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Das etwas andere Fahrrad - Liegerad

Das ergonomische Fortbewegungsmittel in der nichtvirtuellen Welt (im First Life also ;-). Nicht, dass das Liegerad von alleine fährt, aber selbst als nicht sportlich ambitionierter Fahrer merkt man den Unterschied. Fährt man z.B. mit dem (Renn-) MTB einen Schnitt von knapp über 20 km/h erreicht man auf der selben Strecke mit dem Liegerad einen Schnitt von knapp 25 km/h. Vorausgesetzt es handelt sich um eine adäquate Strecke, also weder extremes Gelände noch ausschließlich auf Teer bei Gegenwind.
Liegerad fahren geht zwar mehr in die Beine, irgendwie ist es dann aber doch leichter. Während man eine Tour von 100 km mit dem MTB schon spürt, sind mit dem Liegerad locker einige 10 km mehr drin.
Je schneller man fahren kann, desto mehr schlägt das Pendel zugunsten des Liegerads aus. Ein unverkleidetes Liegerad ist etwa vergleichbar mit einem Rennrad. Vollverkleidet ist es nicht zu toppen - die Geschwindigkeitsrekorde werden praktisch alle von Liegerädern gehalten. Allerdings haben die Teile ihr Gewicht und ihren Preis.

 

Die Vorteile

 

Die Nachteile

 

Tipps

 

Erste Erfahrungen: Quantum von Arved Klütz

Quantum
www.quantum-toxy.de

Drauf und weg - die vollgefederte damalige Quantum war sehr gutmütig. Die vergleichsweise einfache Heckfederkonstruktion mit Gummipuffer ist trotzdem äußerst wirksam. Gebaut aus Alu-Vierkantrohren (ungewöhnliche Optik!) ist die Quantum verhältnismäßig leicht und dennoch stabil.
Nach zwei Testfahrten im März 1997 von insgesamt 90 km auf Straße und Schotter stand für mich fest: Ein Liegerad muss her, auch wenn ich drei- oder viermal umgekippt bin.

Die aktuellen Modelle zeigen deutlich den technischen Fortschritt, siehe den Link links.

 

Der schläft ja beim Rad fahren: Radius Hornet Full Suspension

Radius Hornet
www.radius-liegeraeder.de

Die Hornet ist auf grobem Kopfsteinpflaster angenehmer als ein MTB und ist etwa so geländegängig wie ein Klapprad - also für geschotterte Forststraßen und zur Not auch für Feldwege noch geeignet.
Mit ca. 17,5 kg vergleichsweise schwer (CrMo-Rahmen), aber dank der während der Fahrt sperrbaren Hinterradfederung (wirklich zu empfehlen) sind Steigungen bis ca. 15% mit erträglichem Aufwand zu bewältigen.
Sehr begrüßenswert ist die tief angesetzte indirekte Lenkung - man bekommt (fast) immer die Füße rechtzeitig auf den Boden. Außerdem ist sie ein guter Verletzungsschutz beim Umfallen. Fazit: Ein tolles Rad mit vielen intelligenten Detaillösungen, das seinen stolzen Preis wert ist.
Seit April 1997 der Schrecken der Zone 30. Und streckenmäsig fast schon einmal um die ganze Welt.

 

Der mit dem Wolf fährt: Tundra FS

Tundra FS 2007
www.steppenwolf-bikes.com

Doch auch so bin ich oft unterwegs, wenn es stürmt oder schneit oder ich mich einmal austoben muss - man gönnt sich ja sonst nichts... Den Magura HS 33 Hydraulikbremsen bin ich allerdings treu geblieben. Und in der Zwischenzeit gab es auch einen neuen 2007er-Rahmen.
Vorteilhaft sind die komplett am Oberrohr verlegten Leitungen, der Dämpfer außerhalb des Spritzbereiches und natürlich das geringe Gewicht des Alu-Rahmens.
Die Umstellung von Grip-Shift auf Rapidfire dauert etwas. Dafür ist der Schaltvorgang sehr schnell und präzise. Außerdem sind die Grifffläche und Möglichkeiten etwas eingeschränkt. Deshalb sind Lenkerhörnchen empfehlenswert.
Ein wirklich sehr beeindruckendes Gerät, auch bergauf. Auf Achse seit Mai 2003.

 

Einstellungssache

Die richtige Sattelhöhe, bzw. den Abstand vom Sattel zu den Pedalen, muss ich auch immer wieder nachsehen, z.B. gemäß Handbuch Radsport, BLV, 1994, S. 44:

Sattelhöhe = Schrittlänge × 0,893

 

gemessen von der Satteloberkante zum Tretlagermittelpunkt.
Und wenn man keinen Meterstab dabei hat? Einfach so einstellen, dass die Ferse des gestreckten Beines auf dem Pedal aufsitzt. Dann ist das Bein nicht ganz durchgestreckt, wenn man mit dem Fußballen auf das Pedal tritt. Herkömmliche Räder mit Diamantrahmen (inklusive MTBs mit Y-Rahmen) und Liegeräder unterscheiden sich hier nicht.
Die Rahmenhöhe in Zoll wäre übrigens beim Rennrad mit dem Faktor 0,65 und beim MTB mit 0,61 aus der Schrittlänge abzuschätzen. Beim Liegerad gibt es meist nur herstellerspezifisch »klein« und »groß«.

 

Zu guter Letzt

Allgemeine Tipps fürs Rad um die Noris (Nürnberg):


MEHR



Einige ausgewählte Radtouren im Raum Nürnberg:


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Zu externen Radlinks:

Links

Das Liegerad gibt es nicht, genauso wenig wie es das (konventionelle) Fahrrad gibt. Vielmehr ist der Variantenreichtum sogar eher noch größer. Das Spektrum reicht von der zweirädrigen Rennflunder, eventuell stromlinienförmig (teil-) verkleidet, bis hin zum dreirädrigen Stadt- und Einkaufsrad. Auch vierrädrige Varianten und Tandems gibt es. Selbst Federung, Frontantrieb und Motor sind nicht unüblich.
Wenn Geld keine Rolle spielt, ist auch das Gewicht kein Thema. Karbon kann das Leergewicht unter 10 kg drücken. Sonst kommt man bei unverkleideten Zweirädern in den Bereich von um die 15 ± 3 kg .
Aller Unkenrufe zum Trotz kommt man mit einem Tour-Liegerad durchaus gut über Berge jenseits von 10% Steigung (18% machen auch mit dem MTB keinen Spaß ;-) und auch Schotterwege sind kein Problem, zumal man bei den Pneus oft die freie Auswahl von Rennradslicks bis Mountainbike Stollenreifen hat. Und das je nach Liegeradgeometrie in der Regel in den Größen 20, 24, 26 und 28 Zoll. Überhaupt, die Geometrie macht's: je flacher der Sitzwinkel, desto windschlüpfriger, je höher die Sitzposition, desto beweglicher, und bei den Liegerad-Trikes kann man sich sowieso des Gokart Fahrgefühls nicht erwehren.

 



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©WP (1998 -) 2012
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Stand: V8.5, 2012-12-12


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