzer Überblick über die Geschichte des Internet

Die Anfänge dieses sagenumwobenen Computernetzes gehen zurück bis in die 60iger Jahre und liegen, wie sollte es auch anders sein, in den USA. Wie manche der nicht mehr ganz so jugendlichen Leser unter Ihnen sicher noch wissen, war diese Dekade geprägt vom kalten Krieg und die Aufrüstung war in vollem Gange. Milliarden von Dollars wurden in die Erforschung und Verbesserung von Waffen und Systemen gesteckt und eine besondere Bedeutung kam dabei einer noch recht jungen Technologie zu, dem Austauch von Daten über Computer. Aus diesem Grund förderte das Department of Defense (DoD) auch ein Projekt, in dem es darum ging, krisensichere und stabile Computernetze aufzubauen.

Das erste Computernetz, das 1969 daraus entstand, hieß ARPAnet, benannt nach der Forschungseinrichtung, die mit diesem Projekt beauftragt war, der Advanced Research Projects Agency. Es verband die University of California in Los Angeles (UCLA), die University of California in Santa Barbara (UCSB), das Stanford Research Insitut und die University of Utah in Salt Lake City miteinander. Das Wichtigste an diesem Computernetz war, daß Informationen selbst dann noch weitergeleitet werden konnten, wenn eine Leitung zwischen einzelnen Standpunkten ausfiel.

Nur zwei Jahre später, im Jahr 1972, waren dann schon 40 verschiedene Universitäten oder Institute, die mit militärischer Forschung befaßt waren, an das ARPAnet angebunden. Der elektronische Verkehr zwischen diesen Standpunkten beinhaltete unter anderem kleine Textdateien, die zwischen den einzelnen Nutzern hin- und hergeschickt wurden, ein Austausch, der elektronische Post, also e-mail genannt wurde.

Wann genau "das Internet" eigentlich enstand kann heute keiner mehr mit Gewißheit sagen. Die einen nennen als Startpunkt das Jahr 1973, als die DARPA (ARPA wurde umbenannt in Defense Advanced Research Projects Agency) ein neues Projekt in Angriff nahm, das das Internetting Projekt genannt wurde. Andere benennen die Geburtsstunde des Internet mit 1983, als das ARPAnet in zwei verschiedene Computernetze aufgespaltet wurde, das MILNET und ARPAnet, die zusammen das Internet bildeten.

Seither ist die Anzahl der Hosts im Internet sprunghaft angestiegen. 1981 waren es 213 Hosts, fünf Jahre später, also 1986, waren 5.089 Hosts angeschlossen, 1991 617.000 und Mitte 1996, als das Internet schon lange nicht mehr auf höhere Bildungs- und Militäreinrichtungen beschränkt war, da waren es dann schon 12.881.000 Hosts, die einen Anschluß an das "Netz der Netze" hatten. Und damit waren mehr als 30 Millionen !!!, allerdings geschätzte, Teilnehmer in mittlerweile 137 Ländern angeschlossen.

Nicht schlecht, oder? Das hat sich damals im Verteidigungsministerium der USA wohl keiner vorgestellt, daß das Internet sich so entwickeln und damit so ein durchschlagender Erfolg werden würde. Und wenn Sie sich nochmal ansehen wieviele Netzwerke mittlerweile da mit drinhängen, dann ist es kein Wunder, daß das kein Land der Erde, und erst recht keine einzelne Institution oder Firma, ganz alleine auf die Beine stellt. Das geht nur, wenn Menschen weltweit, auch mal über bürokratische Grenzen hinweg, zusammenarbeiten.

Naja, denken Sie sich vielleicht, soweit so gut, aber wie funktioniert denn nun eigentlich die Datenübermittlung in so einem Computernetz. Also worauf warten wir, auf zur Technik.

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1.2 Ein - wirklich - kurzer Überblick über die Technik des Internet

Eine sehr allgemeine Voraussetzung für Kommunikation ist, daß diejenigen, die daran teilnehmen, eine gemeinsame Sprache sprechen. Jede Sprache besteht, vereinfacht dargestellt, aus Wortschatz und grammatikalischen Regeln. So wissen Sie z.B., daß in der Schriftsprache jeder Satz mit einem Großbuchstaben beginnt und mit einem Punkt aufhört und daß die verschiedenen Satzteile durch Kommata abgetrennt werden. Sie würden sich wohl auch ziemlich wundern, und wohl auch recht wenig verstehen, wenn Sie einen Text vor sich hätten, der diese Regeln nicht einhielte (außer es handelt sich um Kunst, aber das ist ja wieder etwas anderes). Diese Vorraussetzung gilt nun nicht nur für menschliche Kommunikation, sondern auch für die Kommunikation zwischen und mit Computern.

Das bedeutet aber nun, daß eine Vernetzung von Computern nur dann funktioniert, wenn jeder Computer, der in so einem Netz eingebunden ist, eine Sprache spricht, die auch von allen anderen Computern dieses Netzes verstanden werden kann. Die Sprachen, die von Computern verwendet werden, heißen "Protokolle" und sie bestimmen die Regeln nach denen Computer miteinander kommunizieren. 1974 haben Vinton Cerf und Robert Kahn zwei Protokolle herausgegeben, das "Transmission Control Protocol" (TCP) und das "Internet Protocol" (IP). Und obwohl schon 1974 entwickelt, ist TCP/IP auch heute noch das am weitesten verbreitete Protokoll im Internet.

Soweit alles klar? Fein, dann sehen wir uns doch mal Schritt für Schritt an wie das so geht mit der Übertragung von Nachrichten über Computer.

Die Adressen werden, damit eine Adresse nicht aus Versehen doppelt auftaucht, vom lokal zuständigen NIC (Network Information Center) vergeben.

Eigentlich gar nicht so schwer, oder? Ok, dann soll uns das vorerst einmal reichen, um zumindest ein grobes Verständis für die technische Seite des Ganzen zu finden.

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1.3 Die Dienste im Internet

Wie ich Ihnen schon im letzten Unterkapitel erzählt habe, funktioniert Kommunikation nur, wenn die Beteiligten eine gemeinsame Sprache sprechen. Darauf möchte ich nun zurückkommen. Sie erinnern sich, die Sprachen, die Computer verwenden werden Protokolle genannt. Aufbauend auf TCP/IP gibt es weitere Protokolle, die verschiedene Anwendungen ermöglichen. Diese Anwendungen werden auch Dienste genannt. Die ersten Dienste, die es im Internet gab, sind die sogenannten ARPA-Dienste, dazu zählen e-mail, telnet und ftp.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle eine kurze Übersicht über die gängigsten Diente im Internet geben und kurz erläutern, was sie bedeuten:

So, nun haben Sie es geschafft, wir sind am Ende des Kapitels über das Internet. Ich hoffe Ihnen raucht noch nicht der Kopf bei all den neuen Begriffen. Ich denke vieles von dem, was sich vielleicht noch etwas kompliziert anhört, wird sich im Teil C durch die Anwendung der Dienste klären. Anderes, wie die Namen der unterschiedlichen Protokolle, mute ich Ihnen zu, weil ich denke, daß man sie als angehender "Cybernaut" zumindest schon mal gehört bzw. gelesen haben sollte. Es lohnt sich, glauben Sie mir.

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