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WP's Anny Duperey Biografie

Zeitschrift Titelseite Nous Deux: Anny Duperey als Frau in Rot
Anny Duperey: Das Theater, ich liebe es!

Die bezaubernde Anny Duperey (»Ani Dyperε:«, nach dem Großvater Duperray, eigentlich Annie Legras) zeichnet ein offener Blick, eine kühne Nase, eine große elegante Figur und ein Hauch der Kühle und Distanz aus, den sie mit spöttisch-frechem Humor zu dämpfen weiß. Obwohl die außerordentlich attraktive »große Brünette« mit den leuchtend blauen Augen durch ihr außergewöhnliches schauspielerischen Talent besticht, beschränken sie leider die Rollen, im Kino wie im Fernsehen, und ermöglichen ihr nicht immer alle Register ihres Könnens zu ziehen und die Vielseitigkeit ihrer Begabung zu zeigen. Man muss sie einfach einmal auf der Bühne erleben.

 

Kurzinfo

Lebenslauf

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Kurzinfo

Ihr markantes Gesicht, die stattliche Körpergröße von knapp 1,74 m, die Traumfigur und nicht zuletzt ihre Ausstrahlung und ihre Schönheit prädestinieren sie für Rollen als Vorzeigegeliebte in vielen Filmen - oder als Fürstin des Öfteren im Theater. Wobei speziell ihr heller Teint sehr gut zur Geltung gelangt.

Plakat Comédie des Champs-Élysées: Anny Duperey und Bernard Giraudeau
Anny Duperey + Bernard Giraudeau

Obwohl sie in ihren Büchern aufgrund ihrer Familiengeschichte durchaus sehr empfindsam und nachdenklich wirkt, schlägt dennoch oft ihre Lebenslust durch. Und ihrer Natürlichkeit, ihrer entwaffnenden Offenheit und ihrem Charme kann man sich nur schwer entziehen. Die auf den ersten Blick kühle, unnahbare, geheimnisvolle oder gar gefährliche Schöne, ist eher ein lockerer, natürlicher Kumpeltyp. Und ein Energiebündel sondergleichen.
So antwortete sie auf die Frage, ob sie ein Faible für auffallenden Nagellack habe, dass sich so ihre von der Gartenarbeit verschmutzten Fingernägel einfach verbergen ließen.
In der Presse hat man ihr unter anderem folgende Komplimente gemacht:

Gemeinsame Filmszene aus Karl der Große von Anny Duperey und Cris Campion
Anny Duperey + Cris Campion

Anny Duperey verfügt über eine charmante Intelligenz und einen intelligenten Charme.

Oder von Frédérique Jourdaa:

Alles liegt in ihrem Blick. Zwei leuchtende Augen bedeckt von gesenkten Augenlidern voller unerklärlicher Traurigkeit. Ihr Blick durchdringt einen.

An die achtzehn Jahre lang war Anny Duperey mit dem ebenfalls sehr bekannten Schauspieler Bernard Giraudeau († 2010) liiert und hat zwei Kinder, Gaël (* 1982) und Sara (* 1985), mit ihm. Nach der Trennung lebte sie zwischen 1993 und 2004 mit Cris Campion zusammen, den sie bei den Dreharbeiten zu Karl der Große kennengelernt hatte. (In ihrer gemeinsamen Szene stellt sie die Mutter und Cris den Sohn von Karl dem Großen dar.) Mit ihren beiden Lebenspartnern spielte sie in verschiedenen Projekten und bleibt ihnen in Freundschaft verbunden.
Seit der Trennung lebt sie nach ihren eigenen Angaben als Single. 2011 und 2015 erneut wird Anny Duperey Großmutter.
2006 setzt Sara Giraudeau die Familientradition fort und startet ihre eigene Karriere am Theater. 2011 ist auch Gaël im Fernsehen zu sehen, sogar zusammen mit Mutter und Schwester in La grande librairie: Au théâtre du Rond-Point am 22. Dezember 2011.

Die beliebte Künstlerin kann 2015 auf fünfzig Jahre Bühnenkarriere zurückblicken.

Anny Duperey wohnt in Paris, Montparnasse (14. Arrondissement) und besitzt ein Landhaus in Châtelus-Malvaleix an der Creuse (Limousin).
Autogrammadresse und Info: CinéArt Talentbox (www.cineart.fr), 28 rue Mogador, 75009 PARIS, Frankreich.

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Lebenslauf

Die auffallend attraktive Anny Duperey wird am 28. Juni 1947 als erstes Kind von Ginette und Lucien Legras in Rouen geboren. Mit 8½ verlieren Anny und ihre um acht Jahre jüngere Schwester Patricia Vater und Mutter, die durch einen falsch angeschlossenen Badeofen den Erstickungstod finden. Um Minuten zu spät entdeckt Anny, die nebenan schläft, die beiden Leichen. Die beiden Waisenkinder werden in den Familien ihrer Eltern verteilt und leben sich komplett auseinander.

Schon früh wird Anny Duperey vom Tanz und noch mehr vom Theater angezogen. Mit Sondergenehmigung darf sie zwei Jahre früher als üblich vom Gymnasium Camille St Saens an die Akademie der schönen Künste ihrer Heimatstadt wechseln. Nach zweijährigem Studium gewinnt sie einen Ersten Preis für Schauspielkunst und verlässt mit siebzehn Jahren Rouen in Richtung Paris, mit der festen Absicht das Konservatorium in der Hauptstadt zu besuchen.

Nous Deux Titelblatt: Anny Duperey - Diamant noir du cinema francais
Schwarzer Diamant des französischen Kinos

Anny Duperey belegt zuerst Kurse für Dramatische Kunst bei René Simon, während sie parallel als Fotomodell und Mannequin für Mode und Werbung ihren Unterhalt bestreitet. Später tritt sie endgültig ins Konservatorium ein. Schon im ersten Jahr entdeckt sie Jean Meyer, der sie im Théâtre Michel für Die drei Hochzeiten der Melanie verpflichtet. Danach spielt Anny Duperey in La Mamma an der Seite von Elvire Popesco, die ihr hervorragendes Talent bescheinigt. Zu der gleichen Zeit - so heißt es - fällt Jean-Luc Godard ihr Gesicht auf der Titelseite eines Magazin auf und er will sie unbedingt für eine größere Rolle in seinem Nouvelle Vague Film 2 oder 3 Dinge die ich von ihr weiß. So kommt sie 1966 zu ihrem Filmdebüt. Ein Jahr zuvor war sie schon kurz im Fernsehen zu sehen in L'examen de passage.

In der unmittelbaren Folgezeit spielt Anny Duperey mehr oder weniger große Rollen in Filmen, von denen sie in der Rückschau teilweise nicht so sehr viel hält. Dabei agiert sie an der Seite berühmter Schauspieler wie Michel Constantin, Michel Auclair, Bruno Cremer, Maurice Ronet, Jean-Claude Brialy, Raymond Pellegrin, Peter van Eyck, Claude Jade, Brigitte Bardot sowie unter den unterschiedlichsten namhaften Regisseuren wie z.B. Francis Rigaud Jerk à Istambul (1967), Michel Boisrond Der goldene Schlüssel (1968), Andre Hunebelle Gejagt wie Monte-Christo (auch Der Rächer aus dem Sarg) (1968), Roger Vadim Außergewöhnliche Geschichten / Metzengerstein (1968), Jean Aurel Oh, diese Frauen (1969), Pierre Richard Alfred die Knallerbse (1971), Jean Delannoy Nur eine Frage der Zeit (1972), Jean-Claude Brialy L' Oiseau rare (1973) und George Lautner Wo, bitte geht's zum nächsten Friedhof? (1974).
Wenigstens Alain Resnais erlaubt ihr am Anfang ihrer Karriere an der Seite von Jean-Paul Belmondo und François Périer in Stavisky (1974) diesen zum großen Teil leichten Komödien »à la française« und Räuberpistolen zu entkommen. Von Yves Saint Laurent in edles Tuch gewandet sieht sie einfach fantastisch aus.
Nicht verwunderlich nimmt Helmut Newton sie zu dieser Zeit für seinen Fotoband White Women in Karl Lagerfelds Wohnung auf.

Filmgeschichte schreibt Anny Duperey jedoch in Ein Elefant irrt sich gewaltig (1976), wo sie als Traumfrau in Rot ausgelassen im fliegenden Kleid über einem Lüftungsschacht tanzt, wie einst Marilyn Monroe in der Das verflixte siebte Jahr. (Die Szene war gar nicht ungefährlich, wie sie Michel Drucker 2002 in Vivement Dimanche gegenüber erklärte - beim ersten Versuch sei sie angehoben und fast gegen die Decke gedrückt worden.) In einem Interview Jahre später gestand Regisseur Yves Robert großen Wert darauf gelegt zu haben für die Rolle der Charlotte eine atemberaubende Schönheit zu gewinnen. Er hat sie fraglos bekommen, und eine tolle Schauspielerin dazu. Prompt wird sie für den César nominiert und der Film zu einer der erfolgreichsten französischen Komödien der 1970er Jahre. (Das Original von Die Frau in Rot, USA 1984.)
Sehenswert ist sie auch als sympathische alleinerziehende Mutter in Michael Schocks Familienfilm Trocadero (bleu citron) (1978). Filmenthusiasten wird ihre Rolle in Claude Mulots Die geschändete Rose (1969; auch Das blutige Schloss der lebenden Leichen) ein Begriff sein - angeblich dem ersten Horrorfilm mit Erotikeinlage, oder umgekehrt. [(Tut mir leid, in der Ecke kenne ich mich nicht so aus und will es auch gar nicht. ;-) Sie ist übrigens - kaum zu glauben - für das Gruseln zuständig.]

Paris Match Titelblatt: Anny Duperey - La révélation TV de l'anné
Anny Duperey, Fernsehentdeckung 1971

In den 1980ern tritt Anny Duperey als Star oder Gaststar auf, z.B. in Philippe de Brocas Psy (1980), in Alexandre Arcadys Der Superboss (1982) und in Henri Verneuils Tausend Milliarden Dollar (1982). Die Bandbreite ihres Könnens ermöglicht ihr die Hauptrolle in Marc Lobets kultverdächtiger Krimikomödie Meurtres a domicile (1982) unter Beweis zu stellen. Ihre wohl beeindruckendste Hauptrolle dürfte sie in Francis Lerois Mystery Thriller Der Dämon der Insel (1983) spielen. Auf dem Porto Fantasy-Filmfestival (Fantasporto) wird sie dafür als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
Als Beleg für Anny Dupereys Begabung mag dienen, dass sie auffällig oft Doppelrollen spielt. Auch schon einmal als Mutter und Tochter bzw. in Familien Sagas, die sich über den Zeitraum von einigen Jahrzehnten erstrecken.

Auch in einigen europäischen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen ist Anny Duperey zu sehen, z.B. mit Mario Adorf, Bruno Cremer und Maurice Ronet im F/D/I Spielfilm Ohne Warnung (1973) oder an der Seite von Al Pacino und Marthe Keller in Sydney Pollacks US-Spielfilm Bobby Deerfield (1978). (Zitat des Regisseurs »Die wunderbare, wunderschöne französische Schauspielerin«. Im Making-of drückt er zudem sein Bedauern darüber aus, dass wegen Überlänge viele ihrer Szenen der Schere zum Opfer gefallen seien.) Ebenfalls bemerkenswert ist ihr Auftritt in Serge Moatis französisch/deutschem Spielfilm Die Nacht aus Gold (1976) an der Seite von Klaus Kinski und Maurice Ronet. Sogar in zwei deutschen Spielfilmen, gedreht in Deutschland bzw. Österreich, Umarmungen und andere Sachen (1975) mit Sydne Rome und Jean-Pierre Leaud sowie bekannten Schauspielern des »Bayerischen Komödienstadels«(!) wie Ludwig Schmid-Wildy und Car Napping - bestellt, geklaut, geliefert (1979), tritt sie auf.
Allerdings, so bedauert sie, sei sie zu lange auf die Rolle »der großen, kühlen und selbstbewussten Frau« festgelegt worden.
Nach der Zusammenarbeit mit Gérard Depardieu und Pierre Richard in Zwei irre Spaßvögel (1983) von Francis Veber und mit Victor Lanoux in La Triche (1984; international: The Cheat) von Yannick Bellon hat sie ihre nächsten Filmauftritte erst wieder in der Großproduktion Germinal (1993) von Claude Berri und in Tôt ou tard (1999; international: Sooner or later) von Anne-Marie Etienne. 2007 kommt sie in Valerié Guigabodets Danse avec lui (international: Dance with him) wieder ins Kino zurück und ist 2009 in Auf der anderen Seite des Bettes von Pascale Pouzadoux, in Eden Is West von Constantin Costa-Gavras sowie in Bambou von Didier Bourdon und weiteren Spielfilmen wieder häufiger zu sehen. 2012 kommt sie als Gaststar in Das verflixte 3. Jahr von Frederic Beigbeder und mit einer illustren Starriege in Ihr werdet euch noch wundern von Altmeister Alain Resnais als »sie selbst« in die Kinos.

Anny Duperey auf der Titelseite von Paris Vogue September 1973
Anny Duperey (en VOGUE ;-)

Anny Dupereys Herz schlägt jedoch für das Theater, wahrscheinlich weil sie dort alle Register ihres Könnens ziehen kann. Beispielsweise besonders als Sängerin und Tänzerin im Musical Attention fragile (1978), das sie erfolgreich an der Seite ihres damaligen Lebensgefährten Bernard Giraudeau zeigt.
Schon mit 23 Jahren besinnt sie sich auf ihre Wurzeln und kehrt zum Konservatorium und Theater zurück. Auch den berühmten Cours Simon besucht sie. Sie wollte sich nicht bloß als schauspielerndes Fotomodell und Titelblattschönheit sehen. In den 1970er und 1980er Jahren feiert sie speziell unter der Regie von Jean Mercure und ihres Mentors Jean-Louis Barrault (»Anny Duperey ist meine Tochter auf der Bühne.«) große Bühnenerfolge auch am Französischen Staatstheater. Sie spielt z.B. in Isabelle, drei Caravellen und ein Scharlatan von Dario Fo, in Jarry sur la Butte von Alfred Jarry und in Shakespeares Was ihr wollt. Über fast eine Dekade verkörpert sie die Schöne Helena in Giraudoux' Der Trojanische Krieg findet nicht statt und erregt selbst bei einer Tournee durch die USA, Kanada und die UdSSR Aufmerksamkeit. Und verliebt sich 1977 dabei in Bernard Giraudeau, der sinnigerweise den Paris spielt. Aus ihrer Autobiografie Das Glück von einer Katze gefunden zu werden kann man herauslesen, dass auch sie Helena ein bisschen als ihr alter ego sieht.
Sie ist bis heute auf der Theaterbühne zu erleben. So spielt sie sehr erfolgreich in Oscar Wildes Ein idealer Gatte (1995/6), in einer Adaption von John Murrells Sarah (2003/4) und im Einpersonenstück Oscar et la dame rose (2005-8) von Éric-Emmanuel Schmitt. 2010/11 steht sie gemeinsam mit Tochter Sara Giraudeau in Colombe auf der Bühne, inklusive Fernsehausstrahlung. 2010-12 ist sie in Desole pour la Moquette von Bertrand Blier zu sehen. Und 2013 spielt sie Giraudoux' Die Irre von Chaillot.
Gut ein halbes Dutzend Molière Nominierungen belegen ihre Begabung.

Auch als Autorin ist Anny Duperey sehr erfolgreich. Nicht nur in Frankreich. Bereits ihr Erstlingswerk L'Admiroir (1976) wird mit dem Prix de l'Académie française ausgezeichnet. Es folgen Le Nez de Mazarin (1986), die tief bewegende Autobiografie Le voile noir (1992; Der schwarze Schleier des Vergessens (1994)), Je vous écris (1993), Les chats de hasard (1999; Das Glück von einer Katze gefunden zu werden (2002, 2008)), die Romane Allons plus loin, veux-tu? (2002), Une soirée (2005; Jahreszeiten der Liebe (2007)), der Briefdialog mit Nina Vidrovitch De la vie dans son art de l'art dans sa vie (2008), Le poil et la plume (2011) und Fabuleux destin de l'oeuf (2012; Vom Glück, ein Huhn zu sein (2013)). Auch einige Anthologien gehören dazu. Beispielsweise die Bildbände Lucien Legras, photographe inconnu (1993) gestaltet mit Aufnahmen ihres früh verstorbenen Vaters und Chats (2008) mit neben vielen anderen auch einigen eigenen Aufnahmen.
Daneben schreibt sie auch Drehbücher.

Elle Titelblatt: La trop discrète Anny Duperey
Anny Duperey - ein ganz diskreter Star

Außerdem hat Anny Duperey sich, wie ihr begabter Vater Lucien Legras, der Schwarz/Weiß Fotografie verschrieben und hat zahlreiche sehenswerte Aufnahmen ihrer Kollegen gemacht. Mit Ausstellungen hält sie sich jedoch zurück. Auch zum Malen hat sie Talent.
Während ihrer Model Zeit hat sie das Schneidern gelernt und trägt ihre selbstgemachten Kleider manchmal auch vor der Kamera.
Zeitweise hat sie in den 70ern auch im Zirkus am Trapez geglänzt, zum Teil mit Freund Francis Perrin, viermal im Fernsehen in Gala de l'Union des Artistes, 1977 auch in Circus of the Stars. Sogar 1994 anlässlich einer Folge von Une famille formidable.

Neben Schauspielen und Schreiben ist Anny Duperey stark sozial engagiert, z.B. als rührige Botschafterin der französischen SOS-Kinderdörfer wiederholt im Fernsehen sowie bei Rire Médicine (Clowns spielen für und mit Kinder(n) in Kliniken). Auch für SOS-PAPA (Rechte geschiedener Väter) setzt sie sich ein und fungierte auch hier zeitweilig als Botschafterin.
Seit 1997 ist sie Ritter der Ehrenlegion - Chevalier de la Legion d'Honneur - 2012 wird sie in den Rang eines Officiers erhoben.
Dank ihres umfangreichen Engagements und ihrer offenen und freundlichen Art ist sie ein geschätzter Gast für TV- und Radiointerviews sowie für Festivals. Beispielsweise 2010 als Moderatorin der 49. Gala de l'Union des Artistes im französischen Fernsehen.
In Interviews gezielt angesprochen macht sie kein Hehl aus ihrer politischen Einstellung, engagiert sich allerdings nicht oft in Wahl-Kampagnen (aber für z.B. François Mitterrand, 1981 und Lionel Jospin, 2002), ist jedoch immer für ein klares, offenes Wort gut.

Autogrammjäger bezeichnen Anny Duperey als eine der, wenn nicht die netteste und freundlichste französische Prominente. Sie nimmt sich gerne Zeit für ihre Fans. Es wird erzählt, amüsiert und mit einem Lächeln signiere sie sogar frühe Aktfotos. Überhaupt scheint sie damit keine Probleme zu haben, denn in manchen ihrer Filme und Fotosessions zeigt sie ziemlich viel Haut. Auch aktuell bis heute. Oder in ihren eigenen Worten aus den 1970ern: »Nackt ja, Porno niemals.« - die Achtundsechziger lassen grüßen.
Da sie akzentfrei Englisch spricht - für Bobby Deerfield büffelte sie im 3-wöchigen Crashkurs bei ihrem Kollegen Ian Holm und Gattin in London - sind auch internationale Autogrammwünsche kein Problem. Sie beteuert aber bescheiden, dass der fehlende Akzent über ihre tatsächlichen Sprachkenntnisse hinwegtäusche.

Wegen ihrer leicht behauchten, ausdrucksstarken und melodiösen Stimme ist Anny Duperey eine gefragte Sprecherin für französische Hörbücher, nicht nur als Erzählerin von Grimms Märchen und Walt Disneys Kindergeschichten, sondern auch von anspruchsvoller Literatur und (besser: also ;-) auch in eigener Sache mit Les chats de hasard.
Übrigens: Die Stimme kommt nicht vom (Ketten-) Rauchen. Das hat sie nach eigenem Bekunden 1992 aufgegeben, nach einem Konsum von 60 Zigaretten pro Tag unter Stress.

Nous Deux Titelblatt: Anny Duperey - J'ai vécu deux belles histoires
Anny Duperey: Ich lebte zwei schöne Romanzen

Die in Frankreich und den frankophonen Ländern sehr bekannte und außerordentlich beliebte Schauspielerin, und das Generationen übergreifend, verfolgt von Anfang an parallel eine preisgekrönte Karriere im Fernsehen. Weniger als Serienstar, vielmehr in TV-Filmen und in Mini-Serien (Mehrteilern). Zum Beispiel sieht man Anny Duperey in Claude Santellis Sarn (1968), in Jean Kerchbrons Koenigsmark (1968), mit langen blonden Haaren in der dritten Folge von Claude Guillemots Die Geisterbrigde: Venus sehen und sterben (1970; orig. La Brigade des Malefices: Voir Vénus et mourir), in Nina Companeez' Sechsteiler Aus dem Nest gefallen (1978), in Robert Mazoyers Fünfteiler Un Château au soleil (1988), in Christopher Francks Die Andere (1989), in Clive Donners Dreiteiler Karl der Große (1993) [worin als Bertha mit den großen Füßen ihre respektable Schuhgröße eindrucksvoll in Szene gesetzt wird], in Christian Faures Der verlorene Sohn (1997), in Nina Companeez' Zweiteiler Un Pique-Nique chez Osiris (2001), in einer Doppelrolle in Joyce Buñuels Le voyage de la grande-duchesse (2003), in Daniel Janneaus Une vie en retour (2005), in den fünf Folgen der zweiten Staffel von Clara Sheller (2008) und in Christian Duguays Coco Chanel (2008) um nur einige zu nennen, die auch außerhalb Frankreichs gesendet wurden bzw. auf DVD verfügbar sind.
Am erfolgreichsten spielt sie jedoch seit 1992 in der losen Folge von Joël Santonis Une famille formidable Trilogie-Episoden in Spielfilmlänge. Die sechste Staffel erreicht 2006 im französischen Fernsehen beispielsweise mehr als 40% Einschaltquote - regelrecht Kultstatus. Zum Jahreswechsel 2011/2012 läuft die neunte Staffel das erste Mal im französische Fernsehen. Das zwanzig-jährige Jubiläum. Die elfte Staffel hat im Herbst 2014 Premiere. Ab nun mit vier Episoden und mit Sohn Gaël. Inzwischen hat sich ein fast jährlicher Rhythmus etabliert und im Herbst 2016 wird schon die dreizehnte Staffel aus sechs einstündigen Episoden gedreht und anschließend gesendet.

Einige Male ist ihre Leistung in verschiedenen Rollen mit dem 7 d'Or Fernsehpreis gewürdigt worden.
Ihre Popularität kann sie natürlich werbewirksam einsetzen. Beispielsweise dürfte sie als Inspiration für die Brune des bekannten Modeillustrators René Gruau gedient haben, zumal sie 1982 in einem TV-Spot ebenfalls für Marcelle Griffon warb.

In Interviews beschreibt sie selbst ihre Karriere allerdings gerne als »zig zag« und bemerkt, dass das Kino sie Mitte der Achtziger auf einmal »vergessen« gehabt hätte. Sogar nach der César Nominierung sei sie ein Jahr arbeitslos gewesen. Vielleicht hat man sie aber auch aufgrund ihrer Schönheit als Schauspielerin einfach nur unterschätzt. So hätte sie leicht dem internationalen Topstar die Schau stehlen können. Man muss sich nur einmal die Aufnahmen bei der Pressevorstellung von Auf der anderen Seite des Bettes, 2009, ansehen, wo sie selbst neben der ebenfalls nicht gerade unattraktiven Sophie Marceau nachhaltig beeindruckt. Experten bezeichnen Anny Duperey aktuell schon einmal als die beste französische Schauspielerin (zumindest) ihrer Generation.
Die Episodenreihe Une famille formidable jedoch festigt ihre (Groß-) Mutterrolle vor der Kamera und profitiert dabei vom würdevollen Reifen der bildschönen Hauptdarstellerin. Auch wenn ein Augen-Lifting von Anfang 1998 und Haartönung dazu ein wenig beitrügen, wie sie freimütig einräumt.

Das alles hat Anny Duperey in Frankreich den Ruf der wohl vielseitigsten Künstlerin eingebracht, einer sozial engagierten Sympathieträgerin, die sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera eine gute Figur macht, als Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin. In klassischen wie in modernen Stücken, in Komödien wie in Thrillern.
Auch als Autorin hat sie Anerkennung errungen. Auszüge aus Le voile noir waren 2002 Prüfungsstoff im französischen Abitur und befinden sich im französischen Schullesebuch.
Sogar eine gefüllte, gelbe Rose ist seit 2007 nach ihr benannt.

 



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Stand: V9.0, 2017-03-02


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