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Digitale HD Hochgeschwindigkeitskamera, 10 000 Bilder/sek
Die grundlegenden Fragen, die immer wieder zum Thema
digitale Hochgeschwindigkeitskameras und Systeme kommen.
(Die Zeitlupenkameras der Camsys- und SpeedCam-Familie dienen
wegen des Vertrautheitsgrades nur als Beispiel. Links zu anderen
Herstellern und Systemen werden in [SloMo
Links] ebenfalls angeboten.)
Beispielaufnahmen:
MEHR
Einige typische Hochgeschwindigkeits-
kamera Daten:
MEHR
Na ja, es ist schon ein bisschen mehr: Digitale
Hochgeschwindigkeitskameras erreichen bei einer
Vollbildauflösung in Fernsehqualität (PAL/NTSC oder besser
als HDTV) über 1 000 Bilder pro Sekunde (wie bei
progressive scan, d.h. ohne Zeilensprungverfahren in
Schwarz/Weiß oder True Color). Durch Reduzierung der Auflösung
(Binning) oder des Formats (Teilbereich des Sensors auslesen) ist
systemabhängig eine maximale Aufnahmefrequenz von einigen
10 000 bis deutlich über 100 000 Bilder/sek
möglich. Selbst mehr als 1 Million Bilder/sek sind so technisch
noch machbar.
Spezialstroboskope erlauben mittels Mehrfachbelichtung noch weit
höhere Aufnahmeraten.
Es gibt Ein- und Mehrkanalsysteme und sogar schockfeste
Versionen.
Angesichts des Aufwands und der Leistungsfähigkeit ist es besser
von einem optischen Messgerät als von einer (Video-) Kamera zu
sprechen.
Konsequenterweise verfügen verschiedene
Hochgeschwindigkeitskameras zusätzlich über bildsynchrone analoge
und digitale Messkanäle.
Nein, ist es eigentlich nicht. Solche Kameras werden unter anderem eingesetzt in der Automobil- und Automobilzulieferindustrie (Crashtest, Airbagfertigung, Reifentechnik, Hydraulik, ...), im Sondermaschinenbau (Verpackungsmaschinenbau, Werkzeugmaschinenbau, Robotik, Holzverarbeitung, ...), in der Qualitätssicherung (Materialprüfung, zerstörende Prüfung, ISO 9000/CE Dokumentation, Überwachung, ...), in der Massenfertigung (Kabelverseilung, Steckverbindermontage, Abfüllanlagen, Schweißanlagen, ...), bei Serviceeinsätzen (Allgemeine Einstellarbeiten, Druckereiindustrie, Bestückungsanlagen, Chipkartenfertigung, ...), in der Medizin (Ganganalyse, Reha, Ergonomie, Gerichtsmedizin, ...), im Sport (Training, Dokumentation und Unterricht, Materialforschung, Bewegungsanalyse, ...), in der Werbe- und Unterhaltungsindustrie (Werbefernsehen, Spezialeffekte, Musikvideos, ...), in der Heizungs- und Feuerungstechnik, in der Tierforschung, im Berg-, Hoch- und Tiefbau, in der Sportartikelindustrie, in der Strömungslehre, in der Luft- und Raumfahrttechnik, in der Wehrtechnik, ...
Ja, natürlich wird ein spezieller, auf Geschwindigkeitsbelange
hin entwickelter Sensor eingesetzt. Die Leistungsfähigkeit von
Hochgeschwindigkeitskameras rührt aber trotzdem weniger von der
schieren Taktrate als von der Parallelisierung her. Normalschnelle
CCD Kameras lesen den Sensor nur an einer Stelle aus. Ein Bild
(Ladungen in der Sensormatrix) wird Pixel für Pixel aus dieser
Auslesezeile vom Sensor in die Auswerteelektronik geschoben. Dann
wird das restliche Bild geschlossen um eine Zeile verschoben, so
dass die Auslesezeile wieder gefüllt ist und der Auslesevorgang
startet erneut. Und so weiter, bis der Sensor regelrecht leer
gelesen ist. Weil so aus einer flächig verteilten Information ein
serieller Datenstrom wird spricht man von Serialisierung.
Sensoren von Hochgeschwindigkeitskameras sind dagegen gewöhnlich
hochgradig parallel ausgeführt. Mehrbildrige Single Shot Kameras
belichten den Sensor mehrmals an unterschiedlichen Stellen und/oder
nützen ihn gleich als Speicher, der dann mit normaler
Geschwindigkeit ausgelesen wird. Bei Sequenzkameras weist der
Sensor mehrere unabhängige Auslesekanäle inklusive Elektronik auf.
Salopp gesprochen hat man mehrere Kameras im selben Gehäuse.
Beispielsweise verfügt der »VGA Klasse« CCD Sensor HS0512JAQ von
EG&G Reticon (ca. 1995) über 16 solcher Auslesekanäle, der
»HDTV Klasse« CMOS FhG/CSEM Cam 2000 Sensor (ca. 2001) bietet 32.
Die Bilddaten werden zwischenzeitlich in breit angebundenen
Speicherbänken abgelegt (beim Cam 2000 Sensor z.B. mit 320
Leitungen), aus denen sie dann mit normaler Geschwindigkeit
ausgelesen werden.
Der Sensor läuft in der Regel mit einem festen Takt von einigen
zehn Megahertz. Dadurch ist die maximale Ausleserate (Pixel pro
Sekunde) bzw. die maximale Bildfrequenz (kompletter Sensor pro
Sekunde) beschränkt. Will man schneller werden als diese
Nennfrequenz, muss man die Zahl der auszulesenden Pixel pro Bild
reduzieren. Die Ausleserate ist ja fest. Das erreicht man durch
schrittweise Verkleinerung des auszulesenden Bereiches. So kommt
man dann in Regionen von etlichen tausend bis über hunderttausend
Bilder pro Sekunde. Doch sollte man sich vor Augen halten, dass
solche Spitzenwerte angesichts winziger »Gucklöcher« mehr der
Werbung dienen als der Anwendung. Abgesehen von den extremen
Anforderungen an die Beleuchtung aufgrund der kurzen
Belichtungszeiten.
Schon, aber er schafft normalerweise nur 25 oder 30
Vollbilder/sek, unter Umständen sogar nur 50 oder 60 ineinander
eingeschobene Halbbilder pro Sekunde. Dazwischen geht viel
Information verloren.
Praxisbeispiel: An einer Drehmaschine soll die Auswirkung
verschiedener Drehmeißel auf die Spanabhebung analysiert werden.
Das Werkstück rotiert mit 3 000 U/min, das sind »lächerliche«
50 Umdrehungen pro Sekunde. Trotzdem, bei 25 Bilder/sek nimmt man
nur jede zweite Umdrehung auf. Mit 1 000 Bilder/sek nimmt man
schon alle 18° ein Bild auf, also 20 pro Umdrehung.

Gas- und Partikelausstoß eines Igniters
Wobei wir schon beim nächsten Knackpunkt sind: Das aufzunehmende Objekt hält ja nicht zur Zeit der Aufnahme in schönster Pose inne, sondern bewegt sich weiter. Ein einzelnes Bild gibt also die BEWEGUNG des Objekts WÄHREND EINER ZEITSPANNE, nämlich der Belichtungszeit, wieder. (Das als Unterschied zum Daumenkino ;-)
Die Aufnahme rechts zeigt ein Bild aus einer
Sequenz, die mit 1 000 Bilder/Sekunde aufgenommen wurde. Man
sieht die Ausstoßwolke einer Zündkapsel (ca. Fingerspitzengröße),
so wie sie z.B. zum Auslösen des Treibsatzes eines Airbags
eingesetzt wird, ca. 3 Millisekunden nach der Zündung.
Während die Gaswolkenwirbel bei der Belichtungszeit von
1/10 000 Sekunde noch scharf abgebildet werden, sind die
ausgeblasenen glühenden Partikel wegen der Bewegungsunschärfe nur
noch als Streifen erkennbar. Die bereits reduzierte Belichtungszeit
ist nicht kurz genug um ihre Bewegung einzufrieren.
Praxisbeispiel: Obiges Werkstück habe einen Durchmesser von
100 mm, die Belichtungszeit sei 1/1 000 sek. Dann
entsprächen 18° etwa 15,7 mm mit denen sich die
Werkstückoberfläche während eines Bildes weiterdreht. Wenn das
schon zuviel ist, muss eben die Belichtungszeit verkürzt (und/oder
die Aufnahmefrequenz erhöht) werden. Wie das geht, finden Sie unter
[SloMo Tipps] in dieser
Site.
Bei der Bewegungsanalyse darf man das sogenannte Abtasttheorem
nicht vergessen: Um eine (schwingende) Bewegung rekonstruieren zu
können, muss die Aufnahmefrequenz mindestens doppelt so hoch sein
wie die (Frequenz der) Bewegung selbst.
Praxisbeispiel: Ein Ventil oder Lautsprecher geben den Kammerton a
von sich, schwingen also mit 440 Hertz. (Das entspricht etwa dem
»Ahhh«, das man beim Zahnarzt sagt.) Um die Bewegung der Membran zu
verfolgen, muss man deshalb schon mit mindestens 880 Bilder/sek
(1 Hz (Hertz) = 1/sek) aufnehmen. In der Praxis eher noch mit
viel mehr.
Ein kurzer Vergleich mit militärischen Anforderungen zeigt mit
welch hohen Aufnahmefrequenzen man rechnen muss.
Praxisbeispiel: Das Geschoss eines Standard-Sturmgewehrs wie des
AK-47 (Kalaschnikow) oder des G3 (Heckler & Koch) soll beim
Verlassen des Laufs aufgenommen werden. Die Mündungsgeschwindigkeit
V0 liegt etwa bei der doppelten Schallgeschwindigkeit, also
angenommen 680 m/sek. Somit bewegt sich das Geschoss während einer
Tausendstelsekunde um 0,68 m und man erhält einen Strich als
Bild, falls man die Belichtungszeit nicht reduziert. Mit einer
Belichtungszeit von einer Zehntausendstelsekunde reduziert sich die
Strichlänge auf immer noch etwa die doppelte Geschosslänge. Das
legt nahe, dass, wenn man den Einschlag verfolgen will, man
zumindest Aufnahmefrequenzen von etlichen tausend bis einigen
zehntausend Bilder/sek benötigt.
Nebenbei: Pistolen und Revolver feuern ihre Kugeln mit ca. 275
m/sek und mehr ab, verschiedene Granaten von Artilleriegeschützen
und Panzerkanonen erreichen mehr als 1 600 m/sek und drehen
sich dabei noch um die eigene Achse.
Also - die benötigte Aufnahmefrequenz nicht unterschätzen,
speziell nicht bei rotierenden Objekten und Explosionen.
Das Problem ist nicht das Speichermedium an sich. Man kann auch
eine Festplatte einbauen oder die Kamera per USB oder Ethernet
etc. anschließen. Und das wird auch gemacht. Die Bilddaten fallen
allerdings so schnell an, dass die üblichen Schnittstellen sie
nicht mehr in Echtzeit aus dem deshalb notwendigen Pufferspeicher
abziehen können, siehe auch [SloMo
Bild]. Ein Megapixel Sensor generiert bei
1 000 Bilder/sek immerhin gut 1 GByte an
Daten pro Sekunde.
Mit moderaten Ansprüchen an Auflösung und Aufnahmefrequenz kann es
möglich sein ein einfacheres Kamerasystem zu wählen, welches in der
Lage ist die Bilddaten über einen längeren Zeitraum direkt auf die
Festplatte des Steuerrechners, in der Regel ein Notebook, zu
schreiben. Das geht bei sogenannten Langzeitrecordern etwa mit VGA
Auflösung und 100 bis 200 Bildern/sek.
In der anderen Richtung, wenn man bei einigermaßen vernünftiger
Auflösung extrem hohe Aufnahmefrequenzen haben will, wird selbst
die Anbindung des Pufferspeichers an den Sensor zeitkritisch. Er
wird dann nicht mit separaten Bausteinen realisiert, sondern
Speicherzellen oder Speicherbereiche werden direkt auf dem Sensor
und sogar um die Pixel gruppiert. Natürlich ist die Aufnahmedauer
dann noch beschränkter.
Eigentlich nicht - denn was schnell ist, ist auch meistens
schnell vorüber. Abgesehen davon beschreiben digitale
Hochgeschwindigkeitskamerasysteme ihren Bildspeicher in einer
Endlosschleife. Je nach Ausbau, Aufnahmefrequenz und Auflösung wird
er z.B. alle 4 Sekunden überschrieben. Das System kann stunden- und
tagelang in diesem Zustand lauern. Erhält es dann ein Triggersignal
wird die eigentliche Aufnahme erst veranlasst, der
Überschreibvorgang des Bildspeichers also gestoppt. Was dabei dann
tatsächlich aufgenommen wird kann man mit der Triggerposition
vorwählen.
Praxisbeispiel 1: In einer Flaschenabfüllanlage zerbrechen
Flaschen an einem bestimmten Ort, aber in ungewissen Zeitabständen.
Man sucht die Ursache. Die Kamera wird auf den interessierenden
Bereich gerichtet und der Triggereingang des Kamerasystems mit
einem Mikrofon beschaltet. Den Triggerzeitpunkt stellt man auf
100%, d.h. Endposition. Das Kamerasystem lässt man im
Aufnahme-Modus den Bildspeicher (hier z.B. ausgebaut auf 2
Sekunden) ständig überschreiben. Zerbirst eine Flasche, löst das
Geräusch den Trigger aus. Die Aufnahme wird sofort gestoppt und im
Bildspeicher des Kamerasystems befinden sich die 2 Sekunden
»Vorgeschichte«, die vor dem triggerauslösenden Geräusch
aufgenommen wurden.
Praxisbeispiel 2: Das Startverhalten eines Sprinters beim
100-Meter-Lauf soll analysiert werden. Man stellt den Trigger des
Kamerasystems mit z.B. 1 Sekunde Bildspeicherausbau auf 25% ein,
schließt den Triggereingang an die Startpistole an und aktiviert
den Aufnahme-Modus. Im Kasten hat man dann die 0,25 Sekunden vor
und die 0,75 Sekunden nach dem Startschuss.
Manche Hochgeschwindigkeitskameras erlauben es den Bildspeicher
sequentiell zu nutzen. Diese Partitionierung bedeutet, man kann
einige kurze unabhängig ausgelöste Aufnahmen machen, ohne dass der
Bildspeicher gleich von nur einer einzigen Sequenz voll geschrieben
wird. Mehr zur Bestimmung des Speicherbedarfs findet man unter [SloMo Daten] in dieser Site.
Und noch etwas zur Dauer: Wenn Sie sich die 4 Sekunden, die Sie
mit 1 000 Bilder/sek aufgenommen haben, ansehen, tun Sie dies
logischerweise verlangsamt - das ist ja der Sinn und Zweck der
Zeitlupe. Bei einer Abspielgeschwindigkeit von z.B. 1 Bild/sek
gibt das regelrechte Spielfilme von immerhin fast 67 Minuten Dauer,
mit aber meist ziemlich dünner Handlung. Deshalb bieten die Systeme
üblicherweise die Möglichkeit die Sequenzen vor der Abspeicherung
auf ein dauerhaftes Medium zu schneiden
Nein eigentlich nicht, denn an Fotos hat man andere Ansprüche.
Man benötigt oft Detailvergrößerungen, da die Digital-Fotoapparate
oft nur sehr begrenzte Brennweiteneinstellungen haben. Zudem werden
die Bilder oft (nicht verlustfrei) komprimiert abgelegt um der
Datenflut Herr zu werden. Somit haben sie dann eigentlich gar nicht
die genannte und beworbene Auflösung. Und irgendwie muss man die
Daten auch weg schaufeln: Ein unkomprimiertes Megapixel-Bild hat
mindestens 1 MByte, bei True Color eher noch mehr. Und ganz
pragmatisch: Wo kann man sich solche Aufzeichnungen aus echten
Megapixelbildern mit Datenraten von GByte/sek denn noch flüssig
ansehen?
Daneben bedingt eine höhere Auflösung aber auch kleinere Pixel, da
der Sensor allein schon wegen der abbildenden Optik nicht beliebig
groß werden darf. Kleinere Pixel sind aber wiederum anfälliger
gegenüber Rauschen und benötigen gern mehr Licht.

VGA, traditionelle und neue TV Formate
Sinnvoller ist also ein Vergleich mit der Fernseh- und
Videotechnik, da auch sie primär im Bewegtbildbereich angesiedelt
ist, und jeder wohl einen (Röhren-) Fernseher in Reichweite hat.
Aus der sichtbare Auflösung eines Fernsehers (PAL, SECAM) von 720
Spalten x 576 Zeilen (nicht 768 Spalten, wie es das
Seitenverhältnis 4:3 nahe legt) wird bei S-VHS-Rekordern 576 x 400
und bei VHS-Rekordern 576 x 240. Bei Fernsehern nach der NTSC-Norm
entstehen aus 720 Spalten x 480 Zeilen (nicht 640 Spalten, wie beim
Seitenverhältnis von 4:3 eigentlich zu erwarten wäre) entsprechend
geringere Auflösungen für die Videorekorder. Wobei man das
Zeilensprungverfahren (engl.: interlaced) noch berücksichtigen
müsste: Man sieht nicht ein Bild sondern zwei zeilenweise,
kammartig ineinander eingeschobene Halbbilder. Spulen Sie doch
einmal ein Videoband im Einzelbild-Modus an eine Überblendung, dann
sehen Sie das ganz deutlich.
Mit echten Vollbildern (engl.: progressive scan, full frame)
kleinerer digitaler Hochgeschwindigkeitskameras mit Auflösungen bis
hin zu VGA (640 Spalten x 480 Zeilen) liegt man dann eigentlich
doch ganz gut. Und die aktuellen Megapixel-Systeme bieten zum Teil
noch höhere Qualität als HDTV (1280 Spalten x 720 Zeilen progressiv
oder 1920 Spalten x 1080 Zeilen progressiv) und erreichen oder
übertreffen sogar Hochgeschwindigkeits-Filmkameras.
Praxisbeispiel: Der Bewegungsablauf beim Speerabwurf soll
analysiert werden. Die Größe des interessanten Bereiches beträgt
5 m x 5 m. Könnte man die Biege- und Drehbewegung des
Speers noch sehen? Bei optimaler Abbildung repräsentiert jedes
Pixel bei einem Schwarz/Weiß Sensor mit z.B. 512 x 512 Pixel eine
Fläche von weniger als 10 mm x 10 mm, so dass man eine
Aufschrift auf dem Speer noch erkennen, wenn nicht sogar lesen
könnte.
Erfahrungsgemäß lässt sich sagen, dass Auflösungen von ca. 256 x
128 in Schwarz/Weiß üblicherweise für technische Auswertungen noch
Bilder angemessener Qualität liefern. Für Film/TV (engl.:
broadcast) Anwendungen liegt der Einstieg (weit) jenseits von 512 x
512 Pixel und mit Echtfarben, d.h. mit wenigstens 8 Bit eher noch
10 Bit pro Farbkanal des Sensors.
Im Normalfall braucht man kein spezielles Zubehör. Oftmals kann
man gängige C-Mount Objektive (2/3 Zoll Format oder größer)
verwenden und mit entsprechenden Adaptern (ca. € 50,- im
nächsten Fotofachgeschäft) auch handelsübliche Fotoobjektive. Und
selbst bei Sonderanforderungen, z.B. Aufnahmen unter beengten
Verhältnissen, schlecht erreichbaren Stellen oder unter Wasser kann
man auf das Angebot der Foto- und Videoindustrie zurückgreifen. Als
Beleuchtungsquelle für technische Aufnahmen tut es oft auch schon
ein 500 W Halogenstrahler aus dem Baumarkt um die Ecke.
Selbstverständlich gehört auch kompetente Unterstützung seitens
des Herstellers zum System dazu. Die Anforderungen an das
fotografische Grundwissen halten sich im Bereich technischer
Aufnahmen (Einstellarbeiten, ...) aber in Grenzen. Und die Systeme
bringen in der Regel einfach zu bedienende Steuersoftware mit.
Nein, die Kamerasysteme sind in der Regel auf ihr Einsatzgebiet
hin ausgelegt. So gibt es transportable Geräte in einem Koffer
(sogar völlig ohne Notwendigkeit für einen extra Steuerrechner)
oder welche basierend auf einem robusten Industrierechner wie für
industrielle Steueranlagen und Telekommunikationsanlagen.
Auch komplett Crashtest taugliche Systeme sind verfügbar,
spezifiziert für hohe Beschleunigungsbelastungen um die
Anforderungen der Automobilindustrie bei Anbord-Crashtests und in
der Luftfahrt zu erfüllen.
Manche Systeme können ohne Maus und Tastatur nur mit der
Fernbedienung gesteuert werden, oft zusätzlich über Ethernet
Anschluss oder andere Netzwerke. Manchmal ist der Bildspeicher der
Kamera praktisch autark und behält seinen Bildspeicherinhalt auch
während eines Rechnerabsturzes, eines kurzen Stromausfalls oder die
ganze Kamera kann sogar mit einem Akku betrieben werden.
Bedenken Sie, dass bei einem großen Auto-Crashtestversuch mehrere
Dutzend Kameras möglicherweise unterschiedlicher Hersteller
innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs über etliche Aufstellungsorte
verteilt sicher funktionieren müssen. Und das beinhaltet auch die
Bedienbarkeit.
Salopp gesprochen: Wer einen Videorekorder oder Camcorder bedienen
kann, kommt auch mit den Systemen für industrielle Anwendungen
zurecht.
Und was die Robustheit angeht: Manche Kameras und Systeme fahren
auf Crashtestschlitten mit, teilweise drei mal pro Tag - über
Monaten ohne Ausfall.
Nun, ein solches PC-System macht 50 bis 60 Halbbilder/sek. Mit 1 000 Vollbilder/sek ist man also 20 bis 40 mal schneller - da ist der Preis doch mehr als gerechtfertigt. Außerdem sind hochwertige Hochgeschwindigkeitskameras echte Kamerasysteme - besser: Messgeräte - und keine zusammengeschusterten 0815-PCs mit Framegrabbern. Ganz abgesehen davon muss man so ein System ja nicht gleich kaufen, man kann es auch beim Hersteller oder einem Dienstleister mieten.

Einstiegspreise für digitale Hochgeschwindigkeitskameras, 2010
Die enorme Preisspanne im Bild rechts gezeigt,
rührt davon her, dass es sich einmal um Großseriengeräte der
Unterhaltungselektronik oder Standard-Bildverarbeitungstechnik mit
üblichen Datenraten handelt, während auf der anderen Seite
hochwertigste wissenschaftliche Messgeräte mit Sondertechnik
teilweise von Wissenschaftlern und Ingenieuren individuell
entwickelt und aufgebaut werden.
Technologiesprünge führen dazu, dass die Kurven nicht gleichförmig
linear verlaufen. Bis ca. VGA Auflösung und ca. 100 bis 200
Bilder/sek kann man die Bilddaten direkt über gängige
Schnittstellen (Ethernet, FireWire, CameraLink, ...) in den Rechner
und auf seine Festplatte bringen. Bei höheren Datenraten
(schnellere Kamera, höhere Auflösung) muss man den Speicher in der
Kamera integrieren oder die Kamera über eine spezielle
Schnittstellenkarte (Framegrabber, DSP, ...) an den Rechner
anbinden, siehe Bild unten rechts. Bei Bildraten ab einigen
100 000 Bilder/sek ist selbst das nicht mehr ausreichend. Der
Speicher wird im Sensor unmittelbar um die Pixel gruppiert.
Sonderanforderungen für militärische Anwendungen, Crashtests oder
Broadcast (Film- und Fernsehen) treiben die Kosten hoch.
Der Einstiegspreis bei Neugeräten mit VGA Auflösung, monochrom
und etwa 500 Bilder/sek, liegt noch unter ca. € 10 000.-.
Mit niedrigeren Aufnahmeraten, etwa um die 200 Bilder/sek, sind die
oben erwähnten € 2 500.- wieder im Bereich des
Möglichen. Beispielsweise gibt es einige Camcorder und Fotoapparate
im Unterhaltungselektronikbereich, die bei VGA-Auflösung einige
hundert (Halb-/Voll-) Bilder/sek für kurze Sequenzen liefern und
dabei zum Teil deutlich unter € 1 000,-
kosten.
Allerdings muss man dann schon ziemlich starke Abstriche in der
Bildqualität und Ausbaufähigkeit machen. Ganz zu schweigen von den
fehlenden Anschlussmöglichkeiten für Steuersignale. Die
»Oberklasse« - Megapixel bei mindestens 1 000 Bilder/sek -
kostet schon etliche Zehntausend Euro. Schnelle (Single-Shot)
Kameras im einige 100 000 Bilder/sek Bereich kosten einige
Hunderttausend Euro. (Die Preisliste ist natürlich nach oben offen
;-)
Außerdem sollte man das Drumherum, speziell den Aufwand für die
Beleuchtung und die Kosten für Steuer- und Auswertesoftware, nicht
vergessen. Es existiert ein kleiner Miet- und Gebrauchtgerätemarkt
- einfach einen Hersteller nach Demo- oder Gebrauchtsystemen
fragen. Für weitere Informationen und Links siehe [SloMo Links].
Der OEM Schwarz/Weiß Chip wird geöffnet und ein
RGB-Farbstreifenfilter auf Glassubstrat wird hochgenau (±1/4
Mikrometer) vollflächig auf den sensitiven Bereich geklebt und zwar
unter optischer Kontrolle durch den laufenden(!) Sensor. Der
verbliebene Hohlraum im Keramikgehäuse wird zum Schutz des
offenliegenden Silizium Schaltkreises und der Bonddrähte mit
Spezial-Polymer vergossen und im Ofen ausgehärtet. (Dadurch wird
auch die Beschleunigungsfestigkeit für Crashtestanwendungen
gewährleistet.)
Klicken Sie auf das Bild links um zu sehen was während der
Operation passiert.
Im Ernst: Die Bauteile, vor allem die Sensoren,
sind Sonderentwicklungen mit hohem technischen Aufwand bei kleiner
Serie und geringer Ausbeute, sowie mehrfach selektiert und damit
sehr kostspielig. Allein der Sensor kostet oft schon viel mehr als
eine komplette hochwertige Videokamera. Und natürlich sind die
Entwicklungs- und Fertigungskosten für das Komplettsystem ebenfalls
nicht unbedeutend, denn mit normalem Video haben die Kamerasysteme
überhaupt nichts zu tun. Sie liefern digitale Bilder in einem
eigenen Format. Die Kameraköpfe würden mit einem Videorekorder oder
einem CCIR (= TV)-Monitor gar nicht funktionieren. Erst eine extra
Elektronik in der Kamera oder im Steuerrechner generieren das
Norm-Videosignal.
Einmal bemerkte ein Besucher nach dem Laborrundgang: Das ist
nicht »High Tech«, Sie bauen »Highest Tech«.
Schon, auch die Leistungsfähigkeit der Halbleiter wird weiter
zunehmen, aber es wird wie gehabt Begrenzungen durch den
Datendurchsatz geben. So wird wohl die Verarbeitung und Darstellung
der Bildinhalte zu einer Änderung der Zielsetzung führen: von der
Jagd nach Pixel hin zu mehr Lichtempfindlichkeit, weniger höhere
Aufnahmefrequenzen, dafür größerer Dynamik/Farbtiefe und besserer
Bildqualität - Full HD 1920 x 1080p und Filmwirtschaft lassen
grüßen. Die Systemintelligenz wird zunehmend im Kamerakopf
integriert werden - wie im Camcorder. Ultraschnelle Kameras mit
Millionen Bilder/sek sind eher etwas für den militärischen
Forschungsbereich, kleine (robuste) Kameras etwas für die Industrie
und Automotive.
Trotzdem, oder gerade deswegen, wird es zu einer weiteren
Diversifizierung kommen - es wird auch einen wachsenden Markt für
kleinere Kameraköpfe geben. Sie können leicht in ein Crashtest-Auto
oder eine Maschine eingebaut werden und für Mehrkanalsysteme
wandern dann Systemsteuerung, -intelligenz und der Speicher
(wieder) in eine gemeinsame Steuereinheit. Stichwort: Abgesetzter
Kamerakopf.
Des weiteren kommen vermehrt Kameras aus dem
Bildverarbeitungsbereich (auch: »machine vision«), die interessante
Leistungen für zahlreiche Anwendungsfälle zeigen. Oft reicht
VGA-Auflösung oder etwas darüber bei einigen hundert Bildern pro
Sekunde. Und diese Kameras sind im Anschaffungspreis gegenüber den
traditionellen Hochgeschwindigkeitskameras vergleichsweise günstig.
Außerdem warten sie mit moderaten Datenmengen für die
Bildverarbeitung in Echtzeit auf und können fallweise als
Langzeitrekorder ihre Daten direkt auf Festplatte schreiben.
Bei der Vernetzung steht die GigE Vision Schnittstelle (Gigabit
Ethernet für »machine vision«) zwar hoch im Kurs - eine um
Steuerparameter erweiterte Gigabit Ethernet Anbindung - allerdings
ist sie zunächst nur für Standardkameras in der industriellen
Bildverarbeitung gedacht. Interessanter für hohe Datenraten sind
professionelle Studiotechnik Schnittstellen wie HD-SDI.
Aus dem Unterhaltungselektronikbereich bedienen verschiedene
bekannte Hersteller, insbesondere Casio (z.B. EXILIM EX-F1), mit
Camcordern beziehungsweise Fotoapparaten das untere Preis- und
Leistungssegment des Hochgeschwindigkeitskameramarkts. (Für weitere
Informationen und Links siehe [SloMo Links].)
Mehr und mehr findet der professionelle Einsatz von
Hochgeschwindigkeitskameras als Messgeräte mit entsprechender
Auswertesoftware statt. Man sieht sich die Aufnahmen nicht nur an,
sondern lässt Bewegungsparameter wie Ort, Geschwindigkeit,
Beschleunigung, ... automatisch ermitteln. Dem tragen integrierte
Messkanäle Rechnung, die bildsynchron analoge oder digitale Signale
aufnehmen und speichern können.

Konzepte für Hochgeschwindigkeitskameras
Im Prinzip schon. Aber im Gegensatz zu einer vergleichsweise einfachen Videokamera ist eine Menge aufwändiger Elektronik nötig um die anfallenden Datenmengen (bis zu und über GBytes pro Sekunde) zu kanalisieren. Wenn die Daten nicht mehr übertragen werden können, müssen sie in der Kamera zwischengespeichert werden. Soll die Kamera auch noch »intelligent« oder »smart« sein (d.h. mit Bildverarbeitungskapazität, verschiedenen Speichermodi und anderen Fähigkeiten), erzwingt das - einfach gesagt - die Integration eines praktisch vollwertiger PCs unter Umständen mit Massenspeicher und Stützakku. Das braucht Platz - und schlimmer noch - produziert viel Abwärme. Aktuelle Spitzenmodelle können ca. 100 W erreichen - in einem Gehäuse von der Größe eines Schuhkartons.
Im Bild rechts einige Realisierungsmöglichkeiten
von digitalen Hochgeschwindigkeitskamerasystemen mit grobem
Funktions- und Größenvergleich. Natürlich gibt es auch Mischformen
und Spezialfälle. So kann bei sehr schnellen Kameras der
Bildspeicher im Sensor integriert sein. Die Auflösung und die
Speichergröße sind dadurch allerdings sehr begrenzt.
Die grüne Karte soll eine PC-Einsteckkarte (Framegrabber,
DSP-Karte, ...) darstellen, die rote Leitung die
Anschlussmöglichkeit (Bilddaten und Steuersignale).
Legende: RAM = Bildspeicher; µC = Mikrocontroller oder Prozessor;
A/D = Analog zu Digital Wandlung (oft schon im Sensor
integriert)
Die Standardanbindung kann z.B. (Gigabit) Ethernet, FireWire oder
CameraLink sein. Die spezielle Anbindung ist jeweils
herstellerspezifisch.
Wenn die Kamera auch noch hohe mechanische Belastungen (Schock,
Vibration) dauerhaft und wiederholt aushalten soll, verzichtet man
auf eine aktive Kühlung per Lüfter. Nur das Gehäuse wirkt als
passiver Kühlkörper und bestimmt maßgeblich die (Oberflächen-)
Größe. Abgesehen davon erzwingt die gewünschte Robustheit und
Schockfestigkeit auch entsprechende Materialstärken, Arretierungen
und Befestigungsmöglichkeiten.
Trotzdem, oder gerade deshalb, gibt es für die unterschiedlichen
Anwendungsfälle die verschiedensten Systeme. Beispielsweise solche
mit einem oder mehreren abgesetzten kleinen Bildaufnehmern
(Kameraköpfen) angeschlossen an einem Basisgerät mit dem Großteil
der Kamera- und Steuerelektronik.
Das wäre wirklich ganz einfach. Aber jeder Anwender hat
andere Anforderungen. Es ist nicht nur ein Kostenthema, es betrifft
auch das Zubehör (z.B. die Beleuchtung), die Erfahrung, den
Versuchsaufbau und so weiter. So gibt es eine kostspielige Schere
zwischen Auflösung, Aufnahmerate und Aufnahmedauer. Es macht keinen
Sinn einige wenige 10 Bilder in ultrakurzer Zeit von einem Ablauf
zu schießen, der eine halbe Sekunde dauert. Man würde den
kompletten Ablauf nicht erwischen und die Auflösung kann zu gering
sein um strukturelle Details abzubilden. Und wenn man die
ultraschnelle Kamera einbremst? Gut, aber warum eine Kamera mit
teueren Eigenschaften kaufen, die man nie ausnutzen wird, oder die
gerade wegen ihrer Geschwindigkeit wo anders ihre Einschränkungen
hat, speziell wenn es Kameras gibt, die viel besser dem
Anforderungsprofil entsprechen? 1 Million Bilder pro Sekunde gibt
es nicht umsonst.
Denn solange man keine wirklich außergewöhnlichen Ansprüche hat
und nicht zu bescheiden bei den Leistungsdaten ist, kann man
durchaus mit einem normalem Gerät allein »glücklich« werden.
Das stimmt schon soweit. Im Gegensatz zu vor ein paar Jahren tummeln sich in der Zwischenzeit viele Anbieter im Hochgeschwindigkeitskameramarkt, oder was sie einem als solchen verkaufen wollen.

Einige ausgewählte Geschwindigkeiten
Warum nicht einfach den Spieß umdrehen und sich rein von den Anforderungen der Anwendung bei der Kameraauswahl leiten lassen? Das teuerste oder das schnellste Kamerasystem mit den meisten Pixel ist nicht unbedingt das am besten geeignete. Oft ist es auf Spezialanwendungen zugeschnitten und braucht das entsprechende Drumherum (Beleuchtung, Steuerung, Infrastruktur...) und Anwenderwissen.
Das Bild links soll anhand einiger ausgewählter
Geschwindigkeiten ein Gefühl vermitteln, was sich in einer
Millisekunde ereignet bzw. was sich hinter der Angabe Meter pro
Sekunde verbirgt.
1 km/h = 3,6 m/s; 1 m/s = 0,2778 km/h; Mach 1
= Schallgeschwindigkeit (in Luft)
Einige andere Beispiele: Binnen 30 Millisekunden ist ein Airbag
aufgeblasen. Der menschliche Lidschlussreflex liegt bei 200 bis 250
Millisekunden.
So macht es keinerlei Sinn menschliche Bewegungen mit viel mehr
als 1 000 Bilder/sek oder gar 100 000 Bilder/sek
aufzunehmen. Sie würden beim Abspielen einschlafen.
Diese Seiten hier sollen dabei etwas Licht ins Dunkel bringen, Zusammenhänge aufzeigen und grundlegende Eigenschaften erklären - somit eine Art kleine Kaufberatung für »echte« Hochgeschwindigkeitskameras bieten. Ein kleiner Kurs in Sachen Hochgeschwindigkeitskameras also.
Die Objektgeschwindigkeit in der Bildebene bzw. die gewünscht
zeitliche Auflösung liefern Anhaltspunkte für die benötigte
Aufnahmefrequenz: Wie viele Fotos pro Sekunde werden benötigt? Wie
viel Bewegung während der Belichtungszeit und speziell zwischen den
Aufnahmen ist tolerierbar?
Einige empfohlene bzw. typische Aufnahmefrequenzen (engl.: frames
per second, fps; dt.: Bilder pro Sekunde): Analyse menschlicher
Bewegungen und Spezialeffekte ca. 100 ... 250 fps, sehr schnelle
Sportarten und industrielle Einstellarbeiten ca. 500 ... 1 000
fps, Auto Crashtest ca. 1 000 ... 3 000 fps, Airbagtests
ca. 3 000 ... 5 000 fps, Bruchvorgänge, Faustfeuerwaffen
und Raketenflug bis ca. 10 000 fps, Explosionen, Gewehrkugeln
und Einschläge ca. 10 000 ... 100 000 fps, Granaten und
Einschläge 100 000 ... 500 000 fps, chemische und
physikalische Reaktionsforschung ca. 100 000 ...
1 000 000 fps und darüber.
Die räumliche Auflösung bzw. die Größe der aufzunehmenden
Szenerie beeinflusst die Objektivwahl (Blickfeld) und dann erst die
Sensorauflösung (Pixelzahl). Beachten Sie die mögliche Abhängigkeit
der Auflösung von der Aufnahmefrequenz. Mit der Sensorauflösung
sind teure Technologiesprünge verknüpft.
Einige vorgeschlagene Pixel Auflösungen: industrielle
Einstellarbeiten und Ganganalyse ca. 640 x 480 (monocolor; VGA,
PAL, NTSC) und weniger, Automotive ca. 1000 x 1000, Special Effects
1280 x 720 (HDTV, 16:9!)
Die Aufzeichnungsdauer ist ein stark Kosten treibender Faktor. Die Nutzung intelligenter Triggermöglichkeiten führt zur Aufwandsreduzierung - frei nach Otto Waalkes »Je kürzer das Ssst, desto schneller das Bumms!« Es muss nicht immer ein Langzeitrekorder mit möglicherweise niedriger Aufnahmefrequenz bei niedriger Auflösung zu hohen Kosten sein.
Nachbearbeitung bzw. Bildverarbeitungswünsche bewirken Anforderungen an Technologie, Bildqualität (HDTV, Film?), Zugriff (Speicherzeit!) und Archivierungsmöglichkeiten (Speicherkarte, LAN + RAID, ...).
Licht ist ein kostbares Gut, da die Belichtungszeit oft kurz ist. Speziell bei Außenanwendungen (Tiefenschärfe, Bewölkung!) und ballistischen Aufnahmen (verkürzte Belichtungszeit durch den Verschluss, engl.: shutter, um Bewegungsunschärfe zu reduzieren) ist die Lichtempfindlichkeit ein sehr wichtiges Kriterium. Monocolor wäre eine Option!
Optionen (erhöhte Schockfestigkeit, erweiterter Temperaturbereich, ...) und Zubehör (Taktgeber zur Synchronisierung, Spezialbeleuchtungen, ...) können den Preis erheblich treiben. Allerdings hat man an einer Hochgeschwindigkeitskamera aus dem Unterhaltungselektronikbereich in rauer Industrieumgebung auch keine Freude.
Vergessen Sie nicht die Integration in Ihre Umgebung und Systeme
(SPS und IT Einbindung), die Steuersoftware (angepasst, stabil,
leicht zu bedienen?) und Spezialzubehör (Sonderobjektive,
Steuergeräte, ...) zu prüfen.
Irgendwoher muss ja das (passende!) Triggersignal und eventuell
andere Steuersignale herkommen und eventuell generierte
Steuersignale (strobe out, engl. für aktiver Bildeinzug, all armed,
engl. für Aufnahmebereitschaft, ...) und Bilddaten auch
hingeschickt werden.
Und aus der Praxis: Achten Sie auf passende und geeignete (robuste) Gehäuse, Steckverbinder und Kabel. Überlegen Sie, wie oft sich wohl ein RJ45 Patchkabel von ungeübter Hand stecken lassen wird.
Prüfen Sie, ob das System bezüglich Nachrüstung, Austausch, Service und Wartung/Reparatur modular ist. Die Technologie- und Produktzyklen sind allerdings erfreulicherweise nicht so kurz wie im Rechnergeschäft.
Versuchen Sie eine Demo zu erhalten und denken Sie über einen Mietservice nach. Das kann den Einstieg vereinfachen, die Kosten reduzieren und Erfahrungen liefern. Speziell bei trickreichen Aufnahmesituationen. Fragen Sie zur Kostenreduktion auch nach Miet-, Gebraucht- und Demogeräten. (Ist wahrscheinlich besser als selber bauen ;-)
Noch ein paar Sensor Informationen sowie Tipps und
Tricks zur Aufnahmetechnik finden Sie hier:
TOUR
©WP
http://www.fen-net.de/walter.preiss/d/slomofaq.html
Stand: 2010-03-02